Kleine Sensation in der SCHARRena bleibt aus

Dem TV Bittenfeld 1898 blieb eine kleine Sensation gegen den favorisierten Bergischen HC nach starkem Auftritt in der zweiten Halbzeit verwehrt. Die routinierten Gäste setzten sich am Ende verdient mit 27:22 (13:8) durch, auch wenn der Auswärtssieg des BHC in Stuttgart in den Schlussminuten zu hoch ausfällt. Lars Friedrich war mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer auf Bittenfelder Seite.

Ein eher unerwartetes Bild bot sich den 1.870 Zuschauern in der SCHARRena nach zehn gespielten Minuten. Die Hausherren lagen gegen den Favoriten mit 4:1 in Front, Schimmelbauer und drei sehenswerte Treffer von Lars Friedrich brachten dem TVB die Führung. Doch danach kämpfte sich die Mannschaft des BHC gut in die Partie zurück und erzielte durch Arnor Gunnarsson nach sechzehn Minuten den 5:5-Ausgleich. Die Abwehr der Gäste stand zu diesem Zeitpunkt sehr gut und ließ nur noch wenige erfolgsversprechende Aktionen der WILD BOYS zu. Nur drei weitere Treffer gelang dem Bittenfelder Angriff bis zum Halbzeitpfiff – zu wenig, um eine Spitzenmannschaft wie den Bergischen HC ernsthaft herausfordern zu können.

Der zweite Durchgang gehörte allerdings dem TV Bittenfeld 1898. Wie ausgewechselt kam das Team aus der Kabine zurück, agierte zunächst aber weiterhin etwas unglücklich. Der ernüchternde Spielverlauf des ersten Durchgangs schien sich fortzusetzen, der BHC ließ nicht locker und erhöhte auf 16:10 (36.) durch den beweglichen Spielmacher Alexander Oelze. Viele Zuschauer befürchteten bereits zu diesem Zeitpunkt die oft zitierte “Packung“ gegen den designierten Bundesliga-Aufsteiger. Eine ordentliche Portion Kampfgeist und die gute Moral des Teams verhinderten dies jedoch.

Die stärkste Phase des TVB läutete der fleißig am Kreis ackernde Simon Baumgarten ein, der seine Bewacher abschüttelte und zum 13:18 verkürzte. Vier Glanzparaden des eingewechselten Daniel Sdunek und drei weitere Treffer des TVB sorgten für die nötige Unterstützung durch das Publikum, das nun lautstark präsent war. Angetrieben von den Zuschauern gelang Michael Schweikardt der ersehnte Ausgleichstreffer zum 18:18 (47.).

Keiner hatte bis dahin damit gerechnet, dass der TVB diese Partie noch einmal komplett auf null zurückstellen könnte. Michael Hegemanns wuchtiger Rückraumtreffer und zweimal Gunnarsson schraubten allerdings das Ergebnis für den BHC wieder hoch, die Sturm und Drang-Phase der Bittenfelder Hausherren schien vorüber. Ein weiterer Kraftakt des Teams eröffnete den WILD BOYS allerdings die nochmalige Chance, dem Aufstiegsaspiranten mindestens einen Zähler auf der Zielgeraden entreißen zu können. Aus einem 19:22-Rückstand machte der TVB ein 21:22 (53.) durch Florian Schöbinger, alleine der Ausgleichstreffer blieb der Mannschaft verwehrt.

Zwei verworfene Siebenmeter, ein Ballverlust und ein Fehlversuch waren in den Schlussminuten ausschlaggebend für die Heimniederlage des TV Bittenfeld 1898. Auf 21:24 (58.) zogen die Gäste uneinholbar davon, die darauffolgenden Treffer fielen nicht mehr ins Gewicht. „Zwischen der 10. und 30. Spielminute war unsere Angriffsleistung ganz schwach“ sagte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt nach dem Spiel. „Insgesamt können wir mit der Mannschaftsleistung zufrieden sein, vor allem in der Abwehr. Gegen den BHC reicht aber keine gute Leistung, da benötigt man eine sehr gute Leistung“ so Schweikardt weiter über den verdienten Sieg der Bergischen Löwen.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek – Schimmelbauer (4), Schöbinger (1), Kienzle, Weiß (1), M. Schweikardt (4), Friedrich (7/3), Jungwirth, Baumgarten (4), Wehner (1), Szczesny, Seiz.
 
Bergischer HC:
Huhnstock, Stochl – Bohnert, Hoße, Vitek (1), Hegemann (4), Gunnarsson (11/3), Nippes (3), Oelze (4/2), Barwitzki, Wöss, Weiß (3), Berggren (1).