Schweikardt moniert Spannungsverlust

Heimsiege gegen den EHV Aue und Friesenheim, eine Niederlage in Rostock: Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat keinen überragenden, jedoch einen ordentlichen Saisonstart hingelegt. Die Analyse nach dem 27:26-Erfolg am Freitag fällt Günter Schweikardt nicht ganz leicht. „Wir müssen lernen, die Spannung nach einem Vorsprung aufrechtzuerhalten“, sagt der Trainer.

Das Resultat spricht für sich. Wer mit einem Tor Differenz gewinnt, der kann nicht alles richtig gemacht haben über die 60 Minuten hinweg. So waren die Bittenfelder nach dem Zittersieg gegen die Friesenheimer „Eulen“ zwar glücklich, die Analysen nach dem Spiel indes fielen recht unterschiedlich aus. So war der TVB-Spielmacher Michael Schweikardt „mit dem Spiel nicht ganz so zufrieden, wir haben keine so gute Leistung gezeigt, allerdings stimmt das Ergebnis, und das sollte im Vordergrund stehen“. Rechtsaußen Peter Jungwirth war ein bisschen positiver gestimmt. „Wir haben bewiesen, dass wir guten Handball spielen und in den entscheidenden Momenten die Akzente setzen können.“

An der Feinabstimmung muss gefeilt werden

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Der Bittenfelder Trainer jedenfalls kann beide Einschätzungen unterschreiben. „Wir haben gute Phasen im Spiel gehabt und weniger gute“, sagt Günter Schweikardt. Deutlich stabiler als in Rostock präsentierte sich die Defensive, und dennoch gerieten die Bittenfelder Mitte der zweiten 30 Minuten arg in Bedrängnis. Und das trotz einer Fünf-Tore-Führung und Überzahl. „Wir haben nicht mehr so konzentriert abgeschlossen, und die Abwehr war nicht mehr so aufmerksam“, sagt Günter Schweikardt. Plötzlich war die Führung weg.

„Das Spiel hat wieder einmal gezeigt, dass man sich im Handball auch bei einer hohen Führung nie sicher sein kann.“ Seine Spieler müssten lernen, die Spannung auch in solchen Phasen hochzuhalten. „Daran müssen wir dringend arbeiten.“

Nachholbedarf gebe es auch in Sachen Feinabstimmung. Allen voran im Rückraum ruckelt’s mitunter auffällig, dafür funktioniert das Zusammenspiel zwischen Michael Schweikardt und Simon Baumgarten bereits hervorragend. Die Anspiele des Spielmachers und die sicheren Abschlüsse des Kreisläufers waren zwei der Matchwinner. Am Kreis hatten die Friesenheimer wenig dagegenzusetzen, hatten sie doch vor der Saison mit Alexander Becker und Steffen Bühler zwei überdurchschnittliche Spieler an Erstligisten verloren.

Vorteile hatten die Bittenfelder bei den Wechselmöglichkeiten. Als der Friesenheimer Trainer Thomas König seiner ersten Sechs die eine oder andere Erholungspause gönnte, fehlte den Eulen die Durchschlagskraft. Der TVB dagegen hatte Alternativen. In der Abwehr sowieso, aber auch im Angriff. Beispielsweise in Person von Florian Schöbinger. Der Allrounder kam, entgegen des ursprünglichen Plans, auch im dritten Saisonspiel zum Einsatz – und er wird auch in den nächsten Wochen zur Verfügung stehen. Trotz des Studiums in Norwegen. Zu den Spielen in Eisenach, gegen Hüttenberg und in Bietigheim wird Schöbinger eingeflogen.

Ausgezahlt hat sich beim TVB auch das Wechselspiel im Tor. Schon nach einer Viertelstunde schickte Günter Schweikardt Daniel Sdunek für Jürgen Müller zwischen die Pfosten. Sdunek war ein guter Rückhalt, machte aber zwölf Minuten vor dem Ende wieder Platz für Müller. Und „die Krake“ fuhr in den letzten drei Minuten gleich zweimal ihre Arme aus, parierte gegen Marco Hauk prächtig. So wurde ausgerechnet der ehemalige Bittenfelder aus Friesenheimer Sicht der tragische Held des Spiels.

Da nützte es den Eulen auch wenig, dass Arni Sigtryggsson seinen Ex-Kollegen ziemlich viel Arbeit machte.