Auswärtssieg für den TVB in Henstedt

Der TV Bittenfeld 1898 hat seine Bilanz von Handball-Krimis weiter ausgebaut. Nach der dramatischen Schlussphase am vergangenen Wochenende hat der TVB an diesem Wochenende beim Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg nachgelegt. In den letzten Sekunden sicherten sich die Bittenfelder den knappen 33:32 (16:17)-Auswärtserfolg bei den Fröschen des Nordens. Erfolgreichste Werfer der WILD BOYS waren Tobias Schimmelbauer und Michael Schweikardt mit jeweils acht Treffern.

Die Bedingungen für den lang ersehnten nächsten Auswärtssieg waren recht gut, reiste der TVB doch frühzeitig mit dem Flieger nach Hamburg, um eine optimale Vorbereitung auf die Partie gewährleisten zu können. Umso unerklärlicher erscheint vor diesem Hintergrund die schwache Anfangsphase, die der TV Bittenfeld 1898 beim SV zeigte. Spielmacher Nico Kibat und Linkshänder Jan Lasse Kohnagel eröffneten den Torreigen und brachten die Hausherren mit 2:0 (2.) in Front. Für den TVB traf der zunächst glücklos agierende Tobias Schimmelbauer zum ersten Mal, Florian Schöbinger legte vom Kreis zum 2:2-Ausgleich (5.) nach. Vor allem Schimmelbauer steigerte sich im Laufe der Partie deutlich und zeigte sich bei den sich bietenden Konterversuchen treffsicher. Darüber hinaus gelangen ihm zwei Kempa-Treffer, für deren Ausführung Initiator Michael Schweikardt zuständig war.

SV Henstedt-Ulzburg konnte durch zwei Siebenmetertreffer in Folge auf 4:2 erhöhen, es folgte das 6:4 (10.) und das 9:6 (15.). Mehr als drei Treffer Vorsprung ließen die WILD BOYS allerdings nicht zu, das Team kämpfte sich zurück in die Partie und konnte aufgrund einer starken Mannschaftsleistung aus einem 10:7-Rückstand (17.) eine plötzliche 14:13-Führung (22.) erarbeiten. Doch wenige Minuten später gab der TVB aufgrund zahlreicher technischer Fehler und Fehlwürfe erneut das Zepter aus der Hand. Henstedt stellte den 15:15-Ausgleich her und konnte mit einer 17:16-Pausenführung die Seiten wechseln. Die TVB-Abwehr stand bis dahin nicht gut, Abwehrchef Jürgen Schweikardt musste wegen einer starken Grippeerkältung kurzfristig passen und fehlte als Alternative im Mittelblock.

Nach der Halbzeit hielten zwei sehenswerte Heber von Peter Jungwirth den TVB im Rennen. Der offene Schlagabtausch sollte bis zur 40. Minute andauern, danach konnte Bittenfeld auf 24:22 (43.) erhöhen. Immer wieder kam der TVB über Simon Baumgarten am Kreis zu guten Aktionen, der entweder selbst traf oder den Siebenmeter für seinen Spielmacher Michael Schweikardt herausholte. Und noch einer überzeugte im zweiten Durchgang: Der anfangs noch vom Wurfpech verfolgte Peter Jungwirth erzielte seine insgesamt fünf Treffer allesamt in der zweiten Halbzeit, zumeist per sehenswertem Heber über den gut aufgelegten Stephan Hampel im Frösche-Tor. Auch er konnte es mit seinen zahlreichen Paraden nicht verhindern, dass Bittenfeld innerhalb kürzester Zeit durch Lars Friedrich, Tobias Schimmelbauer und Peter Jungwirth auf 29:25 (49.) davonzog.

Knapp zehn Minuten vor dem Ende schienen die WILD BOYS mit einem Vier-Tore-Vorsprung die Partie nach Hause schaukeln zu können. Doch der Mannschaft von Günter Schweikardt und seinem Trainerteam unterlief ein nochmaliger Blackout, der dem TVB beinahe auf der Zielgeraden den Auswärtssieg gekostet hat. Selbst die starken Paraden von Jürgen Müller in den ersten dreißig Minuten sowie die von Daniel Sdunek im zweiten Durchgang verhinderten nicht das Herankommen des tapfer kämpfenden Bundesliga-Neulings. Exakt vier Minuten vor dem Ende traf Rasmus Gersch per Siebenmeter zum 31:30-Anschluss, 180 Sekunden später fiel der 32:32-Ausgleich durch den guten Rechtsaußen Julian Lauenroth. Der letzte Treffer von Tobias Schimmelbauer sollte den Bittenfeldern dennoch den knappen 33:32-Auswärtssieg bescheren.

„Das war eine Zitterpartie bis zum Ende gegen einen sehr engagierten Gegner mit einem guten Ergebnis für uns“ sagte TVB-Coach Günter Schweikardt nach Spielende. Ihm gefiel vor allem die Leistungssteigerung seiner Schützlinge Mitte der zweiten Halbzeit, in der sein Team mit vier Treffern Differenz das Kommando übernahm. Ein weiteres Mal verschenkten die WILD BOYS allerdings einen komfortablen Vorsprung. Dies gilt es in den kommenden Partien so schnell wie möglich abzustellen. Bereits am kommenden Mittwoch kommt die HG Saarlouis nach Stuttgart, um die Heimstärke des TVB in der SCHARRena zu prüfen.

SV Henstedt-Ulzburg:
Peveling, Noel, Hampel – Krügel, Pries, Kienzle, Kibat (6/3), Makowka (1), Kohnagel (4), Lang (3), Gersch (4/1), Lauenroth (6), Jurgeleit (5/1), Thöneböhn (2), Liebe (1).

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek – Schimmelbauer (8), Schöbinger (3), Kienzle, Weiß (2), M. Schweikardt (8/4), Friedrich (3), Jungwirth (5), Baumgarten (3), Wehner, Seiz (1), Szczesny.