Unglückliches Unentschieden kurz vor Schluss

Der TV Bittenfeld verabschiedet sich mit einem 30:30 (15:16)-Unentschieden gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim in die Sommerpause. Im letzten Saisonspiel fällt die Entscheidung in den Schlusssekunden per Siebenmeter nach spannenden sechzig Minuten. Erfolgreichster Bittenfelder war bei der großen Abschiedsgala der Isländer Arnor Gunnarsson mit neun und Adrian Wehner mit sieben Treffern.

Die rund 950 Zuschauer sahen zum Saisonfinale nochmals ein großartiges Bundesliga-Duell in der traditionsreichen Bittenfelder Gemeindehalle, die vorerst zum letzten Mal als Spielstätte für den Zweitligisten diente. Ab der kommenden Saison werden sämtliche TVB-Heimspiele in Stuttgart ausgetragen. Zum letzten Tanz in der Gemeindehalle reisten die „Eulen“ an, die gleich von Beginn an ihre Stärken zeigten und den deutlich besseren Start hinlegten. Bittenfeld musste ohne die verletzten Arni Sigtryggsson, Jan Forstbauer und Florian Schöbinger antreten. Daneben fehlt nach wie vor der Langzeitverletzte Leon Pabst.

Schnell lag der TVB mit 1:4 zurück, mehrere einfache Fehler im Spielaufbau sowie die zunächst lückenhafte 6:0-Abwehr bescherte den Gästen nach neun Minuten das 2:6 durch den ehemaligen Bittenfelder Marco Hauk. Durch die Einwechslung von Adrian Wehner kam jedoch neuer Wind ins Angriffsspiel der Wild Boys – Wehner zeigte sich stark, erzielte in dieser Phase drei Treffer selbst und holte drei Strafwürfe für seinen Kollegen Arnor Gunnarsson heraus. Der zeigte sich gewohnt Nervenstark und verwandelte nach zwanzig Minuten sicher zum 10:12. Eine ganze Reihe von Fehlwürfen brachte die TSG auf 10:14 in Front, bevor Wehner das 13:14 (27.) besorgte, der bestens aufgelegte Alexander Heib zum 14:15 (28.) einnetzte und Linksaußen Tobias Schimmelbauer gar den 15:15-Ausgleich (29.) herstellte. Die TSG konnte kurz vor dem Seitenwechsel mit 15:16 in Führung gehen.

Wiederum den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischten die Gäste aus Friesenheim. Der TVB hatte sich fest vorgenommen, schnell den Ausgleich herzustellen und das Kommando in der Gemeindehalle zu übernehmen. Die Zuschauer sahen allerdings drei weitere schnelle Treffer der TSG, die durch unnötige Ballverluste ermöglicht wurden. Das 15:19 (32.) besorgte Philipp Grimm gegen TVB-Torhüter Felix Schmidl, der nach einer Knieverletzung von Daniel Sdunek eingewechselt wurde. Beim 16:21 (37.) betrug der Rückstand bereits fünf Tore, es zeichnete sich eine erste Vorentscheidung ab. Wehner leitete jedoch mit seinem wuchtigen Rückraumwurf ins lange Eck die Aufholjagd ein, Kreisläufer Simon Baumgarten legte elegant nach, fischte den Abpraller im Fallen aus dem Kreis heraus und markierte das 18:21 (38.). Die Treffer von Jürgen Schweikardt und Heib brachten die Heimmannschaft auf 20:21 (42.) heran.

Danach blieb die Partie lange Zeit ausgeglichen. Friesenheim legte zwar immer wieder vor, konnte sich allerdings nicht mehr entscheidend absetzen. Der 24:24-Ausgleich durch Martin Kienzle bedeutete ein Wendepunkt in der spannenden Partie. Wehner legte zur ersten TVB-Führung zum 25:24 (51.) nach, beim 27:25 und 30:28 (59.) hatte das Team alle Trümpfe in der Hand. Zwei Siebenmetertreffer durch Grimm verhinderten am Ende jedoch den doppelten Punktgewinn – der letzte Wurf Sekunden vor dem Abpfiff brachte der TSG den erhofften Ausgleichstreffer ein, nachdem der TVB seinen letzten Angriff zu früh abgeschlossen hatte.

„Natürlich ist man zunächst enttäuscht, wenn man Sekunden vor dem Ende führt und das Spiel für sich entscheiden kann“ sagte TVB-Trainer Günter Schweikardt nach Spielschluss. „Letztlich war es jedoch ein leistungsgerechtes Unentschieden, mit dem beide Teams zufrieden sein können“ fügte er hinzu. Im Anschluss an die Partie wurden sechs Bittenfelder Spieler vom Publikum verabschiedet. Urgestein Alexander Heib wird seine Krativität als Spielmacher künftig in den Dienst der Stuttgarter Kickers stellen, Arnor Gunnarsson geht zum Bergischen HC, Arni Sigtryggsson zieht es nach Friesenheim, Thorsten Salzer wechselt zum Nachbarn nach Bietigheim, Jan Forstbauer heuert bei der SG Leutershausen an und Gregor Lorger zieht es zurück in die slowenische Heimat. Daneben verabschiedete sich der TVB von seinem langjährigen Co-Trainer Klaus Hüppchen, der zusammen mit Günter Schweikardt in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit für den Verein geleistet hat. Der TV Bittenfeld bedankte sich bei den Spielern für ihren Einsatz und freut sich auf ein Wiedersehen in der kommenden Saison.

TV Bittenfeld:
Lorger, Sdunek, Schmidl – Schimmelbauer (1), Kienzle (2), Weiß (1), Schweikardt (1), Gunnarsson (9/7), Heib (4), Baumgarten (5), Wehner (7), Salzer, Seiz.

TSG Ludwigshafen-Friesenheim:
Klier, Bender – Dumitru, Grimm (9/2), Backovic (4), Klee, Brandt (3), Hauk (6), Claussen (2), Becker (6), Schwenzer, Klimek.