Tobias Schimmelbauer im Interview

Vor dem Heimspiel gegen den TV 05/07 Hüttenberg hat Thomas Wagner (ZVW) mit dem Linksaußen des TV Bittenfeld 1898 gesprochen.

Herr Schimmelbauer, sind Sie mit dem Saisonstart zufrieden oder trauern Sie den verlorenen Punkten in Rostock nach?

Natürlich sollte unser Anspruch sein, in Rostock zu bestehen. An schlechten Tagen kann man in der 2. Liga allerdings gegen jeden Gegner Probleme bekommen. Da wir in Eisenach einen Big Point gelandet haben, können wir mit dem Start zufrieden sein.

In Eisenach überzeugte der TVB vor allem in der Deckung, die schwächelte in Hüttenberg immens. Haben Sie dafür eine Erklärung?

In Eisenach waren wir unglaublich gut auf den Gegner vorbereitet. Jeder wusste genau, was auf ihn zukommt. Dazu kam der überragende Jürgen Müller. In Hüttenberg hatte ich bereits nach 13 Minuten meine zweite Zeitstrafe, und da Micha Schweikardt wegen Grippe fehlte, mussten wir auf unsere weniger eingespielte 6:0-Abwehr umstellen. Zudem fehlte mit Flo Schöbinger eine weitere Alternative.

Welchen Einfluss hat eine wacklige Defensive eigentlich auf die Offensivleistung? Riskiert man da weniger, weil man weiß, dass ein Treffer umso wichtiger ist, wenn’s hinten gleich wieder klingelt?

In Sachen Risiko hat die Abwehrleistung keine Auswirkungen auf den Angriff. Allerdings kommt man, wenn es hinten jedes Mal einschlägt, zu weniger einfachen Toren durch den Gegenstoß.

Mit Eisenach und Hüttenberg hatte der TVB jetzt zwei Gegner, die ganz vorne erwartet werden und die ihre Ambitionen bisher auch unterstrichen haben. Wen zählen Sie außerdem zu den Aufstiegskandidaten?

Es wird einen erweiterten Favoritenkreis geben. Auch ein paar Spieltage vor Schluss werden noch fünf, sechs Teams im Kampf um die ersten drei Plätze im Rennen sein. Außer Eisenach und Hüttenberg rechne ich mit dem BHC, Leipzig, Bietigheim und Emsdetten. Und wir wollen im oberen Tabellendrittel natürlich auch mitmischen.

Es waren keine drei Spieltage vorbei, da meldete mit Schwerin erneut ein Verein Insolvenz an. Beschäftigt man sich als Spieler eigentlich mit solchen Dingen, die den Ruf der Sportart beschädigen?

Gerade so ein früher Zeitpunkt ruft natürlich Kopfschütteln hervor. Und da letztes Jahr in Schwerin schon über Geldprobleme geklagt wurde, fragt man sich, warum so ein Verein die Lizenz erhält. Da ich so etwas auch in Wallauer und Frankfurter Zeiten selbst mitgemacht habe, fühlt man mit den betroffenen Spielern mit.