“Durchschnitt reicht eben nicht”

Wohin führt der Weg des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld? Sollte der TVB in Friesenheim die dritte Niederlage in Folge kassieren, wäre der Kontakt zu den Aufstiegsplätzen verloren. Der TVB müsste unter Umständen den Blick nach hinten richten. Der Trainer Günter Schweikardt hofft auf Wiedergutmachung. „Eine durchschnittliche Leistung reicht eben nicht“, sagt er.

Den Rückrunden-Auftakt hatten sich die Bittenfelder ganz anders vorgestellt. Von vier Punkten aus den Partien beim Aufsteiger EHV Aue und gegen den HC Empor Rostock hatten sie geträumt. Zwar hat der TVB lediglich zwei Punkte Rückstand auf den dritten Aufstiegsplatz. Die jüngsten Auftritte indes rufen die Zweifler auf den Plan: Sind die Bittenfelder womöglich doch nicht gut genug, um ins Aufstiegsrennen einzugreifen? Die nächsten Wochen werden die Antwort bringen: Am Sonntag geht’s nach Friesenheim, dann folgen die Spiele gegen die Top-Clubs Eisenach, Hüttenberg, Bietigheim und Nordhorn.

Für den Bittenfelder Trainer geht’s zunächst einmal darum, „dass wir uns auf die grundlegenden Dinge konzentrieren“. Günter Schweikardt hofft, dass seine Spieler aus dem Auftreten gegen Rostock die Lehren gezogen haben. „Eine unterdurchschnittliche oder auch durchschnittliche Leistung reicht eben nicht“, sagt er. „Das fängt bei den Torhütern an und hört bei den Außen auf.“ Torabschlüsse „mit kleinen Kunststückchen, ohne sich über die Konsequenz bewusst zu werden“, möchte der Coach nicht mehr sehen. „Wir haben jetzt die Chance, mit einem Sieg in Friesenheim die Niederlage gegen Rostock auszugleichen.“

Im Hinspiel rettete der TVB den knappen 27:26-Sieg ins Ziel. Nach 0:6 Punkten zum Saisonauftakt sorgten die Eulen anschließend nicht nur einmal für Aufsehen: Sie gewannen beim heimstarken Tabellendritten Eisenach (28:26), fügten dem Spitzenreiter Emsdetten beim 26:23 eine von nur zwei Niederlagen zu, schossen den Erstliga-Absteiger TV Hüttenberg mit 30:21 aus der Halle und entführten mit 31:30 auch beim Zweiten Bergischer HC beide Punkte.

Damit spielte sich die TSG in den Kreis der Teams, die sich Hoffnungen auf den Aufstieg machen dürfen. Am Mittwoch indes musste die Mannschaft einen kleinen Rückschlag einstecken: In eigener Halle unterlag sie der SG BBM Bietigheim mit 28:31 und dürfte sich bei einer weiteren Niederlage am Sonntag aus dem Aufstiegsrennen verabschieden.

Die Friesenheimer haben, wie bereits in der vergangenen Saison, erneut mit großem Verletzungspech zu kämpfen. Derzeit fehlen gleich vier Hochkaräter: Benjamin Matschke (Kreuzbandriss) wird in dieser Saison ebenso wenig eingreifen wie Ognjen Backovic (Achillessehnenriss). Stephan Just kämpft nach einer Fußsohlenverletzung um den Anschluss, Andrej Kogut (Fußverletzung) wird frühestens Anfang März wieder in den Kader zurückkehren.

Gegen Bietigheim fehlte den Eulen ein weiterer wichtiger Spieler: Der mit Zweifachspielrecht ausgestattete Cornelius Maas bekam vom TV Großwallstadt keine Freigabe. Dafür feierte der lange verletzte Linkshänder Felix Kossler ein vielversprechendes Comeback. Ob Maas am Sonntag für die Friesenheimer auflaufen wird, steht noch nicht fest. „Das macht die Spielvorbereitung nicht ganz einfach“, sagt Günter Schweikardt, der die TSG zu den stärksten Mannschaften der Liga zählt. „Von der Teamzusammensetzung hat Friesenheim alle Möglichkeiten.“

Die Mischung aus routinierten und sehr talentierten Spielern stimme. Zuletzt spielten sich Christopher Klee (20), Maximilian Kraushaar (24) und Jan Claussen (21) in den Vordergrund. Großer Rückhalt des Teams ist Kevin Klier. Der 28-Jährige gehört zu den besten Torhütern der 2. Liga. Die Bietigheimer verzweifelten am Mittwoch lange an ihm, beim 20:16-Sieg der TSG zuvor gegen Erlangen vernagelte Klier seinen Kasten über 60 Minuten.

Viel wichtiger als die Aufstellung des Gegners ist Schweikardt sein eigenes Team. Da sieht es vergleichsweise gut aus: Der TVB wird mit dem kompletten Kader nach Friesenheim reisen. Die Kranken sind wieder bei Kräften, Simon Baumgarten kehrt zurück. Michael Schweikardt hat sich ebenfalls erholt, die schmerzhafte Fersenprellung indes ist nicht ganz ausgeheilt.