Gedankenspiele nach der Pleitenserie

Schlecht war die Leistung des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld gegen Bietigheim keinesfalls, doch am Ende stand eine weitere Niederlage. Die Rückrundenbilanz von 2:10 Punkten sagt alles: Kein Team war erfolgloser. „Natürlich machen wir uns Gedanken“, sagt der Trainer Günter Schweikardt. „Aber keine Situation ist so schlecht, als dass sie nicht für etwas gut sein könnte.“

In Hüttenberg schenkte der TVB nach einer über lange Phasen guten Leistung die Punkte her, im Derby gegen die SG BBM Bietigheim war’s ähnlich. „Wir hätten genauso gut vier Punkte holen können“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt. Entsprechend groß sei jetzt der Frust. „Es wäre auch schlecht, wenn das nicht so wäre.“

Ganz gut gefallen haben dem Coach die ersten 30 Minuten am Freitag, die mit der 17:13-Pausenführung belohnt wurden. Im zweiten Abschnitt habe sein Team den Vorsprung zu schnell verspielt und die Leistung vor der Pause nicht kompensieren können. „In der Abwehr haben wir zu abwartend und unentschlossen agiert und kamen im Eins-gegen-eins in den Nachteil.“ Es fehlte die Spritzigkeit und Beweglichkeit. Zudem hätten seine Spieler in den entscheidenden Phasen die Angriffe zu unvorbereitet abgeschlossen. Die Bietigheimer nutzten dies mit ihrer großen Stärke, dem Konterspiel. „Dazu sind wir in den zweiten 30 Minuten überhaupt nicht mehr gekommen.“ Die Gegenstöße hätten letztlich den Unterschied gemacht.

Am Ende stand die 30:31-Niederlage – und die ebenso deprimierende wie alarmierende Rückrunden-Bilanz von 2:10 Punkten. Selbst das Schlusslicht SG Leutershausen hat einen Zähler mehr gesammelt als die ambitionierten Bittenfelder. Aus den 24:12 Punkten und Rang drei zur WM-Pause wurden 26:22 und das Aus im Aufstiegskampf. „Natürlich ist das für uns sehr enttäuschend“, sagt Schweikardt. „Und wir müssen uns schon fragen, ob wir uns vielleicht falsch vorbereitet haben.“

Dass sein Team jetzt befreit aufspielen kann, sieht der Coach nicht: „Im Gegenteil: Jede weitere Niederlage wird noch mehr schmerzen.“ Die Situation sei zwar jetzt zweifellos schwierig. Das Ziel indes, das sich der TVB vor der Saison gesetzt hatte, sei nach wie vor möglich. „Wir wollten ins erste Tabellendrittel. Wir werden alles daransetzen und keinesfalls jetzt nachlassen.“

In gewisser Weise richtet sich Schweikardts Blick bereits auf die neue Saison. Er hofft, dass der eine oder andere Spieler, der bisher nicht so viele Spielanteile hatte, seine Chance nutzt und sich in den Vordergrund spielt. „Mich würde das sehr freuen.“
Um sein Saisonziel zu erreichen, braucht der TVB schleunigst ein Erfolgserlebnis. Am besten gleich am Sonntag beim Tabellenvierten HSG Nordhorn-Lingen, dem letzten Spiel vor dem zweiten Auftritt in der Porsche-Arena am 22. März gegen den ASV Hamm-Westfalen.

Die Aufgaben im April haben es in sich: Mit dem TV Emsdetten und dem Bergischen HC gastieren die designierten Erstliga-Aufsteiger in der Scharrena. Bis dahin wollen die Bittenfelder wieder so weit in Form sein, um den Favoriten zumindest Paroli bieten zu können.