Rolle des TVB: Verfolger oder Mitläufer

Die Lage ist eindeutig: Gewinnt der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld heute Abend auch sein sechstes Heimspiel, bleibt er in der Spitzengruppe. Verliert er, taucht er im tristen Mittenfeld ab. „Wir haben die Chance zu zeigen, was in uns steckt“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. Jeder wisse um die Bedeutung des Spiels. „Natürlich ist der Druck da.“

Wo geht’s hin für den TVB in dieser Saison? Nach elf Spieltagen gibt’s keine eindeutige Tendenz – auch wenn den Bittenfeldern lediglich zwei Verlustpunkte zum dritten Aufstiegsrang fehlen. Spätestens nach dem letzten Spiel vor der WM-Pause im Januar, am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Porsche-Arena gegen Leipzig, dürfte die Richtung erkennbar sein. Bis dahin sind’s noch sieben Spiele, durchweg gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte.

„Von der Papierform her stehen keine Aufstiegskandidaten auf dem Plan“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. Andererseits: Was bedeutet das schon? Zu unberechenbar und ausgeglichen ist die Liga. So ließ Tabellenführer Emsdetten zuletzt überraschend einen Punkt gegen Aue liegen. Die Bittenfelder hingegen hatten gegen den Aufsteiger keine Probleme, dafür waren sie in Emsdetten chancenlos.

Schweikardt glaubt zwar nicht, dass Emsdetten den Neuling unterschätzt hat, „aber wir werden von den Gegnern zwischenzeitlich ganz anders wahrgenommen“. Der TVB wird von vielen als Aufstiegskandidat gehandelt – und damit steigt zwangsläufig die Erwartungshaltung. So gehen die Bittenfelder auch heute Abend als Favorit ins Spiel. Auch, weil die Bilanz in der Scharrena noch makellos ist.

Der VfL Bad Schwartau indes ist an einem guten Tag zu Großem fähig. So schaltete das Team von Trainer Torge Greve in der dritten Runde um den DHB-Pokal den Erstligadritten HSG Wetzlar mit 33:30 aus, nun kommt der THW Kiel. In der Liga ist der VfL – ähnlich wie der TVB – nicht ganz so stabil. Immerhin jedoch brachten die Bad Schwartauer den Aufstiegsfavoriten Bergischer HC bei der 25:26-Niederlage in Bedrängnis.

Der Kader des VfL hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht nennenswert verändert. Mit dem Düsseldorfer Kreisläufer Henning Quade kam ein starker Spieler hinzu. „Der große Vorteil von Bad Schwartau ist, dass es in dieser Besetzung schon eine Weile zusammenspielt“, sagt Schweikardt. Vor allem die Rückraumachse Toni Podpolinski/Jan Schult/Matthias Hinrichsen sei sehr gut aufeinander eingespielt. Dahinter hat der VfL mit dem ehemaligen Nationalspieler Adrian Wagner und dem mit Zweifachspielrecht beim HSV Hamburg ausgestatteten Jan Schliedermann sehr gute Alternativen. Der 21-Jährige beherrscht als einer der wenigen die Kunst, sowohl mit rechts wie mit links werfen zu können. Gut besetzt ist der Gegner auch im Tor mit Tobias Mahncke und dem Routinier Ariel Panzer (39).

Besonders stark präsentiere sich der VfL im Eins-gegen-eins, sagt Schweikardt. Sein Team müsse in der Abwehr kompakt stehen und die Zweikämpfe gewinnen. „Für uns ist das ein ganz, ganz wichtiges Spiel“, sagt Schweikardt, der von seiner Mannschaft höchste Konzentration verlangt. „Und wir müssen individuell stärker werden.“ So schwankend wie die Leistungen des Teams sind auch die Darbietungen seiner Spieler. Kaum einer zeigt über einen längeren Zeitraum hinweg eine stabile Form.

Zumindest die personellen Voraussetzungen sind nahezu perfekt. Anders als in der vergangenen Woche gab’s keine krankheits- oder verletzungsbedingten Ausfälle. Bis auf Leon Pabst tritt der TVB also in Bestbesetzung an

Die Teams im Vergleich

 TV BittenfeldVfL Bad Schwartau
Bester Schütze
Tore/Siebenmeter
Lars Friedrich
61/22

Jan Schult
62/0

Jüngster Spieler
Alter
Dennis Szczesny
19
Finn Kretschmer
19
Heimbilanz (S – U – N)5 – 0 – 03 – 1 – 1
Auswärtsbilanz (S – U – N)1 – 1 – 41 – 2 – 3
Zuschauerschnitt Heimspiele15551838