“Unsere Maßnahmen haben gegriffen“

Sechs Spiele hat der TV Bittenfeld 1898 in seiner neuen Heimspielstätte in dieser Saison absolviert und dabei die maximale Punktzahl geholt. Warum sich der Umzug in die Stuttgarter Scharrena auch noch in anderer Hinsicht gerechnet hat, erzählt TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt im Interview mit Thomas Wagner vom Zeitungsverlag Waiblingen.



Herr Schweikardt, der Schritt von der heimischen Gemeindehalle in die Landeshauptstadt Stuttgart war durchaus mutig. Wie groß war die Angst, dass die Fans dem TVB nicht in die Scharrena folgen?




Der Schritt, nach Stuttgart zu gehen, war auf jeden Fall nötig, um konkurrenzfähig zu bleiben. Natürlich hatten wir Sorge, wie die Fans den Umzug aufnehmen würden. Deshalb haben wir uns ja von vorneherein Gedanken gemacht, wie wir unser Stammpublikum mitnehmen können.

Ein Grund für den Umzug war die Möglichkeit, ein größeres Publikum anzusprechen. Die Erfahrung bei ähnlichen Umzügen zeigt, dass ein Verein aber vor allem die Basis nicht verlieren darf. Hat das Stammpublikum den TVB nach Stuttgart begleitet?



Ein großer Teil unseres Stammpublikums hat uns nach Stuttgart begleitet, darüber sind wir sehr froh. Ich denke, unsere Maßnahmen haben gegriffen. So haben wir unsere Dauerkartenpreise stabil gehalten oder zum Teil sogar gesenkt. Auch der Shuttle-Bus, den wir gemeinsam mit der Volksbank anbieten, wird sehr gut angenommen.



Der TVB bietet in jedem Spiel Plätze für VIP-Gäste und Sponsoren an. Wie ist die Resonanz in diesem Bereich?



Mit der Resonanz sind wir sowohl qualitativ als auch quantitativ sehr zufrieden. In Bittenfeld hatten wir keine Möglichkeiten, unsere Sponsoren ordentlich zu betreuen. In der Scharrena können wir ihnen ein ganz anderes Niveau bieten.



Nachdem das Premierenspiel im Mai ausverkauft war, kamen in dieser Saison in den sechs Spielen in der Scharrena im Durchschnitt 1560 Zuschauer. Wie ist diese Zahl einzuordnen?



In der vergangenen Saison hatten wir bei normalen Spielen in der Gemeindehalle etwa zwischen 750 und 800 Zuschauer. Das heißt, wir haben die Zahl quasi verdoppelt. Darüber sind wir natürlich sehr glücklich. Eigentlich hatten wir gedacht, am Anfang wären 1250 bis 1300 eine realistische Zahl. Das Gute ist, dass wir noch Potenzial nach oben haben.



Noch wichtiger sind vielleicht die sportlichen Zahlen. In der Scharrena hat der TVB – inklusive der Partie in der vergangenen Saison – sieben Spiele ausgetragen, die er allesamt gewonnen hat. Sie stehen ja selbst noch auf dem Platz. Wie fühlt sich die Stimmung an und wie wichtig sind diese Siege auch für die Akzeptanz der neuen Spielstätte?



Sicherlich ist der sportliche Erfolg wichtig für die Akzeptanz. Wir haben zwar alle Spiele gewonnen, aber nicht immer gut gespielt. Da müssen wir uns noch verbessern. Als Spieler empfinde ich die Halle als sehr laut, die Stimmung ist gut. Ich denke, die Scharrena entwickelt sich mit jedem Spiel mehr zu einer Heimspielstätte – für die Zuschauer und auch für uns Spieler. Je mehr Erfolge wir in der Scharrena feiern, desto besser fühlt sie sich an.