Der TVB bei den bergischen Löwen

Chancenlos war der TV Bittenfeld beim TV Emsdetten, beim nächsten Gastspiel gegen einen Aufstiegskandidaten möchte es der TVB besser machen. Der Erstliga-Absteiger Bergischer HC ist seit acht Spielen ohne Punktverlust und unterstreicht damit seine Ansprüche auf den direkten Wiederaufstieg. Für den TVB gibt’s ein Wiedersehen mit Arnor Gunnarsson.

Nach dem Aufstieg in der Saison 2010/2011 war den Bergischen Löwen der Ligaverbleib zugetraut worden. Am Ende fehlten bei 17:51 Punkten sechs Zähler zum rettenden viertletzten Platz, so war der Erstliga-Aufenthalt bereits nach einer Saison wieder beendet.

Wie üblich nach einem Abstieg, war die personelle Fluktuation groß. Mit Hendrik Pekeler (TBV Lemgo), Kristoffer Kenneth Klev, Kleven Moen (beide Norwegen), Hendrik Knudsen (Dänemark) und Runar Kararson (TV Großwallstadt) gingen zentrale Spieler. Mit den Neuverpflichtungen setzte der BHC jedoch gleich ein deutliches Zeichen, wohin der Weg führen soll: umgehend zurück ins Oberhaus.

Offiziell verkündet indes wurde das Ziel – im Gegensatz zu den Jahren zuvor – diesmal nicht. Doch wer Spieler holt wie den aktuellen österreichischen Nationalspieler Viktor Szilagyi (SG Flensburg-Handewitt), den isländischen National-Rechtsaußen Arnor Gunnarsson (TV Bittenfeld) oder den ehemaligen deutschen Auswahlspieler Michael Hegemann (HSG Düsseldorf), der braucht sich über die Favoritenrolle nicht zu wundern, welche die Konkurrenz den Löwen zu Beginn der Saison zugeschoben hat. Zumal der BHC mit dem schwedischen Junioren-Weltmeister und dreifachen schwedischen Meister Emil Berggren kurz vor dem Saisonstart im linken Rückraum noch mal nachgelegt hat.

Diejenigen, die aus der vergangenen Saison übrig blieben, sind auch nicht gerade Kreisklassenspieler. Der Kader ist gespickt mit Akteuren, die internationale Erfahrung mitbringen. Das Torhüterduo mit dem früheren tschechischen Nationalkeeper Jan Stochl und dem Ex-Junioren-Nationalspieler Mario Huhnstock zählt zu den Besten der Liga. Mit dem Österreicher Richard Wöss hat der Trainer Sebastian Hinze auf Rechtsaußen nach Gunnarsson einen zweiten Nationalspieler. Der ehemalige Düsseldorfer Max Weiß teilt sich die Position am Kreis mit dem bosnischen Meister Stanko Sabljic. Prunkstück der Bergischen Löwen ist jedoch der Rückraum. Hier hat Hinze mit Michael Hegemann, Viktor Szilagyi und Kristian Nippes sowie Jiri Vitek, Alexander Oelze und Emil Berggren zwei gleich starke Formationen zur Hand.

Was die individuelle Klasse betrifft, kann kein Team der Liga den Löwen das Wasser reichen. Unschlagbar indes ist auch der BHC nicht. Gerne erinnern sich die Bittenfelder an die Saison 2009/2010, als sie mit 43:35 die Punkte aus Solingen mitnahmen, im Jahr darauf siegte der TVB in der Gemeindehalle mit 36:28.

„Mag sein, dass die Löwen den besten Kader haben“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Andere Mannschaften sind aber auch gut besetzt.“ Aber natürlich sei der BHC der aussichtsreichste Kandidat auf den Aufstieg und gegen sein Team klar in der Favoritenrolle. Allzu viel indes möchte sich Schweikardt nicht mit dem Gegner beschäftigen. „Ich gebe auch keine Prognose ab, ob wir eine Chance haben oder nicht.“ Sein Team müsse seinen eigenen Weg finden und es schaffen, über 60 Minuten so zu spielen, wie es ihm in vielen Spielen phasenweise bereits gelungen sei. Kurz: Der TVB muss sich im „Löwenkäfig“ der Wuppertaler Uni-Halle vor mindestens 1500 Zuschauern – so viele Karten gingen im Vorverkauf weg – in Bestform präsentieren.

Außer für Gunnarsson gibt’s auch für Lars Friedrich ein Wiedersehen mit seinem Ex-Club. Der Linkshänder spielte von 2005 bis 2007 beim BHC. Ganz fit ist Friedrich allerdings nicht: Ein grippaler Infekt setzte ihn bis Mitte der Woche außer Betrieb, auch Jürgen Schweikardt kränkelte. Beide sollen aber übermorgen dabei sein, damit reisen die Bittenfelder in Bestbesetzung an.