Ausnahmsweise kein Zittersieg des TVB

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat gestern ausnahmsweise seine Nerven und die seiner Fans nicht allzu sehr belastet. Vor 1510 Zuschauern in der Scharrena beherrschte er die schwache HG Saarlouis und siegte ungefährdet mit 29:25. Vor den Augen des kompletten Bundesliga-Kaders des VfB Stuttgart reichte dem TVB dabei eine durchschnittliche Leistung.

Gehörigen Respekt hatten die Bittenfelder vor den Saarlouiser Rückraum-Dreigestirn Tim Suton/Danijel Grgic/Daniel Fontaine. Der einzige jedoch, der sich gestern gegen die Niederlage der Saarländer stemmte, war der erst 16-jährige Suton. Fontaine, mit Zweifachspielrecht bei FA Göppingen ausgestattet, bekam vom Erstligisten keine Freigabe. Seinem Kumpel Grgic schmeckte dies offensichtlich nicht, denn der Kroate schlich seltsam lustlos übers Spielfeld.

Das lag allerdings auch daran, dass die Bittenfelder die Kreise des 35-Jährigen früh störten. Der TVB startete konzentriert, führte nach zwölf Minuten gegen die behäbigen Gäste mit 6:1. Die HG scheiterte häufig mit unplatzierten Würfen oder am guten TVB-Keeper Jürgen Müller.

Mitte der ersten 30 Minuten indes war vom anfänglichen Schwung der Bittenfelder nicht mehr viel übrig. Sie leisteten sich etliche Konzentrationsschwächen und brachten den Gegner in einer müden Partie wieder ins Spiel. Sieben Minuten blieb der TVB ohne Treffer, kassierte in Überzahl das 10:8. Erst ein Zwischenspurt kurz vor der Pause rückte die Kräfteverhältnisse beim 14:9-Halbzeitstand wieder gerade.

Fünf flotte Minuten reichten den Bittenfeldern, um beim 18:11 für eine kleine Vorentscheidung zu sorgen. Die Schiedsrichter sorgten schließlich dafür, dass ein bisschen Leben auf die Tribüne kam. Mit einigen haarsträubenden Entscheidungen zogen sich Gunnar Beyer und Thomas Schulte den Ärger der Fans zu, die sie mit einem gellenden Pfeifkonzert bedachten. Da war’s ein schwacher Trost, dass es beide Team nahezu gleichermaßen traf.

Der TVB musste jedenfalls in zweifacher Unterzahl die Gäste auf 18:14 herankommen lassen. Jürgen Müller hielt anschließend stark und begrub die Hoffnungen der Saarlouiser. Ein Doppelpack von Peter Jungwirth zum 20:14 beruhigte die Gemüter wieder. Saarlouis glaubte hernach offensichtlich nicht mehr an seine Chance. Die Gegenwehr hielt sich – abgesehen vom unermüdlichen Suton – in Grenzen. Lars Friedrich und Michael Schweikardt legten zum entscheidenden 22:14 nach (45.).

Am Ende musste die HG Saarlouis mit der 25:29-Niederlage noch zufrieden sein, da es der TVB in der Schlussviertelstunde allzu locker angehen ließ. Mit dem siebten Sieg im siebten Heimspiel verbesserte sich der TVB auf Rang vier. Nur die schlechtere Tordifferenz trennt ihn vom Aufstiegsplatz.

TV Bittenfeld: Müller, Sdunek; Schimmelbauer (2), Schöbinger (4), Kienzle, Weiß (7), Michael Schweikardt (5/2), Friedrich (5), Jürgen Schweikardt (2/1), Jungwirth (3), Baumgarten (1), Wehner, Seiz, Szczesny.

HG Saarlouis: Milosevic, Jonczyk; Krings (1), Fischer (3), Leist (1), Janiszewski, Dude (5), Kessler (3), Fetser (1), Grgic, Holzner (1), Suton (10/3), Czertowicz.