Bittenfeld verpasst Sprung auf Platz drei

Der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat den Sprung auf Platz drei verpasst. Den behält der ThSV Eisenach, der sich gestern Abend vor 1850 Zuschauern in der SCHARRena mit 33:27 (15:10) durchsetzte. Verdientermaßen nach einer starken Leistung, wenn auch um ein paar Tore zu hoch. Vor allem gegen Hannes Jonsson und Girts Lilienfelds fand der TVB kein Mittel.

Es war angerichtet für das große Duell um Platz drei, den die Eisenacher ohne ihren verletzten Routinier Tomas Sklenak in der stimmungsvollen Scharrena verteidigen mussten. Von Verunsicherung nach der jüngsten Pleite gegen Rostock war bei den Gästen nichts zu spüren – im Gegenteil: Sie traten von Anfang an mit großem Selbstbewusstsein auf und machten den Bittenfeldern das Leben enorm schwer.

Nach sechs Minuten sah sich der TVB bereits mit 1:4 im Hintertreffen, vier Minuten später mit 3:7. Eisenach baute in aller Ruhe seine Angriffe auf, und der TVB hatte größte Mühe, den cleveren Jonsson in den Griff zu bekommen. Dies hätte der TVB einigermaßen kompensieren können, wenn der Angriff in Fahrt gekommen wäre. Da indes fiel dem TVB reichlich wenig ein gegen die zupackende 6:0-Deckung. Der Rückraum versprühte zu wenig Torgefahr, und der Kreisläufer Simon Baumgarten war über 60 Minuten vom bärenstarken Eisenacher Innenblock Nikolai Hansen/Branimir Koloper nahezu abgemeldet. Und wenn die Bittenfelder zum Abschluss kamen, scheiterten sie am reaktionsschnellen Stanislav Gorobtschuk.

Nach einer Viertelstunde kam der TVB besser ins Spiel, hatte nach Lars Friedrichs Treffer zum 8:9 den Anschluss hergestellt (19.) – und rannte sogleich wieder einem größeren Rückstand hinterher. Dabei haderte er – im einen oder anderen Fall durchaus zurecht – mit dem Entscheidungen der unsicheren Schiedsrichter Martin Harms und Jörg Mahlich. Eisenach nutzte drei Zeitstrafen gegen den TVB und leichte Fehler zur 15:10-Halbzeitführung.

Nach der Pause versuchten die Bittenfelder, die Gästedeckung mit zwei Kreisläufern auszuhebeln. Und tatsächlich lief’s nun vorne etwas besser, auch die Abwehr agierte zunächst entschlossener. Allerdings war der Angriff viel zu rechtslastig. Torgefahr ging ausschließlich vom nun energischen Friedrich aus, Dominik Weiß erwischte keinen guten Tag. Nach nur fünf Minuten, Tobias Schimmelbauer traf zum 15:16, war der TVB wieder dran. Und auch nach Peter Jungwirths 17:18 (42.) war die Hoffnung da auf die Wende. Zumal sich Jonsson ein kleines Päuschen gönnte. Dumm nur für den TVB, dass er nun einen anderen Eisenacher nicht in den Griff bekam: Linkshänder Girts Lilienfelds narrte die Bittenfelder Deckung nach Belieben. Entweder er traf selbst oder er holte Strafwürfe heraus, die Nick Heinemann allesamt sicher verwandelte.

Also lief der TVB zum wiederholten Mal dem Rückstand hinterher. Nach Friedrichs 24:25 war acht Minuten vor dem Ende noch genügend Zeit, das Spiel zu drehen. Die Eisenacher indes waren zu abgezockt. Auch die doppelte Manndeckung gegen Jonsson und Lilienfelds brachte sie nicht aus der Fassung. Ein bisschen Pech hatte der TVB allerdings auch. Als alle mit einem Stürmerfoul der Gäste rechneten, entschieden die Schiedsrichter auf Siebenmeter, der zum 24:26 führte. Anschließend leistete sich Bittenfeld zwei Fehlabspiele, und beim 24:28 (55.) war die Partie gelaufen. Jonsson bekam wieder Lust und spazierte ein paar Mal durch die jetzt offensive Deckung, mit welcher der TVB das Unmögliche noch möglich machen wollte.

Der 33:27-Sieg der Eisenacher spiegelte zwar nicht ganz den Spielverlauf wider. Dass er verdient war, steht jedoch außer Frage. Die Gäste waren ausgeglichener besetzt und leisteten sich viel weniger leichte Fehler als der TVB. Und sie machten den deutlich reiferen Eindruck.

TV Bittenfeld: Müller, Sdunek; Schimmelbauer (1), Schöbinger (2), Kienzle, Weiß (1), Michael Schweikardt (4/1), Friedrich (10/1), Jürgen Schweikardt (5/5), Jungwirth (3), Baumgarten (1), Wehner, Seiz, Szczesny.

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk, Trautvetter, Wöhler (3), Jonsson (9/1), Luther (3), Miljak (1), Kaluzinski, Hansen (1), Schiffner, Heinemann (7/6), Lilienfelds (9), Koloper, Stölzner.