Neue Rolle: Vom Jäger zum Gejagten

Nach sechseinhalb Wochen Pflichtspielpause startet der TV Bittenfeld morgen beim Aufsteiger EHV Aue in die Rückrunde – in einer ungewohnten Rolle: Der TVB steht auf einem Aufstiegsrang und muss sich in den ausstehenden 18 Spielen den Angriffen der Verfolger erwehren. „Natürlich wollen wir Platz drei verteidigen“, sagt der Trainer Günter Schweikardt.

Beim 41:25-Sieg gegen Leipzig, der finalen Partie vor der WM-Pause, hatten es die Bittenfelder in der Scharrena so richtig krachen lassen und sich damit völlig überraschend – mit kräftiger Unterstützung der Konkurrenz – auf den dritten Platz gesetzt. „Diesen Platz haben wir uns erobert und möchten ihn natürlich verteidigen“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. „Aber wir wissen sehr wohl, dass wir 18 knappe Spiele vor uns haben werden.“ Dass der TV Bittenfeld erstmals von der Rolle der Jägers in die des Gejagten schlüpfen wird, nimmt der Coach gelassen. „Es ist klar, dass die Konkurrenz das so sieht.“

Eineinhalb Monate waren die Bittenfelder ohne Zweitligaeinsatz, die Testspiele hielten sich in Grenzen. „Wir haben uns gewissenhaft vorbereitet“, sagt Schweikardt. Jetzt freuten sich alle, Spieler wie Fans und Umfeld, auf den Rückrundenstart. Der sei, wie die Spiele zu Saisonbeginn, eminent wichtig. Eine „gewisse Unsicherheit“ sei stets zu spüren nach einer so langen Pause.

Der Gegner morgen ist diesbezüglich leicht im Vorteil: In einem vorgezogenen Spiel siegte der EHV Aue am Sonntag überraschend souverän mit 29:24 beim Erstliga-Absteiger Eintracht Hildesheim. Es war erst der zweite Auswärtssieg des Aufsteigers in dieser Saison und dürfte dem Team von Trainer Runar Sigtryggsson neues Selbstvertrauen geben im Kampf gegen den Abstieg. Die Bittenfelder mussten sich in Hildesheim mit einem 28:28-Unentschieden begnügen.

Sollte dieser Quervergleich nicht Warnung genug sein für den TVB, reicht ein Blick auf die Auswärtsbilanz in Aue: Bei fünf Auftritten reisten die Bittenfelder viermal mit leeren Händen nach Hause. Lediglich in der Saison 2007/2008 hatte der TVB beim 30:29 das bessere Ende für sich. „Wir brauchen eine gute Leistung, um dort mitzuhalten und eine sehr gute, um zu gewinnen“, sagt Schweikardt. Besonders wichtig sei es, in der hitzigen Atmosphäre der Erzgebirgshalle die Nerven zu behalten. „Disziplin und eine starke Defensive werden die wesentlichen Faktoren sei. Wir müssen es Aue schwer machen, Tore zu werfen.“ Beim 30:22-Hinspielsieg ist das den Bittenfelder gut gelungen. Allerdings dürfte der EHV Aue morgen kaum so zahnlos auftreten wie in der Scharrena. Der Neuling hat in der Liga längst die eine oder andere Duftmarke gesetzt. So holte er beim Spitzenreiter TV Emsdetten beim 30:30 einen Punkt und besiegte den Tabellenzweiten Bergischer HC mit 36:35.

Brandgefährlich ist der Rückraumspieler Dener Jaanimaa aus Estland. Der Linkshänder, in Stuttgart noch blass, avancierte zum aktuellen Torschützenkönig und wird von mehreren Erstligisten umworben.

Auf der rechten Rückraumseite stehen Sigtryggsson mit Jaanimaas Landsmann Janar Mägi und dem Ex-Magdeburger David Hansen zwei starke Spieler zur Verfügung. Eric Meinhardt zieht auf der Spielmacherposition geschickt die Fäden und harmoniert prächtig mit Kreisläufer Kevin Roch, der in der Abwehr auf der vorgezogenen Position spielt.

Überdurchschnittlich besetzt ist der EHV Aue im Tor mit dem Routinier Timo Meinl (34) und dem isländischen Nationaltorhüter Sveinbjörn Petursson (24).

Personell kann Schweikardt nahezu aus dem Vollen schöpfen. Michael Schweikardt hat seine Schulterverletzung überwunden und ist wieder voll belastbar. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Dominik Weiß. Der Rückraumspieler musste mit dem Handballtraining aussetzen, weil ihm die Naht an der Hand Probleme bereitete. Im Kader wird „der Lange“ aber morgen auf jeden Fall stehen. Inwieweit er zum Einsatz kommen wird, steht noch nicht fest.

DIe Rückrunde

Samstag, 9. Februar (17 Uhr): EHV Aue – TV Bittenfeld (Hinspiel 22:30)

Freitag, 15. Februar (20 Uhr): TV Bittenfeld – HC Empor Rostock (Hinspiel 30:33)

Sonntag, 24. Februar (17 Uhr): TSG Ludwigshafen-Friesenheim – TV Bittenfeld (Hinspiel 26:27)

Freitag, 1. März (20 Uhr): TV Bittenfeld – ThSV Eisenach (Hinspiel 23:22)

Mittwoch, 6. März (20 Uhr): TV Hüttenberg – TV Bittenfeld (Hinspiel 27:28)

Freitag, 8. März (20 Uhr): TV Bittenfeld – SG BBM Bietigheim (Hinspiel 24:32)

Sonntag, 17. März (17 Uhr): HSG Nordhorn-Lingen – TV Bittenfeld (Hinspiel 23:27)

Freitag, 22. März (20.30 Uhr/Porsche-Arena): TV Bittenfeld – ASV Hamm-Westfalen (Hinspiel 28:28)

Freitag, 12. April (20 Uhr): TV Bittenfeld – TV Emsdetten (Hinspiel 26:32)

Samstag, 20. April (20 Uhr): SG Leutershausen – TV Bittenfeld (Hinspiel 24:30)

Freitag, 26. April (20 Uhr): TV Bittenfeld – Bergischer HC (Hinspiel 26:34)

Samstag, 4. Mai (19 Uhr): VfL Bad Schwartau – TV Bittenfeld (Hinspiel 29:30)

Mittwoch, 8. Mai (20 Uhr): TV Bittenfeld – SV Henstedt-Ulzburg (Hinspiel 33:32)

Samstag, 11. Mai (19.30 Uhr): HG Saarlouis – TV Bittenfeld (Hinspiel 25:29)

Sonntag, 19. Mai (17 Uhr): TV Bittenfeld – TuS Ferndorf (Hinspiel 28:24)

Sonntag, 26. Mai (17 Uhr): Eintracht Hildesheim – TV Bittenfeld (Hinspiel 28:28)

Samstag, 1. Juni (19.30 Uhr): TV Bittenfeld – HC Erlangen (Hinspiel 23:24)

Samstag, 8. Juni (19.30): SC DHfK Leipzig – TV Bittenfeld (Hinspiel 25:41)