Neues Trainergespann beim Porsche Arena-Spiel

Paukenschlag beim TVB vor dem Spiel in der Porsche-Arena heute gegen den ASV Hamm-Westfalen: Der Trainer Günter Schweikardt hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Co-Trainer Heiko Burmeister und der spielende Geschäftsführer Jürgen Schweikardt werden bis Saisonende die Verantwortung haben. Günter Schweikardt bleibt Sportlicher Leiter.

An Weihnachten hatte der TV Bittenfeld als Tabellendritter zumindest mit einem Auge in Richtung 1. Liga geblickt. Nach nur zwei Punkten in den sieben Spielen der Rückrunde ist längst Ernüchterung eingekehrt. Zuletzt ging’s vornehmlich darum, den Abwärtstrend möglichst rasch zu stoppen. Die Abstiegsränge sind bei acht Punkten Polster zwar noch nicht bedrohlich nahe, aber immerhin sind noch elf Partien zu spielen. Und das Restprogramm der TVB hat es durchaus in sich.

„Es ist doch verständlich, dass in so einer Situation, in der wir uns befinden, Kritik aufkommt“, sagte Günter Schweikardt gestern Vormittag im Vorgespräch zum Spiel gegen den ASV Hamm-Westfalen gegenüber unserer Zeitung. Mit einem Sieg in der Porsche-Arena sollte vor der dreiwöchigen Spielpause wieder Ruhe einkehren. Günter Schweikardt setzte dazu auf die Kraft der Fans. „Wir brauchen in diesem Spiel ihre vorbehaltlose Unterstützung, auch wenn es zäh werden sollte.“

Ein paar Stunden später gab’s die überraschende Wendung: Günter Schweikardt, Rainer Heib und Michael Schwaderer, allesamt im Entscheidungsgremium der TVB-Handball GmbH, setzten sich zusammen – und Schweikardt äußerte den Wunsch, sein Amt mit sofortiger Wirkung niederzulegen.

„Gerade wenn man in einer Doppelfunktion ist, wie ich sie innehatte, muss man sehr sensibel auf Entwicklungen achten“, so Schweikardt in einer Pressemitteilung des Vereins. Nach den jüngsten verlorenen Spielen sei er zur Erkenntnis gekommen, dass eine Veränderung zum jetzigen Zeitpunkt für den TVB sinnvoll sei, „um kurzfristig positive Auswirkungen auf die Mannschaft zu erreichen“. Er bitte deshalb um Verständnis für seine Entscheidung „und ich danke den anderen Verantwortlichen beim TV Bittenfeld, dass sie meinem Wunsch entsprochen haben“.

Für Rainer Heib und Michael Schwaderer kam Günter Schweikardts Rückzug aus der operativen Trainertätigkeit überraschend. „Wir akzeptieren den Schritt von Günter Schweikardt, wenngleich wir gerne gesehen hätten, dass er weiterhin Trainer bleibt“, sagte er laut der Pressemitteilung des Vereins. Jetzt seien die Spieler mehr denn je in der Pflicht.
Günter Schweikardt glaubt nicht, dass der Wechsel auf der Trainerposition zum aktuellen Zeitpunkt problematisch ist. Schließlich sei beim TVB schon immer im Team gearbeitet worden.

Mit dem A-Lizenz-Inhaber Heiko Burmeister sowie dem für den Athletikbereich zuständigen Diplom-Sportwissenschaftler Karsten Schäfer habe der TVB fähige Leute. Mehr Verantwortung tragen wird künftig Jürgen Schweikardt, doch auch darin sieht der scheidende Coach kein Problem. „Er hat bereits in dieser Saison wesentliche Bereiche im Training und der Spielvorbereitung übernommen“, sagt Günter Schweikardt. Es werde also einen reibungslosen Übergang geben.

Die Konstellation mit den Hauptverantwortlichen Heiko Burmeister (47) und Jürgen Schweikardt (32) gilt zunächst bis Saisonende. In den nächsten Wochen werde sich die Gesellschafterversammlung um eine langfristige Lösung bemühen, schreibt der Verein in seiner Pressemitteilung.

Für Jürgen Schweikardt kommt damit, neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer, eine zusätzliche Aufgabe hinzu. „Wir werden in der Übergangszeit einige Aufgaben intern umverteilen, so dass ich genügend zeitliche Ressourcen habe, um mit Heiko Burmeister und Karsten Schäfer zusammen das Team zu betreuen“, sagt er. Als Spieler will Jürgen Schweikardt nur im Falle einer größeren Verletzungsmisere eingreifen. „Ich denke, wir haben genügend Spieler, die meinen bisherigen Part erfüllen können“, so Schweikardt weiter.

Heute Abend Porsche Arena!

Mindestens 4500 Zuschauer sollen den TVB heute Abend in der Porsche-Arena an der Hand halten, damit er nach vielen Wochen der Erfolglosigkeit wieder einen Sieg feiert. Doch nicht nur beim TVB ist die Anspannung groß: Der Ex-Erstligist ASV Hamm-Westfalen hat nur drei Punkte Polster zu den Abstiegsplätzen. Zuletzt reichte es in eigener Halle nach der 18:11-Halbzeitführung gegen die HG Saarlouis lediglich zu einem 29:29-Unentschieden.

Remis (28:28) spielte auch der TVB im Hinspiel. Dabei hat sich das Gesicht der Hammer Mannschaft zwischenzeitlich geändert: Der israelische Nationalspieler Chen Pomeranz verabschiedete sich noch in der Hinrunde gen Großwallstadt. Der tschechische National-Kreisläufer Vaclav Vrany ist ebenso langzeitverletzt wie Rechtsaußen Lars Gudat. Dafür ist der Ex-Lemgoer Sebastian Schneider, der im linken Rückraum spielt, wieder fit.

Verletzt ist auch Torhüter Tomas Mrkva, den der ASV erst vor ein paar Wochen vom Erstligisten FA Göppingen geholt hatte. Für ihn springt Torsten Friedrich ein, der zwischenzeitlich als Co-Trainer fungierte. In der Winterpause verpflichtete der ASV vom Drittligisten VfL Potsdam den Spielmacher und Ex-Magdeburger Alexander Auerbach. Stark besetzt ist Hamm auch im rechten Rückraum mit dem Ex-Nordhorner Matthias Struck und Junioren-Nationalspieler Tim Dalhaus sowie auf Außen mit Andreas Simon und Dirk Hartmann.