Im siebten Anlauf soll ein TVB-Sieg her

Ein ganz dicker Brocken wartet am dritten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga auf den TV Bittenfeld: Der ThSV Eisenach gilt nicht nur als extrem heimstark, er hat in den ersten drei – verlustpunktfreien – Partien auch gleich seine Aufstiegs-Ambitionen unterstrichen. Der TVB will seine schwarze Serie beenden: Aus Eisenach kehrte er stets mit leeren Händen nach Hause.

Seit sechs Jahren treffen der TVB und der ThSV Eisenach zweimal im Jahr aufeinander. Viermal behielten die Bittenfelder in der Gemeindehalle die Oberhand, einmal trennten sich die Kontrahenten dort unentschieden. Die Fahrten zur Wartburg indes hätte sich der TVB durchweg sparen können, war er doch nichts weiter als ein Punktelieferant.

Im siebten Anlauf soll’s endlich klappen mit dem ersten Auswärtssieg – wobei dieses Unterfangen aller Voraussicht nach kniffliger denn je sein wird. Zum einen werden die Eisenacher, die gemeinsam mit dem TV Emsdetten ohne Punktverlust an der Spitze stehen, den TVB mit breiter Brust empfangen. Zum anderen hat sich die Mannschaft von Adalsteinn Eyjolfsson hervorragend verstärkt. Die Neuen sollen die Konstanz bringen, die dem isländischen Trainer in den vergangenen Jahren insbesondere in fremden Hallen fehlte. Vom Erstligisten TSV Hannover-Burgdorf kam der 50-fache Nationalspieler Hannes Jon Jonsson. Der Isländer ist auf der Spielmacherposition vorgesehen, auf der bei den Eisenachern bislang einer der besten Spielmacher der Liga die Akzente setzt: der tschechische Nationalspieler Tomas Sklenak. Die Abwehr und den Kreis verstärkt Nicolai Hansen, 34-facher dänischer Junioren-Nationalspieler.

Seit Jahren bewährt hat sich das Torhüterduo mit Stanislaw Gorobtschuk (24) und dem ehemaligen tschechischen Nationaltorhüter Radek Musil (38). Doppelt besetzt sind die Rückraumpositionen: Sklenak/Jonsson in der Mitte. Auf der rechten Seite teilen sich der Litauer Girts Lilienfelds und der Kroate Duje Miljak, beide ebenso Nationalspieler, die Aufgaben. Links spielen Eryk Kaluzinski und Daniel Luther. Die Qual der Wahl hat der Eisenacher Trainer auch auf den Außenpositionen mit Alexander Schiffner/Adrian Wöhler. Nick Heinemann gilt als extrem sicherer Siebenmeterschütze. Gleich drei Hochkaräter stehen am Kreis mit Kapitän Benjamin Trautvetter, Nicolai Hansen und Branimir Koloper.

In den ersten drei Saisonspielen wurden die Eisenacher ihren Ansprüchen gerecht. War der 31:28-Heimsieg gegen die HG Saarlouis noch standesgemäß, zeugten die beiden Auswärtserfolge in Leipzig (28:24) und Rostock (27:23) doch von der Stärke des ThSV. Leipzig zählt ebenfalls zu den Aufstiegskandidaten, und von der Heimstärke der Rostocker durften sich die Bittenfelder bei deren 30:33-Niederlage überzeugen. Der Eisenacher Trainer jedenfalls redete den Gegner von der Ostsee stark – und lobte damit zugleich sein Team. „Ich bin mir sicher, in Rostock werden nur wenige Mannschaften punkten“, sagte Eyjolfsson.

Der Bittenfelder Trainer hat großen Respekt vor dem Gegner – aber wie immer keine Angst. „Natürlich wissen wir um die Schwere der Aufgabe“, sagt Günter Schweikardt. „Aber wir wollen nach so langer Zeit dort endlich mal punkten.“ Andere Mannschaften hätten gezeigt, dass dies nicht unmöglich sei. In der vergangenen Saison machten Saarlouis, Friesenheim und Essen vor, wie dem ThSV in eigener Halle beizukommen ist. „Natürlich brauchen wir in der Defensive wie auch in der Offensive eine sehr gute Leistung.“ Ein wesentlicher Faktor seien die Schiedsrichter in der hitzigen Atmosphäre der Werner-Aßmann-Halle. „Das können wir allerdings nicht beeinflussen.“ In Rostock sah sich der Coach diesbezüglich nicht unbedingt im Vorteil. „Wenn wir in Eisenach bestehen könnten, wäre das ein ganz wichtiger Schritt für uns.“

Liga Kompakt

Der Ex-Bittenfelder Kai Häfner hat seinen Vertrag beim Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten um ein Jahr verlängert. Sein Trainer Rolf Brack lobt den 23-Jährigen, der eine Einladung von der Nationalmannschaft bekommen hat. Verbesserungspotenzial sieht Brack aber bei der Aggressivität in den offensiven Zweikämpfen und im Abwehrverhalten. Hier fordert Brack etwas mehr „Dirty-Playing“.

Mit 28:24 siegte FA Göppingen im Erstligaderby beim TV Neuhausen. Trotzdem war der Göppinger Coach Velimir Petkovic nicht rundum zufrieden. Nicht gefallen hat ihm beispielsweise die Leistung von Bojan Beljanski. „Wir haben gute Chancen erarbeitet“, sagte Petkovic gegenüber Handball-World. Aber die Chancen müsse man auch reinmachen. „Beljanski hat mir gesagt, er wäre ausgerutscht. Aber gute Spieler verschießen nicht. Gute Spieler rutschen auch nicht aus.“

Der Bittenfelder Kreisläufer Simon Baumgarten ist von der Fachzeitschrift Handballwoche in die Mannschaft der Woche gewählt worden.