TVB am Samstag gegen Henstedt-Ulzburg

Die Zeit, sich an der furiosen Schlussphase des Spiels gegen den VfL Bad Schwartau zu laben, ist vorbei. Morgen fliegt der TV Bittenfeld nach Hamburg und sollte beim SV Henstedt-Ulzburg dringend doppelt punkten. „Jeder erwartet, dass wir bei einem Aufsteiger erfolgreich sind“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. Dazu indes braucht’s eine Leistungssteigerung.

Drei Punkte aus sechs Auswärtsspielen: Diese dürftige Ausbeute wird einem Team, das um die vorderen Plätze mitspielen möchte, nicht gerecht. Also kann das Ziel des TVB für die Partie beim Neuling Henstedt-Ulzburg, zum Auftakt der englischen Woche, nichts anders heißen als zwei Punkte. Doch Vorsicht ist allemal geboten bei den „Frogs“, den Fröschen, wie sich die Handballer des SV Henstedt-Ulzburg nennen. Das nervenaufreibende Finale beim 30:29-Sieg des TVB gegen den VfL Bad Schwartau ist noch in aller Munde. Allerdings wissen die Bittenfelder sehr wohl, dass sie nur hauchdünn an der ersten Heimniederlage vorbeigeschrammt sind. Und die wäre nicht einmal unverdient gewesen.

Der TVB kämpft auch nach einem Drittel der Saison noch mit seiner Beständigkeit. In Hochform präsentiert sich derzeit kein Spieler. Dass es dennoch oft reicht für einen Sieg, mag einerseits beruhigend sein. Andererseits dürfte es so schwierig werden, sich auf Dauer in der Spitzengruppe festzusetzen. Zumal die Bittenfelder dringend ihre magere Auswärtsbilanz aufpolieren müssen. Dass der TVB bei den Spitzenteams TV Emsdetten und Bergischer HC leer ausging, dürfte zu verschmerzen sein. Die nächsten beiden Aufgaben in der Fremde sollten, zumindest der Papierform nach, zu bewältigen sein: Die Aufsteiger SV Henstedt-Ulzburg und TuS Ferndorf stehen auf Abstiegsplätzen. Schlechter platziert ist nur der SV Post Schwerin, der seine Mannschaft auf dem Spielbetrieb zurückgezogen hat und bei null Punkten steht. Andererseits haben die Neulinge den Kontakt zum Mittelfeld noch nicht verloren.

Zunächst geht’s für den TVB morgen in die Nähe von Hamburg. Das Flugzeug hebt um 9.45 Uhr in Stuttgart ab, nach der Landung geht’s für ein paar Stunden ins Hotel und von dort aus in die Halle. Dort wird der TVB als Favorit auf dem Platz stehen – was dem Gegner so unrecht sicher nicht sein dürfte: Als Neuling hat er gegen den ambitionierten TVB wenig zu verlieren. „Die Aufsteiger hoffen natürlich, dass sie ihre Heimspiele erfolgreich gestalten“, sagt Schweikardt.

Mit einem Punkt Vorsprung vor den HF Springe hatte sich Henstedt-Ulzburg die Meisterschaft in der 3. Liga Nord gesichert. Optimistisch startete das Team von Trainer Tobias Skerka in die 2. Liga, verstärkte sich auf drei Positionen. Zwei Spieler kennen den TV Bittenfeld: Nico Kibat spielte viele Jahre bei der SG BBM Bietigheim und kehrte nun wieder in seine Heimat zurück. Torhüter Jan Peveling kam vom Ligakonkurrenten HG Saarlouis. Der rechte Rückraumspieler Maik Makowka trug zuletzt das Trikot des dänischen Erstligisten Sonderjysk Elite, Rechtsaußen Lars Bastian kommt vom Erstligisten SG Flensburg-Handewitt.

Günter Schweikardt erwartet einen kampfstarken Gegner, der keinesfalls unterschätzt werden dürfe. „Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir unsere guten Phasen verlängern, die wir gegen Bad Schwartau hatten.“ Henstedt-Ulzburg werde mit aller Macht versuchen, sich von den hinteren Plätzen zu entfernen. Dabei sind die Bittenfelder gut beraten, sich auf ihr Spiel zu konzentrieren. Informationen im Überfluss gibt’s nicht gerade vom Kontrahenten, der TVB muss sich vornehmlich aufs Videostudium verlassen. Dreh- und Angelpunkt ist Spielgestalter Kibat. „Ihn müssen wir gut verteidigen“, sagt Schweikardt. Kibat bringe seine Mitspieler immer wieder in gute Positionen. Mit einem Sieg könnten die Bittenfelder ihre Position im vorderen Tabellendrittel deutlich verbessern. Unter Umständen kletterten sie – nach Punkten – auf den dritten Tabellenplatz. Der ThSV Eisenach muss am Sonntag beim Tabellenfünften HSG Nordhorn-Lingen antreten. Und die HSG ist, wie der Bergische HC und der TVB, in eigener Halle noch ohne Punktverlust.

Am Kader des TVB ändert sich nichts: Alle sind einsatzfähig, auch der unter der Woche kränkelnde Michael Schweikardt.

Aktuelles

Verletzte Spieler
Henstedt-Ulzburg: Jan Wrage (Handgelenksverletzung)
TVB: Leon Pabst (Kreuzbandriss)

Siebenmeterstatistik
Henstedt-Ulzburg hat die meisten Siebenmeter zugesprochen bekommen: 65 in 13 Spielen.

Die Teams im Vergleich

 SV Henstedt-UlzburgTV Bittenfeld
Bester Werfer
Tore/Siebenmeter
Nico Kibat
38/23
Lars Friedrich
70/25
Ältester Spieler
Jahre
Amen Gafsi
32
Daniel Sdunek
32
Heimbilanz (S – U – N)2 – 0 – 46 – 0 – 0
Auswärtsbilanz (S – U – N)1 – 0 – 51 – 1 – 4
Zuschauerschnitt Heimspiele5431560