Bittenfeld gibt das Spiel aus der Hand

Der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen verloren. Vor 1093 Zuschauern unterlag der TVB gestern Abend beim TV Hüttenberg mit 28:30. Der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat den Kontakt zu den Aufstiegsplätzen verloren. Vor 1093 Zuschauern unterlag der TVB gestern Abend beim TV Hüttenberg mit 28:30 (14:13). Torhüter Daniel Sdunek hielt prächtig, der Angriff indes schwächelte in den entscheidenden Phasen. Zwölf Minuten vor dem Ende hatte Bittenfeld bei der 23:21-Führung alle Chancen.

Es war wieder einmal eine Niederlage der ganz bitteren Sorte für den TVB. Mit einem Erfolg beim Erstliga-Absteiger wären die Bittenfelder dem ThSV Eisenach auf den Fersen geblieben. Nun fielen sie mit der schwachen Ausbeute von 2:8 Punkten in der Rückrunde auf den sechsten Rang zurück und müssen ihre Aufstiegsambitionen bei vier Punkten Rückstand auf Rang drei erst mal begraben. Dabei hatte der TVB gestern Abend, auch dank des überragenden Torhüters Daniel Sdunek, in der 48. Minute bei der 23:21-Führung alle Trümpfe in der Hand.

Der Frust saß tief, auch bei Günter Schweikardt. „Wenn man in den entscheidenden Phasen die freien Würfe nicht nutzt, kann man so ein Spiel nicht gewinnen“, sagte der Bittenfelder Trainer unmittelbar nach dem Spiel.

Der TV Hüttenberg musste im für beide Mannschaften so wichtigen Spiel auf zwei zentrale Spieler verzichten: Linkshänder Andreas Scholz und Kreisläufer Sebastian Weber. Der TVB hingegen trat in Bestbesetzung an – und begann im Rückraum mit einer ungewohnten Formation: auf der Spielmacherposition Florian Schöbinger, halblinks Michael Schweikardt und halbrechts Lars Friedrich. Auf Letzteren, den erfolgreichsten Bittenfelder Werfer, hatten die Hüttenberger ein besonderes Auge geworfen. Das funktionierte ganz gut, der Linkshänder setzte sich nicht wie gewohnt in Szene.

Die Partie war von Beginn an ausgeglichen, wobei der TV Bittenfeld bis zum 7:7 (12.) stets einem knappen Rückstand hinterherlief. Die Probleme lagen dabei eher in der Defensive – bei beiden Mannschaften allerdings. Sowohl der zuletzt starke Hüttenberger Torhüter Matthias Ritschel als auch sein Bittenfelder Gegenüber Jürgen Müller hatten nicht ihren besten Tag erwischt.

Tobias Schimmelbauer sorgte beim 8:7 für die erste Bittenfelder Führung seit dem 1:0. Dann nutzten die Gäste zwei Zeitstrafen gegen die Hüttenberger Jan-Steffen Redwitz nach einem Wechselfehler und Andreas Lex zur 11:8-Führung nach 17 Minuten. Doch auch die Heimmannschaft profitierte von den Strafen gegen Dennis Szczesny und Lars Friedrich, beim 12:12 war der Vorsprung weg.

Nach 20 Minuten kam Daniel Sdunek für den glücklosen Müller zwischen die Pfosten, bei Hüttenberg ersetzte Redwitz Ritschel. Mit den beiden neuen Keepern stabilisierten sich die Defensiven, die zehn Minuten bis zur Pause waren torarm. Sdunek fand prima ins Spiel, parierte vier Würfe in Folge. Dumm nur, dass die Angreifer die Vorlage des Routiniers nicht zu einer höheren Pausenführung (14:13) nutzten.

Sdunek machte im zweiten Spielabschnitt dort weiter, wo er im ersten aufgehört hatte. Doch vorne ließ der TVB weiter beste Möglichkeiten liegen. Vor allem Rechtsaußen Peter Jungwirth, der stark begonnen hatte, versagten ein ums andere Mal die Nerven. Trotzdem hatten die Bittenfelder nach der Pause stets knapp die Nase vorne (16:15/19:17/21:19). Sie verpassten es allerdings mehrfach, das Polster auszubauen. Mitte der zweiten 30 Minuten wurde es hektisch und härter auf dem Spielfeld. In doppelter Überzahl gelang dem TVB lediglich ein Treffer zum 23:21 (48.) – und er leistete sich anschließend die wohl spielentscheidenden Fehlwürfe und Fehlabspiele. Daniel Wernig besorgte beim 24:23 die erste Hüttenberger Führung seit dem 7:6.

Wernig legte gleich zweimal nach, auch Florian Laudt traf. Beim 27:23 hatte der TV Hüttenberg die Partie sechs Minuten vor dem Ende endgültig gedreht. Nach Stefan Lex’ Treffer zum 29:25 (58.) gab’s keine Zweifel mehr, wer aus diesem so bedeutenden Spiel als Sieger hervorgehen würde.

Es war ein bitterer Abend für die Bittenfelder. Bei vier Punkten Rückstand auf Eisenach muss jetzt eine Serie her, will der TVB noch einmal eingreifen im Kampf um den dritten Rang. Morgen Abend schon gibt’s Gelegenheit zur Wiedergutmachung: In der ausverkauften Scharrena erwartet der TVB um 20 Uhr die SG BBM Bietigheim zum Derby.

TV Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Pechstein (2), Andreas Lex (3/1), Lambrecht (1), Laudt (5), Faulenbach (4), Wernig (5/1), Jezewski (1), Stefan Lex (4), Fernandes (2), Pausch (2), Stock (1), Vuglac.

TV Bittenfeld: Müller, Sdunek; Schimmelbauer (2), Schöbinger (3), Kienzle, Weiß (1), Michael Schweikardt (9/7), Friedrich (3), Jürgen Schweikardt (1), Jungwirth (5), Baumgarten (3), Wehner, Seiz, Szczesny (1).