Die „Roten Teufel vom Bodensee“ am Zipfelbach

Zweieinhalb Wochen hatten die Bittenfelder Zweitliga-Handballer frei, am Montag startete die Vorbereitung auf die Rückrunde. Der erste Formtest steht am kommenden Samstag an: Zu Gast beim Eisele-Cup in der Gemeindehalle sind der österreichische Meister Alpla HC Hard, der neunfache Schweizer Titelträger Pfadi Winterthur sowie der norwegische Erstligist Fyllingen Bergen.

Seit drei Wochen genießen die Bittenfelder den Blick auf die Tabelle der 2. Liga: Auf den dritten Platz sind sie am letzten Spieltag der Hinrunde geklettert – und der bedeutete am Ende der Saison den Aufstieg in die 1. Liga. Der fulminante 41:25-Sieg am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen den SC DHfK Leipzig hatte zudem einen angenehmen Nebeneffekt: In der Tordifferenz, bis dato im Vergleich zur Konkurrenz ein klares Manko, hat der TVB aufgeholt. Wer weiß, ob die Tore in der Schlussabrechnung angesichts der Ausgeglichenheit der Liga nicht noch eine entscheidende Rolle spielen werden.

„Wir werden alles dafür tun, um diesen dritten Platz zu verteidigen“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. Wohl wissend, dass der Aufstiegstraum bei einem Fehlstart in die Rückrunde genauso schnell wieder zu Ende sein kann. „Ich denke, es wird eine ganz knappe Geschichte.“ Schließlich trennen den Tabellenzweiten Bergischer HC und den Neunten HC Erlangen lediglich fünf Punkte.

Am 9. Februar startet die Rückrunde. Da bleibt genügend Zeit für die Clubs, die Planungen für die neue Saison voranzutreiben. „Bei uns hält sich der Handlungsbedarf in Grenzen“, sagt Schweikardt. Strukturell sei der TVB mit seinen beiden Heimspielstätten Scharrena und Porsche-Arena gut aufgestellt. Unabhängig von der Spielklassenzugehörigkeit. Und eine große personelle Fluktuation sei nicht zu erwarten. „Die hatten wir ja zur aktuellen Spielzeit.“ Lediglich die Verträge von Daniel Sdunek, Adrian Wehner und Simon Baumgarten laufen aus.

Damit hat der TVB eine relativ große Planungssicherheit. Was allerdings nicht bedeutet, dass er völlig untätig bleiben wird. „Je nachdem, wie die Rückrunde verläuft, werden wir uns natürlich Gedanken machen müssen“, sagt Schweikardt. Aktuell indes liegt der Fokus klar auf der Vorbereitung. Am Montag stiegen die Spieler, nach individueller Vorbereitung, wieder ins Mannschaftstraining ein – und der Trainer ist zufrieden mit dem Zustand seiner Spieler. Jürgen Schweikardt kann derzeit krankheitsbedingt nicht trainieren, Dominik Weiß steigt erst nächste Woche wieder ein. Der Rückraumspieler ließ sich eine Platte aus der Hand entfernen und die Weisheitszähne ziehen. Dennis Szczesny verpasste mit der polnischen Juniorennationalmannschaft in Weißrussland die Qualifikation zur WM, ist aber wieder im Land.

Spitzenteams aus Österreich, der Schweiz und Norwegen

Bereits am Samstag werden sich die Bittenfelder beim eigenen Turnier einem ersten Formtest unterziehen. Mit den Spitzenclubs Alpla HC Hard (Österreich), Pfadi Winterthur (Schweiz) und Fyllingen Bergen (Norwegen) hat der TVB ein hochkarätiges Feld beisammen, parallel dazu wird ein Jugendturnier ausgetragen (Spielplan und Modus siehe rechts).

Die Idee, ein Vorbereitungsturnier auf die Beine zu stellen, sei mit dem Sponsor Eisele bereits vor zwei Jahren diskutiert worden, sagt der TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Vom Termin im Sommer sei angesichts der großen Konkurrenz schnell Abstand genommen worden. „Nach dem Umzug in die Scharrena können wir mit diesem Turnier weiter Spitzenhandball in Bittenfeld präsentieren.“

Dass die Gästeliste international ist, hat einen Grund: Während der Weltmeisterschaft sei das Interesse der deutschen Erstligisten an einer Turnierteilnahme nicht allzu groß. Und gegen Ligakonkurrenten wollte der TVB bewusst nicht antreten. Da hat sich das nahe gelegene Ausland angeboten. Den Kontakt zu den Norwegern stellte Florian Schöbinger her, der während seines Norwegen-Aufenthalts bei Fyllingen Bergen mittrainierte.

Weil der TV Bittenfeld viel Wert lege auf die Nachwuchsarbeit, habe er bewusst ein Jugendturnier integriert. „Wir denken, diese Kombination ist etwas Neues.“ Deshalb wird’s auch nur vier Spiele bei den Männern geben – dafür jeweils über die gewohnten 60 Minuten.

Im ersten Spiel trifft der TVB auf den aktuellen österreichischen Meister Alpla HC Hard. In der Saison 2002/03 gewann der HC erstmals den nationalen Titel. 2008 schaffte Hard als zweite österreichische Männer-Mannschaft überhaupt den Einzug in ein Europacupfinale. In der aktuellen Spielzeit beendete das Team von Trainer Markus Birger den sogenannten Grunddurchgang auf dem zweiten Tabellenplatz. Der ehemalige Pfullinger Björn Navarin spielte einst ebenso in Hard wie der Magdeburger Rechtsaußen Robert Weber (Pfadi Winterthur und Fyllingen Bergen stellen wir in der Donnerstag- und Freitagausgabe vor).

Info

Eintrittskarten gibt es in allen Easyticket-Filialen, unter www.easyticket.de sowie in der Geschäftsstelle des TVB. Im Vorverkauf kosten die Tageskarten 12 Euro für Erwachsene und 7 Euro ermäßigt. An der Tageskasse sind die Tickets für 14 und 9 Euro zu haben.