Zubeißen gegen die Bergischen Löwen

Vor zwei Wochen hatte der TV Bittenfeld den Spitzenreiter TV Emsdetten in die Knie gezwungen. Morgen soll dieses Kunststück gegen den Tabellenzweiten Bergischer HC erneut gelingen. Die Löwen kommen mit dem ehemaligen Bittenfelder Rechtsaußen Arnor Gunnarsson, müssen aber auf den österreichischen Nationalspieler Viktor Szilagyi verzichten.

Die TVB-Fans bekommen derzeit einiges geboten – im positiven wie im negativen Sinn. Beim 31:27-Sieg gegen den Spitzenreiter TV Emsdetten zeigten die Bittenfelder ihre wohl beste Saisonleistung und begeisterten 1800 Zuschauer in der Scharrena. Acht Tage später indes war der TVB nicht wiederzuerkennen. Die 22:32-Niederlage beim Tabellenletzten SG Leutershausen war die höchste Pleite in dieser Saison. Und weniger als 22 Tore gelangen dem TVB zuletzt am 17. September 2011 beim 21:22 in Erlangen.

„Diese Leistung war nicht nachvollziehbar“, sagt der Bittenfelder Interimstrainer Heiko Burmeister. „Es hat an diesem Tag eigentlich überhaupt nichts gepasst.“ Er glaubt jedoch nicht, dass die Spieler die notwendige Motivation vermissen ließen. Fakt war, dass Leutershausen den deutlich größeren Siegeswillen an den Tag legte. Leutershausen habe den letzten Strohhalm im Abstiegskampf ergriffen, sagt Burmeister. „Dort werden sich noch andere Teams warm anziehen müssen.“

Er hofft, dass der TVB heute den Schalter wieder umlegen und an die Leistung aus dem Spiel gegen Emsdetten anknüpfen kann. Wobei Burmeister den Bergischen HC individuell noch stärker besetzt sieht als Emsdetten. Vor allem aber seien die Löwen extrem schwer auszurechnen, weil sich stets ein anderer Akteur in den Vordergrund spiele.

Top-Spieler hat der BHC eine ganze Reihe. Da dürfte der verletzungsbedingte Ausfall des aktuellen österreichischen Nationalspielers Viktor Szilagyi auf Rückraum-Mitte kaum ins Gewicht fallen. Diese Position spielen auch der derzeit beste Schütze, Alexander Oelze, sowie der dreifache schwedische Meister Emil Berggren.

Auf der Halbposition hat der Trainer Sebastian Hinze die Qual der Wahl zwischen dem 57-fachen deutschen Nationalspieler Michael Hegemann, dem ehemaligen tschechischen Nationalspieler Jiri Vitek und dem Ex-Juniorenauswahlspieler Kristian Nippes. Wobei Hegemann gegen den TVB vermutlich öfter auf der Spielmacherposition auftauchen dürfte.

Gut besetzt wie kein anderes Team der Liga ist der Bergische HC auf den Außenpositionen. Rechts teilen sich der Isländer und ehemalige Bittenfelder Arnor Gunnarsson sowie der Österreicher Richard Wöss – beide aktuelle Nationalspieler – die Spielanteile. Auf der anderen Seite gibt’s zwischen Jan Artmann und Christian Hoße keinen Qualitätsunterschied. Selbstredend, dass die Löwen im Tor mit Jan Stochl und Mario Huhnstock erstligatauglich besetzt sind. Einzig am Kreis ist der BHC nicht doppelt besetzt: Stanko Sabljic ist noch nicht einsatzfähig.

Erschwerend hinzu kommt für den TVB, dass die Löwen als bestes Auswärtsteam der Liga in die Scharrena anreisen, bereits gestern Nachmittag übrigens hat sich die Delegation auf den Weg nach Stuttgart gemacht. Von 14 Partien in der Fremde haben die Löwen nur drei verloren: 18:24 in Emsdetten, 35:36 in Aue und 25:29 in Bietigheim.

„Es ist logisch, dass das für uns kein einfaches Spiel werden wird“, sagt Burmeister. „Für den Bergischen HC aber auch nicht.“ Er hofft, dass die Spieler sich an den Auftritt gegen Emsdetten erinnern. „Wir möchten uns die Punkte zurückholen, die wir in Leutershausen liegenlassen haben. Da muss einfach jeder motiviert sein und sich in der Pflicht fühlen.“

Personell hat der TVB keine größeren Sorgen.

Info Rund 1650 Karten fürs Spiel gegen die Bergischen Löwen heute Abend sind verkauft. Karten sind heute noch erhältlich von 10 bis 14.30 Uhr auf der TVB-Geschäftsstelle (0 71 46/2 81 87 50, moh@tvb1898.de), über den Service print@home, Easy-Ticket oder an der Abendkasse der Scharrena.