TVB beim Spitzenreiter der 2. Bundesliga

Das Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga steigt heute Abend in der Ems-Halle in Emsdetten: Nach zweieinhalbwöchiger Spielpause muss der Tabellenvierte TV Bittenfeld beim Spitzenreiter ran. „Das ist eine reizvolle Aufgabe“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt – und eine außergewöhnlich schwierige beim derzeit vermutlich besten Team der Liga.

Die Spielabsage gegen den SV Post Schwerin und die Länderspielpause am Wochenende hatten für den TVB eine 16-tägige Zwangspause zur Folge. Dafür kommt’s jetzt knüppeldick mit den Spielen beim Ersten TV Emsdetten und Zweiten Bergischer HC. Dazwischen gastiert am Freitag mit der SG Leutershausen der stärkste Aufsteiger in der Scharrena.

Ab 19.15 Uhr an wird Lennert Brinkhoff via Live-Radio aus der Ems-Halle berichten. 

Das ist eine Spielabfolge, die den Bittenfeldern nicht so recht schmeckt. „Andererseits haben solche Spiele auch einen gewissen Reiz“, sagt Günter Schweikardt. Das Trainerteam nützte die lange Pause für eine „Zwischenvorbereitung“, die ersten zehn Tage seien von Athletikeinheiten geprägt worden. Die sogenannte zweite Luft werden die Bittenfelder in den zehn Spielen im restlichen Kalenderjahr brauchen.

In den nächsten drei Partien geht’s für den TVB zunächst einmal darum, Kontakt zu halten zu den Aufstiegsplätzen. Ein Auswärtssieg bei einem Top-Team käme den Bittenfeldern nicht ungelegen. „Wir wissen, dass wir auch in Emsdetten gewinnen können“, sagt Günter Schweikardt. „Wir werden uns jedenfalls nicht verstecken.“

Die Emsdettener sind so etwas wie die Mannschaft der Stunde. In neun Partien ließen sie nur beim 23:26 in Friesenheim Federn. Der TVE besiegte unter anderem die beiden Erstliga-Absteiger Bergischer HC (24:18) und Eintracht Hildesheim (28:25). Für einen zusätzlichen Schub sorgte der furiose 33:20-Pokalsieg gegen den Erstligisten TV Neuhausen/Erms, der in der Ems-Halle völlig chancenlos war. Nun planen die Emsdettener den nächsten Coup: Im Achtelfinale kommt der HSV Hamburg.

„In Emsdetten herrscht sicherlich derzeit Euphorie“, sagt Schweikardt. Dass die Bittenfelder nichts herschenken wollen im Münsterland, zeigt die Spielvorbereitung: Bereits gestern Nachmittag startete der Mannschaftsbus. Übernachtet wurde in Hamm, die restlichen 60 Kilometer zum Spielort bewältigt die Delegation heute.

Für Günter Schweikardt ist’s keine Überraschung, dass der Gegner nach neun Spieltagen an der Tabellenspitze steht. In der eingleisigen 2. Liga Nord zählte der TVE jahrelang zu den Spitzenteams. In der vergangenen Spielzeit verloren die Bittenfelder beide Partien: 27:31 in der Fremde und 27:34 in der Gemeindehalle. Hier verspielte der TVB eine 22:15-Führung, der Rückraumspieler Elvir Selmanovic erledigte den TVB quasi im Alleingang.

Spieler von der Qualität des Serben haben die Emsdettener einige in ihren Reihen. So gehören die Torhüter Nils Babin und der 70-fache weißrussische Nationalspieler Vitali Feshchanka zu den besten der Liga. Die beiden haben maßgeblichen Anteil an der großen Stärke des TVE: „Die Abwehr ist ganz schwer zu knacken“, sagt Schweikardt. Die 6:0-Formation ließ in fünf von neun Spielen maximal 20 Gegentreffer zu.

Auch im Angriff hat der Bittenfelder Gegner einiges zu bieten. Beispielsweise das ballgewandte und flinke isländische Rückraumduo Olafur Ragnarsson/Ernir Arnarsson. Für die Tore aus großer Distanz ist Janko Bozovic zuständig. Andrej Kurchev trug 74-mal das Trikot der weißrussischen Nationalmannschaft, Linksaußen Jeffrey Boomhouwer ist aktueller niederländischer Nationalspieler. Patrik Kvalvik spielte beim schwedischen Erstligist Ystad – dem Ex-Club von TVB-Keeper Jürgen Müller – und bildet mit Stefan Thünemann das Duo am Kreis.

„Emsdetten ist durch die Bank sehr gut besetzt“, sagt Schweikardt. „Trotzdem rechnen wir uns dort etwas aus.“ Personell jedenfalls spricht nichts gegen den zweiten Auswärtserfolg für den TVB, der in Bestbesetzung antreten wird. Der Linksaußen Tobias Schimmelbauer hat seine Schulterverletzung auskuriert.