Nicht wegweisend, aber bedeutend

Das Spitzenspiel des fünften Spieltags des 2. Liga steigt am Mittwoch in der Stuttgarter Scharrena. Mit einem Sieg gegen den Erstliga-Absteiger und Aufstiegskandidaten TV Hüttenberg setzte sich der TV Bittenfeld an der Tabellenspitze fest. „Für uns ist das ein bedeutendes Spiel gegen einen klasse Gegner“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt.

Die Rechnung ist ganz einfach: Sollte sich der TV Bittenfeld am Mittwoch gegen den TV Hüttenberg und am Freitag in Ludwigsburg gegen die SG BBM Bietigheim schadlos halten, bliebe er mit dann 10:2 Punkten bis auf weiteres im vorderen Tabellendrittel. „Von einer richtungsweisenden Woche zu sprechen, wäre sicherlich übertrieben“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Aber es ist eine große Chance für uns. Wenn es uns nicht gelingt, driften wir ins Mittelfeld ab.“

So richtig schlau sind die Bittenfelder Fans in dieser Saison noch nicht geworden aus ihrem TVB. Zu wechselhaft waren die Leistungen – vor allem in den jüngsten beiden Auftritten. Beim Benefizspiel am Donnerstag gegen den HBW Balingen-Weilstetten setzte der Zweitligist dem Erstligisten 23 Minuten lang zu und führte mit 13:11. Danach indes ging nicht mehr viel zusammen, die Niederlage fiel mit 26:37 recht deutlich aus. Noch drastischer war der Leistungsabfall tags zuvor, als der TVB im DHB-Pokal beim TV Hüttenberg nach der 23:11-Führung mit 32:39 unterlag.

In eine Sinnkrise stürzten diese beiden Auftritte den Bittenfelder Coach zwar nicht, dazu waren die Voraussetzungen vor den Spielen alles andere als optimal. Doch Schweikardt hat seine Schlüsse gezogen. „Für uns ist es wichtig, dass wir vollzählig antreten können“, sagt er. Und: Mit Defensivdarbietungen wie gegen Balingen und Hüttenberg dürfte es gegen jeden Gegner schwer werden zu bestehen. Wie’s funktionieren kann, zeigte der TVB beim 23:22-Sieg in Eisenach. Eine vergleichbare Leistung brauchen die Bittenfelder morgen, um den Hüttenberger Angriff zu zähmen. Das Problem aus Bittenfelder Sicht: Die eigentliche Stärke des Ex-Erstligisten ist dessen Defensivabteilung. „Es ist klar, dass wir eine außergewöhnliche Angriffsleistung brauchen“, sagt Schweikardt. „Aber dazu sind wir in der Lage.“

Zumindest die personellen Voraussetzungen stimmen wieder. Spielgestalter Michael Schweikardt ist wieder gesund, Florian Schöbinger reist aus Norwegen an. Der Allrounder wird auch am Freitag in Ludwigsburg sowie in den folgenden Partien gegen die HSG Nordhorn-Lingen und beim ASV Hamm-Westfalen im Team stehen.

Alles paletti also? Nicht ganz. Es gibt auch eine betrübliche Mitteilung: Die Pechsträhne von Leon Pabst scheint nicht abzureißen. Der Kreisläufer, der sich nach seinem Kreuzbandriss wieder mühevoll herangearbeitet hat, verletzte sich am Wochenende bei seinem Einsatz im Perspektivteam erneut am Knie. Wie schwer, ist noch unklar. Fraglich ist auch der Einsatz von Torhüter Daniel Sdunek, der an einem Magen-Darm-Virus erkrankt ist. Sollte er ausfallen, rückt Felix Schmidl in den Kader.

Entscheidend für den Erfolg des TVB dürfte sein, dass er die Kreise des Hüttenberger Spielmachers Florian Laudt einengen kann. Große Schwierigkeiten bereitete im Pokalspiel der Rückraumschütze Marc Pechstein.

Info

Rund 1400 Karten fürs Hüttenberg-Spiel gingen im Vorverkauf weg – so viele wie noch nie in dieser Saison. Bei Easy-Ticket und auf der TVB-Geschäftsstelle gibt’s heute noch Tickets – und natürlich Mittwoch an der Abendkasse.