WILD BOYS patzen beim EHV Aue

Die WILD BOYS des TV Bittenfeld 1898 sind mit einer 35:38 (17:22)-Auswärtsniederlage beim EHV Aue in die Rückrunde der 2. Handball-Bundesliga gestartet. Ausschlaggebend für die vielen Gegentore und die Niederlage war eine miserable Abwehrleistung und schlechtes Rückzugsverhalten. Erfolgreichster Werfer beim TVB war Simon Baumgarten mit neun Treffern.

Es bleibt dabei: Der TV Bittenfeld 1898 kann aus dem Erzgebirge keine Punkte entführen. Das Team musste sich am Samstagabend nach einem  kräftezehrenden Bundesliga-Duell einmal mehr punktlos aus der Erzgebirgshalle schleichen. In sechs Auswärtspartien konnte Bittenfeld lediglich einen Sieg in Aue holen – das liegt nun beinahe drei Jahre zurück. Eine starke Defensive hatte TVB-Trainer Günter Schweikardt vor der Reise in den Osten der Republik gefordert. „Wir müssen es Aue schwer machen, Tore zu werfen“ sagte er noch unter der Woche. Dass genau dieser Faktor das größte Manko des Abends sein sollte, stimmte den Coach nach Spielende nachdenklich und verärgerte ihn.

Dabei sah es nach der Anfangsphase vielversprechend für die WILD BOYS aus, die in Bestbesetzung anreisten. Lediglich Dominik Weiß konnte aufgrund seiner erst vor kurzem auskurierten Handverletzung nicht voll eingesetzt werden. Im Abwehrzentrum agierten Jürgen Schweikardt, Simon Baumgarten, Florian Schöbinger und Lars Friedrich. Sie bekamen über die gesamte Spielzeit hinweg die beiden besten Aue-Werfer Dener Jaanimaa und Janar Mägi nie in den Griff. Die beiden aus Estland stammenden Akteure steuerten insgesamt 19 Treffer zum Heimsieg ihres Teams bei.

Ein weiterer Pluspunkt des Abends sollte für die den EHV die Torhüterposition werden, auf der der isländische Nationaltorhüter Sveinbjörn Petursson eine gute Leistung zeigte. Daniel Sdunek zeigte im zweiten Durchgang eine ordentliche Leistung, wurde jedoch – wie sein Teamkollege Jürgen Müller – viel zu oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Stolze 22 Gegentreffer kassierte Bittenfeld in den ersten dreißig Minuten. Obwohl die Mannschaft gleich zu Beginn durch einen Doppelschlag von Simon Baumgarten mit 2:0 in Führung ging und auch beim 7:5 den Gegner kontrollierte.

Danach allerdings lief der TVB-Angriffsmotor nicht mehr rund. Aue hatte sich auf das gute Zusammenspiel von Michael Schweikardt und seinem Kreisläufer Baumgarten besser eingestellt, die Abwehr des Gastgebers wurde bissiger und rückte weiter heraus. So schlichen sich leichte Fehler ein, die Aue zu schnellen Gegenstoßtoren nutzte. Ein weiterer Faktor, den die TVB-Verantwortlichen nach der verlorenen Partie monierten war deshalb das mangelhafte Rückzugsverhalten.

Erst im zweiten Durchgang verbesserte sich die Abwehrleistung der WILD BOYS, die jetzt aggressiver an den Gegner herantraten. Im Angriff änderte sich das Bild zunächst kaum, hier schaltete sich nun zunehmend auch Jürgen Schweikardt als Spielmacher ein. Gleich vier Torchancen ließ der TVB nach dem Wiederanpfiff liegen – Dennis Szczesny setzte seinen Wurf unter Bedrängnis knapp am Tor vorbei, der Wurf von Lars Friedrich war sichere Beute von Petursson, Peter Jungwirths eleganter Heber senkte sich auf die Latte des Aue-Tores, sein anschließender Versuch wurde ebenfalls von Petursson pariert. So konnte das engagiert auftretende Team den Rückstand nicht entscheidend verkürzen und musste folglich beim 20:26-Zwischenstand (38.) sogar einen Sechs-Tore-Rückstand verschmerzen.

Umso erstaunlicher scheint die Aufholjagd, in der sich das Team nie aufgab. Zehn Minuten später schien sich das Blatt komplett zu drehen, als Michael Schweikardts Einzelaktion das  27:29 (48.) brachte. Unerklärlich bleibt jedoch, weshalb danach plötzlich nichts mehr zusammenlief und Aue innerhalb von drei Minuten wieder auf 34:30 wegzog. Doch ein weiteres Mal bewies die Mannschaft Moral und kämpfte sich vier Minuten vor dem Ende durch Florian Schöbingers Unterarmwurf auf 34:36 heran. Zwei weitere Fehlwürfe des TVB besiegelten in der Schlussphase endgültig die 35:38-Niederlage.

"Wir haben hier verdient verloren. Unsere schlechte Abwehrleistung und unser mangelhaftes Rückzugsverhalten waren ausschlaggebend für die Niederlage" sagte TVB-Trainer Günter Schweikardt nach dem bis in die Schlussphase spannenden Duell vor knapp 1.200 Zuschauern in der Erzgebirgshalle. Am kommenden Freitag müssen diese verlorenen Punkte nun gegen den HC Empor Rostock in der SCHARRena geholt werden.

 
EHV Aue:
Pétursson, Meinl – Schäfer (4), Meinhardt (3), Roch (5), Rothenburger, Berthold, Jaanimaa (10), Brykner, Mägi (9), Vesely (3), Faith (2), Uematsu (2), Otto, Kempe.
 
TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek – Schimmelbauer (1), Schöbinger (5), Kienzle, Weiß (1), M. Schweikardt (6/4), Friedrich (3), J. Schweikardt (4/1), Jungwirth (6), Baumgarten (9), Wehner, Szczesny, Seiz.