WILD BOYS mit 27:23-Heimsieg gegen Nordhorn

Die WILD BOYS des TV Bittenfeld 1898 haben vor eigenem Publikum ihre weiße Heimweste bewahrt. Im vierten Spiel in der Stuttgarter SCHARRena gewann das Team gegen die HSG Nordhorn-Lingen mit 27:23 (11:10). Erfolgreichste Schützen waren Lars Friedrich mit sieben und Florian Schöbinger mit sechs Treffern. Extralob hat sich wiederum Torhüter Jürgen Müller verdient.

Einen guten Start erwischte der TVB am späten Sonntagnachmittag, als Lars Friedrich, Adrian Wehner und Peter Jungwirth ihr Team mit 3:1 in Führung warfen. Untypisch daran: Den dritten Treffer erzielten die Hausherren erst nach zehn Minuten. Denn die Bundesliga-Begegnung zwischen den beiden Teams wirkte über die gesamte Spielzeit hinweg sehr zerfahren und war geprägt von technischen Fehlern sowie Fehlwürfen auf beiden Seiten. Dass im ersten Durchgang sowie über die gesamte Spielzeit gesehen nicht so viele Tore fielen wie zunächst angenommen – beide Mannschaften verfügen über starke Offensivreihen –, lag auch an den Torhütern. Jürgen Müller und Björn Buhrmester zeigten gute Leistungen für ihr jeweiliges Team und glänzten mit zahlreichen Paraden.

Größter Trumpf für den TV Bittenfeld 1898 sollte die Defensivleistung der Mannschaft werden. Die Gäste aus Nordhorn-Lingen hatten nach 25 Spielminuten gerade einmal fünf Treffer auf der Habenseite, zu wenig für den ambitionierten Bundesligisten. Trainer Heiner Bültmann nahm daraufhin die Auszeit. In den verbleibenden fünf Minuten bis zur Halbzeitpause wurde die HSG stärker, profitierte von zwei Fehlpässen und einem technischen Fehler des TVB. So verkürzte Nordhorn-Lingen durch drei Treffer von Bobby Schagen auf 11:10. Bei Bittenfeld lief in diesen letzten Minuten nicht mehr viel zusammen.

Der Anfang des zweiten Durchgangs erinnerte die 1.398 Zuschauer in der SCHARRena stark an die erste Halbzeit. Mit einem Doppelschlag vom bis dahin eher glücklos agierenden Lars Friedrich konnte der TVB zunächst auf 15:12 (36.) davonziehen. Doch die HSG verkürzte erneut innerhalb von dreißig Sekunden auf 15:14 (37.), weil die WILD BOYS im Spielaufbau zu fahrlässig mit ihren Chancen umgingen. Das Hin und Her setzte sich jedoch fort, als der aus Norwegen angereiste Florian Schöbinger zuerst am Kreis das 17:14 (43.) markierte und wenige Sekunden nach einem Ballverlust der Gäste per Dreher von Linksaußen zum 18:14 (44.) traf. Schöbinger ersetzte auf Linksaußen den verletzten Tobias Schimmelbauer.

Hoffnungen bei der HSG Nordhorn-Lingen kamen kurzzeitig auf, als das Team den 19:15-Rückstand (45.) auf ein 21:18 (51.) durch Paul Trodler schmelzen ließen. Die Gäste agierten in dieser Phase mit zwei Kreisläufern, um die kompakte TVB-Deckung auseinander zu reißen. Das gelang nur bedingt, Bittenfeld konnte durch die vergebenen Torchancen der Nordhorner auf 24:19 und 25:20 (55.) erhöhen und für die Vorentscheidung sorgen. In den verbleibenden Spielminuten kam die HSG zu einigen Treffern, die eine höhere Auswärtsniederlage verhinderten.

„Heute haben die Zuschauer ein eher zerfahrenes Spiel beider Mannschaften gesehen, die reihenweise Torchancen ausgelassen haben“ sagte ein erleichterter TVB-Trainer Günter Schweikardt nach dem Heimsieg. „Wir haben das Spiel heute aufgrund unserer stark verbesserten Defensivleistung gewonnen“ fügte er hinzu. Die TVB-Abwehr mit einem stark haltenden Jürgen Müller dahinter arbeitete gut zusammen und kassierte lediglich 23 Gegentreffer gegen eines der offensiv stärksten Teams der 2. Bundesliga.

Mit 10:4-Punkten hat sich der TV Bittenfeld 1898 nun im vorderen Tabellendrittel festgesetzt. Das Team rangiert auf dem vierten Platz, punktgleich mit dem Dritten ThSV Eisenach. In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, wohin die Reise für die WILD BOYS gehen wird. Zunächst trifft der TVB am kommenden Samstag auf Hamm-Westfalen, danach kommt der SV Post Schwerin nach Stuttgart. Sollte das Spiel gegen den von der Insolvenz betroffenen Verein stattfinden, steht für Bittenfeld am Mittwoch (07.11.2012) das schwere Auswärtsspiel beim TV Emsdetten an.


TV Bittenfeld 1898:

Müller, Sdunek – Schöbinger (6), Kienzle (1), Weiß (1), M. Schweikardt (3), Friedrich (7/5), J. Schweikardt (1), Jungwirth (4), Baumgarten (1), Wehner (2), Seiz, Szczesny (1).

HSG Nordhorn-Lingen:
Buhrmester, Bartels – Verjans (3), Wilmsen, Mickal (3), Miedema, Meyer (2), Schagen (7/4), Poll, Trodler (3), Terwolbeck, de Boer (2), Wiese (3).