Pleite des Gegners “kein Maßstab”

Nach dem souveränen 29:25-Erfolg am Mittwoch in der Scharrena gegen die HG Saarlouis wartet auf den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld am Samstag eine weitere lösbare Aufgabe. „Wir sind aber weit davon entfernt, den Gegner zu unterschätzen“, sagt der Trainer Günter Schweikardt vor der Reise zum Aufsteiger TuS Ferndorf.

Die Gelegenheit war günstig für die Bittenfelder am Mittwochabend, ihr nicht gerade berauschendes Torverhältnis deutlich aufzubessern. Doch zum wiederholten Mal schafften sie es nicht, den taumelnden Gegner auszuknocken. Vier Treffer Differenz waren angesichts der Überlegenheit des TVB letztlich viel zu wenig. „In erster Linie zählen die Punkte und die Weiterentwicklung der Spieler“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt. Aber natürlich sei ihm klar, dass ein gutes Torverhältnis in der Schlussabrechnung quasi einen zusätzlichen Punkt bedeute. „Wenn wir weiter oben dabeibleiben möchten, müssen wir unsere Konzentration über 60 Minuten hinweg hochhalten. Die letzten zehn Minuten gegen Saarlouis waren sicher nicht mehr sehr schön.“ Der TVB ließ beste Chancen gleich reihenweise liegen.

Dass die HG Saarlouis chancenlos war in der Scharrena, lag auch an der personellen Schieflage der Gäste. Daniel Fontaine fehlte, Danijel Grgic ging angeschlagen ins Spiel und für Abwehrchef Lukasz Czertowicz war verletzungsbedingt bereits früh Schluss. Damit fehlten den Saarländern die Alternativen, sie gaben früh klein bei.

Der Gegner morgen dürfte vor eigenem Publikum ganz anders auftreten – und nach der bitteren 29:45-Pleite am Mittwoch in Rostock mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch. Nach dem SV Henstedt-Ulzburg treffen die Bittenfelder mit dem TuS Ferndorf auf den nächsten Liga-Neuling. „Die Niederlage der Ferndorfer in Rostock dürfen wir nicht als Maßstab nehmen“, sagt Schweikardt. Schon eher das 28:28 im jüngsten Heimspiel gegen die Friesenheimer Eulen. Davor bezwang der Bittenfelder Gegner den Bundesliga-Absteiger Eintracht Hildesheim mit 27:24. Beim SV Henstedt-Ulzburg, bei dem sich der TVB zum Sieg mühte, siegte der TuS mit 40:31. Gegen die Spitzenmannschaft HSG Nordhorn-Lingen unterlag er hauchdünn mit 29:30.

Wie Henstedt, so ist auch Ferndorf für den TVB ein unbeschriebenes Blatt. Bekanntester Spieler ist Simon Breuer. Der Mittelmann spielte mit dem TV Korschenbroich gegen den TVB. „Mit seiner Spielintelligenz und seinen Schlagwürfen hat er uns große Probleme bereitet“, sagt Schweikardt. Dass der TVB-Coach mit seinem Team den vierten Sieg in Folge anstrebt, steht außer Frage. „Wir haben uns in eine gute Ausgangsposition gebracht, und die wollen wir festigen.“ Er glaubt, dass nun eine wichtige Phase in der Saison ansteht. „Es wird sich in den nächsten Spielen zeigen, wer vorne dabei bleibt und wer nicht.“

Die Bittenfelder werden mit unverändertem Kader die dreieinhalbstündige Fahrt nach Nordrhein-Westfalen antreten.

Die Teams im Vergleich

 TuS FerndorfTV Bittenfeld
Bester Werfer
Tore/Siebenmeter
Dennis Aust
68/11
Lars Friedrich
78/25

Zeitstrafenkönig
Spiele/Zeitstrafen

Heider Thomas
15/11
Florian Schöbinger
14/11
Heimbilanz (S – U – N)1 – 2 – 57 – 7 – 0
Auswärtsbilanz (S – U – N)2 – 0 – 42 – 1 – 4
Zuschauerschnitt Heimspiele8791540