WILD BOYS feiern zweiten SCHARRena-Heimsieg

Begeistert waren die knapp 1.500 Zuschauer in der Stuttgarter SCHARRena nach der Partie ihres TV Bittenfeld 1898 gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Mit 27:26 (13:10) fiel der zweite Heimsieg im zweiten Heimspiel etwas knapp aus, doch die zwei Punkte waren durchaus verdient gegen die engagiert auftretenden „Eulen“. Beste TVB-Werfer waren Peter Jungwirth, Simon Baumgarten und Michael Schweikardt mit jeweils sechs Treffern.

Nach dem deutlichen 30:22-Heimsieg im ersten Saisonspiel gegen Aufsteiger EHV Aue bekam das Bittenfelder Publikum in der SCHARRena am Freitagabend eine bis in die letzte Sekunde packende Bundesliga-Partie zu sehen – mit dem vielleicht etwas glücklicheren Ende für die Hausherren. Die hatten jedoch viel früher bereits mehrfach die Chance, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen und den berühmten Sack zuzumachen. So machten es die Jungs von Günter Schweikardt und seinem Trainerteam unnötig spannend, was dem Publikum wiederum Nervenkitzel pur bescherte.

Die Anfangsminuten gehörten zweifellos den Gästen aus Friesenheim, die einen Traumstart erwischten. Der TVB agierte zunächst gehemmt und nervös, die von Verletzungen gebeutelten Eulen zogen schnell auf 0:3 davon. Erst nach zehn Minuten hatten sich die Bittenfelder gefangen und in die Partie zurückgekämpft. Den 0:3-Rückstand münzten sie dank der guten Torhüterleistung von Jürgen Müller, einer immer stärker werdenden Abwehrreihe und einem bestens aufgelegten Simon Baumgarten am Kreis in eine 4:3-Führung um. Sehenswert dabei die gesamte Aktionskette, die zum erstmaligen Führungstreffer führte: Müller pariert im Tor, Michael Schweikardt sieht beim Konter den am Kreis frei stehenden Baumgarten und serviert diesem den Ball per No-Look-Pass zielgenau in die Hände.

Nachdem der TVB die Führung übernommen hatte, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, der bis zur erstmaligen Zwei-Tore-Führung der WILD BOYS anhielt (8:6). Danach übernahmen die Hausherren trotz mehrfacher technischer Fehler das Kommando auf dem Feld, der angereiste Florian Schöbinger und Neuzugang Dennis Szczesny besorgten wurfgewaltig nach sechzehn Minuten die 11:8-Führung ihres Teams. Bitter für den TVB waren gleich drei vergebene Torchancen vor der Halbzeitpause, die bereits frühzeitig einen komfortablen Vorsprung hergestellt hätten. Bei den Eulen fiel vor allem Linksaußen Philipp Grimm und Ex-Bittenfelder Arni Sigtryggsson auf. Grimm hielt mit insgesamt elf Treffern seine TSG im Spiel, Kevin Klier zeigte im Friesenheimer Tor einige starke Paraden.

Im zweiten Durchgang gelang es der Bittenfelder Mannschaft, das Tempo weiter hoch zu halten. Ein guter Start in die zweiten dreißig Minuten bescherten dem TVB eine gute Ausgangslage, um den nächsten Heimsieg einfahren zu können. Beim 18:13 (40.) durch Baumgarten – Spielmacher Schöbinger hatte seinen Kreisläufer gesehen und passgenau angespielt – schien eine Vorentscheidung zu fallen. Doch die TSG profitierte erneut von einer Schwächephase der Gastgeber, die zu früh den Abschluss suchten und einige Fehlwürfe hinnehmen mussten. Beim 22:22-Ausgleich schnupperte Friesenheim wieder unverhofft am ersten Auswärtssieg.

Allerdings zeigte der TV Bittenfeld 1898 in den Schlussminuten eine ganz starke Teamleistung. Zunächst zeigte Peter Jungwirth einen Doppelschlag zum 24:22 (53.), dann wuchtete Michael Schweikardt unter Anzeige des Zeitspiels den Ball aus bedrängter Position an den Innenpfosten ins TSG-Netz zum 25:23 (55.). Im großen Herzschlagfinale verkürzte Friesenheim vierzehn Sekunden vor Spielende mit dem siebten Feldspieler nochmals auf 27:26, allerdings zeigten sich die WILD BOYS clever und ließen nichts mehr anbrennen.

„Es war die erwartet enge und vor allem schwere Partie gegen die TSG. Wir sind glücklich über den Heimsieg vor dieser beeindruckenden Zuschauerkulisse“ sagte Trainer Günter Schweikardt nach aufreibenden sechzig Minuten. „Der Sieg fiel am Ende etwas knapp aus, aber aufgrund unserer mehrfachen Führung war er durchaus verdient“ fügte er auf der anschließenden Pressekonferenz hinzu. Der TV Bittenfeld 1898 hat damit das zweite Heimspiel in Stuttgart für sich entschieden und reist in der kommenden Woche nach Eisenach.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Sdunek – Schimmelbauer, Schöbinger (1), Kienzle, Weiß (3), M. Schweikardt (6/4), Friedrich (3/2), J. Schweikardt (1), Jungwirth (6), Baumgarten (6), Wehner, Seiz, Szczesny (1).

TSG Ludwigshafen-Friesenheim:
Klier, Gieger – Grimm (11/2), Kogut (3), Backovic (2), Klee, Kraushaar, Fritsch, Sigtryggsson (5), Hauk (3), Claussen, Schmidt, Klimek (2).