“Lechzen nach einem Erfolgserlebnis”

Die Stimmung beim TV Bittenfeld war logischerweise schon besser, 2:10 Rückrundenpunkte drücken aufs Gemüt. Ausgerechnet jetzt muss der TVB beim besten Heimteam der Liga antreten: Die HSG Nordhorn-Lingen hat die Aufstiegsplätze noch im Blick. Der Bittenfelder Trainer gibt sich kämpferisch. „Wir lechzen nach einem Erfolgserlebnis“, sagt Günter Schweikardt.

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Keine Frage: Es sind nicht die Tage des TV Bittenfeld. In der Rückrundentabelle ziert er den Schluss und muss höllisch aufpassen, dass er nicht in eine ähnliche Abwärtsspirale gerät wie in der vergangenen Saison. Da war der TVB zwar mit 8:2 Punkten aus der WM-Pause gekommen. Danach indes folgte eine beispiellose Pleitenserie mit neun Spielen ohne Sieg. Die beendete Bittenfeld ausgerechnet bei der Premiere in der Scharrena, sicherte sich am fünftletzten Spieltag den Ligaverbleib. Gegner beim 31:30-Sieg war – die HSG Nordhorn-Lingen.

Das könnte ein gutes Omen sein für die schwierige Aufgabe am Sonntag (17 Uhr). In Nordhorn möchten die Bittenfelder endlich zurück in die Spur. Zumal die Aufgaben in den kommenden Wochen nicht leichter werden: Im April geht’s gegen den Ersten TV Emsdetten und Zweiten Bergischer HC. „Ein Sieg in Nordhorn würde uns natürlich sehr gut tun, auch im Hinblick auf unser nächstes Heimspiel in der Porsche-Arena“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Allerdings dürfen wir nicht davon ausgehen, dass uns das gelingt.“

Zumindest die Statistik spricht gegen die Bittenfelder. Die HSG hat in eigener Halle in dieser Saison lediglich zwei Punkte abgegeben – beim 29:31 gegen den Tabellenzweiten Bergischer HC im Dezember vergangenen Jahres. Das ist die beste Heim-Bilanz aller Teams.

Nach der 24:28-Niederlage im darauffolgenden Spiel beim VfL Bad Schwartau kletterte die HSG mit den Siegen gegen Ferndorf (28:26), in Henstedt-Ulzburg (27:25) und gegen Friesenheim (34:29) klammheimlich auf Rang vier, mit nur einem Punkt Rückstand auf die Aufstiegsplätze. Zuletzt indes musste die Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann bei der 20:24-Niederlage in Saarlouis einen Rückschlag einstecken. Eine Pleite gegen Bittenfeld darf sich Nordhorn eigentlich nicht leisten, sonst wäre der Traum von der Rückkehr in die 1. Liga vermutlich vorzeitig ausgeträumt.

„Ob Nordhorn unbedingt gewinnen muss oder nicht, ändert nichts an unserer Situation“, sagt Schweikardt. „Es wird schwierig, dort etwas zu holen. Wir wissen aber, dass es möglich ist.“ In der vergangenen Saison setzte sich der TVB in Nordhorn mit 35:33 durch, auch das Hinspiel gibt durchaus Grund zur Hoffnung. Beim 27:23-Sieg zeigte der TVB eine gute Leistung, Grundlage dabei war die starke Abwehr.

Die müssen die Bittenfelder auch übermorgen stellen und dabei insbesondere zwei Spieler im Blick haben: Der niederländische National-Rechtsaußen Bobby Schagen liegt mit 154 Treffern auf Rang zwei der Zweitliga-Torschützenliste. Der linke Rückraumspieler Jens Wiese hat mit 136 Toren die meisten Treffer aus dem Feld heraus erzielt.

Die beiden machen freilich noch längst keine gute Mannschaft aus. Björn Burmester zählt zu den besten Torhütern der Liga. Mit dem Niederländer Nicky Verjans im rechten Rückraum und dem Tschechen Pavel Mickal auf Linksaußen hat die HSG zwei weitere aktuelle Nationalspieler in ihren Reihen. Auf der Spielmacherposition zieht der Ex-Dormagener Nils Meyer die Fäden. Einen verletzungsbedingten Ausfall beklagt die HSG am Kreis mit dem Zwei-Meter-Mann Luca de Boer. Der Ex-Essener Paul Trodler ist hier aber eine gute Alternative.

Günter Schweikardt hofft, dass sein Team an die ordentlichen Leistungen der Spiele in Friesenheim und Hüttenberg anknüpft. Personell sieht’s nicht schlecht aus. Jürgen Schweikardt indes plagt sich mit einer Verhärtung an der Wade herum. Ob der Einsatz des Abwehrchefs gefährdet ist, ließ sich gestern noch nicht sagen.