Vorschau: TV Bittenfeld – SC DHfK Leipzig

Drei Spiele noch, dann hat der TV Bittenfeld die lange Saison überstanden. Zu vorgezogener Stunde um 18.30 Uhr erwartet der TVB am Samstag im vorletzten Heimspiel in der Gemeindehalle mit dem SC DHfK Leipzig ein Team, das bei drei Punkten Rückstand auf Platz drei noch eine Aufstiegschance hat. TVB-Keeper Daniel Sdunek kehrt nach längerer Krankheit ins Team zurück.

Nach dem 31:30-Erfolg in der Scharrena gegen die HSG Nordhorn-Lingen und dem Ende der Serie von neun sieglosen Spielen hatten die Bittenfelder Fans darauf gehofft, dass sich ihr Team in der Schlussphase der Saison nochmals ein bisschen aufrappeln würde. Beim Vorletzten TV Korschenbroich allerdings verloren die Bittenfelder nach einer schwachen Vorstellung mit 28:35.

Mit ähnlichen Leistungen dürften die Bittenfelder in den verbleibenden drei Partien nicht mehr viele Punkte sammeln – zumal die Gegner mit Leipzig, Bietigheim und Friesenheim von anderem Kaliber sind als Korschenbroicher. Schlimmstenfalls landen die Bittenfelder am Saisonende auf dem 15. Platz. Und das, nachdem der TVB für ein paar Wochen gar vom Aufstieg träumen durfte.

Natürlich schmeckte auch dem Trainer die Leistung seiner Mannschaft in Korschenbroich nicht. „Sicher steht immer das Ergebnis im Vordergrund“, sagt Günter Schweikardt. Andererseits müssten auch die Umstände in Betracht gezogen werden. „In solchen Spielen setzt man auch mal andere Schwerpunkt.“ Will heißen: Es besteht Gelegenheit, ein bisschen etwas auszuprobieren im Hinblick auf die neue Saison.

Morgen können sich die Bittenfelder gegen eine Spitzenmannschaft beweisen im vorletzten Heimspiel in der Gemeindehalle. Die Leipziger, einziger Aufsteiger zur aktuellen Saison, zählen zweifelsohne zu den Überraschungsteams. Nach einem durchwachsenen Saisonstart mit 5:9 Punkten ließ das Team von Trainer Uwe Jungandreas 17:3 Punkte folgen – ehe ausgerechnet der TV Bittenfeld am 21. Spieltag mit dem 32:31-Sieg in Leipzig für ein Ende der Serie sorgte.

Von den folgenden neun Auswärtsspielen gewann der TVB nur noch das in Düsseldorf. Zu Hause spielten die Bittenfelder zuletzt zwar auch nicht überragend, aber immerhin etwas erfolgreicher. Ähnlich erging’s auch den Leipzigern: Seit acht Spielen ist der SC in eigener Halle ungeschlagen, auf der anderen Seite wartet der SC seit sechs Spielen auf einen Auswärtssieg. Das macht dem TV Bittenfeld Hoffnung.

Allerdings schielt Leipzig drei Spieltage vor Saisonschluss noch auf den Aufstiegsplatz bei drei Punkten Rückstand. Sollte es sich in der Gemeindehalle durchsetzen, blieben die Chancen intakt. Vorausgesetzt, der TV Neuhausen/Erms leistet sich noch einen Ausrutscher.

Das Team des SC DHfK Leipzig ist mit etlichen Spielern des Ex-Zweitligisten Delitzsch besetzt: Uli Streitenberger, Steve Baumgärtel, Thomas Oehlrich, René Boese, Eric Jacob, Till Riehn, Martin Müller und Philipp Seitle trugen einst das Concordia-Trikot – und gehören zu den Leistungsträgern beim SC. Gut bestückt ist die Torhüterposition: Michael Galia, Bruder des tschechischen Nationaltorwarts Martin Galia, und Junioren-Nationaltorhüter Oliver Krechel lassen sich sehen.

Zuletzt hatten die Leipziger beim 33:31-Sieg gegen den DHC Rheinland große Anlaufschwierigkeiten, davor setzte es eine klare 27:33-Niederlage in Bietigheim.

Trainer Uwe Jungandreas stapelte nach dem mühevollen Sieg gegen die Dormagener tief. „Ich habe den Eindruck, es mangelt uns langsam an Spannkraft“, sagte er. „Das ist auch der Grund, warum wir nicht ernsthaft in den Kampf um Platz drei eingreifen können.“

Von solchen Aussagen will sich der Trainer des TV Bittenfeld nicht blenden lassen. Leipzig habe sicherlich noch Aufstiegsambitionen und werde sich in Bittenfeld entsprechend präsentieren. „Das bedeutet aber nicht, dass wir das Spiel oberflächlich angehen – ganz im Gegenteil.“

Nach fünf Spielen Pause aufgrund einer Infektion wird Daniel Sdunek wieder ins Tor des TVB zurückkehren. Schweikardt freut sich für seinen Routinier. „Für ihn ist’s so etwas wie ein kleiner Neustart.“ Dominik Weiß hat Probleme mit den Adduktoren, er wird aber spielen.

Liga kompakt

Eine Stunde früher als üblich, nämlich um 18.30 Uhr, wird am Samstag die Zweitligapartie in der Bittenfelder Gemeindehalle zwischen dem TVB und dem SC DHfK Leipzig angepfiffen. Damit können die Sportfans im Anschluss an das Handballspiel auch das Finale der Fußball-Champions-League zwischen dem FC Bayern München und dem FC Chelsea (20.45 Uhr) ansehen – wenn sie möchten, gemeinsam mit den Spielern. Die werden das Finale im TVB-Vereinsheim verfolgen. Noch etwas wird am Samstag in der Gemeindehalle anders sein als sonst: Da Hallensprecher Uli Jaudes im Urlaub ist, wird erstmals Maren Killinger das Mikrofon übernehmen.

Wie schon in den vergangenen Jahren, hat der TV Bittenfeld die Lizenz für die kommende Spielzeit erhalten – ohne Bedingungen und Auflagen. Diese frohe Kunde erhielt Jürgen Schweikardt in seiner Funktion als Geschäftsführer der TV Bittenfeld Handball GmbH am Dienstagabend. Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), überbrachte die Nachricht telefonisch. „Dass wir die Lizenz bekommen haben, unterstreicht unsere wirtschaftlich seriöse Arbeit, die weiterhin als Fundament für sportliche Erfolge stehen soll“, sagte Jürgen Schweikardt. Nur so könne der TV Bittenfeld auch mittel- und langfristig erfolgreich sein.

Ärger hat es gegeben nach dem Spiel zwischen Post Schwerin und dem HC Erlangen (21:22): Nach dem Abpfiff sind die beiden Schiedsrichter Nils Blümel und Jörg Loppaschewski (Berlin) am Sonntag auf dem Weg in die Kabine tätlich angegriffen worden. Der Zwischenfall ist im Spielbericht vermerkt worden. „Die Schiedsrichter sind von hinten angegriffen worden, wobei es zumindest einen Schlag auf den Oberarm gegeben hat“, so Peter Rauchfuß, Schiedsrichterwart des Deutschen Handballbundes (DHB) gegenüber Handball-World. Post Schwerin muss nun mit einer Strafe rechnen.

Der SC DHfK Leipzig darf weiterhin auf das ehrenamtliche Engagement seines Aufsichtsratsmitgliedes Stefan Kretzschmar bauen. Der ehemalige Weltklassespieler und Ur-Leipziger unterstütze somit zukünftig das Projekt „Bundesliga-Handball der Männer“ in seiner Geburtsstadt weiter, ließ der Verein per Pressemitteilung verlauten.
Die HSG Nordhorn-Lingen hat die Verträge mit Stephan Wilmsen und Youngster Luca de Boer um ein weiteres Jahr verlängert. Mit diesen Vertragsverlängerungen setze die HSG weiter auf Spieler der Region, teilte der Verein mit.

Der TV Korschenbroich hat den zweiten Neuzugang für die Saison 2012/2013 unter Vertrag genommen: Aus der A-Jugend-Bundesligamannschaft des TV 05 Mülheim wechselt Spielmacher Michel Mantsch an den Niederrhein. Außer den beiden Rechtsaußen Mathias Deppisch und Philipp Liesebach, die schon in der aktuellen Spielzeit zum Kader des Zweitligisten gehören, holte der TVK mit Philipp Ruch einen jungen Torwart. Manager Kai Faltin möchte in Kürze weitere Erfolgsmeldungen verkünden. „Wir befinden uns derzeit in aussichtsreichen Gesprächen mit weiteren Kandidaten und arbeiten mit Hochdruck an unserem Kader für die Saison 2012/2013“, sagte er. Das Ziel der Korschenbroicher ist klar: Zwar haben sie wegen fehlender finanzieller Mittel ihren Lizenzantrag für die nächste Zweitliga-Saison zurückgezogen und werden in der 3. Liga antreten. Es soll aber so schnell wie möglich wieder nach oben gehen.

Tusem Essen zählte vor der Saison nicht unbedingt zu den Aufstiegsfavoriten, nun hat der Traditionsclub bereits frühzeitig die Rückkehr in die 1. Liga geschafft. Dort wollen die Essener kein finanzielles Risiko eingehen, schließlich hatten die Essener in den vergangenen sieben Jahren mit zwei Insolvenzen zu kämpfen. „Wir kaufen keine teuren Stars“, so Trainer Maik Handschke gegenüber der Handball-Woche. „Wir setzen weiter auf deutsche Talente.“

Der TV Neuhausen/Erms könnte schon am morgigen Samstag den Aufstieg in die 1. Liga perfekt machen. Dazu muss er jedoch nicht nur sein Spiel gegen den VfL Potsdam gewinnen, sondern auf Schützenhilfe gleich dreier Mannschaften hoffen: Der HC Erlangen muss gegen die HSG Nordhorn-Lingen ebenso leer ausgehen wie Leipzig in Bittenfeld und Eisenach in Emsdetten.