Arni Sigtryggsson wechselt nach Friesenheim

Arni Sigtryggsson hat bei der 28:35-Niederlage in Korschenbroich sein viertletztes Spiel für den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld bestritten. Nach der Verpflichtung von Lars Friedrich reicht für den Isländer das Budget nicht mehr, er schließt sich der TSG Ludwigshafen-Friesenheim an.

In der Winterpause der Saison 2010/2011 holten die Bittenfelder, damals in großer Not, Arni Sigtryggsson aus Dormagen – und der Isländer hatte einen fulminanten Einstand: Beim 27:26-Sieg gegen den Tabellenführer TV Hüttenberg in der Porsche-Arena entzückte der Linkshänder die Fans mit acht Toren. Mit seinen oft ansatzlosen Würfen hatte Sigtryggsson maßgeblichen Anteil daran, dass sich der TVB souverän für die eingleisige 2. Liga qualifizierte. TVB-Trainer Günter Schweikardt findet lobende Worte für den 27-Jährigen: „Arni hat sich sehr schnell und sehr gut integriert.“

Für Sigtryggsson und Friedrich reicht das Geld nicht

In der zweiten Saison indes lief’s nicht mehr so gut bei Sigtryggsson. Früh bereits plagte er sich mit einer Schulterverletzung herum, die seine Leistungen nachhaltig beeinflusste. Erst seit ein paar Wochen blitzt Sigtryggssons Können wieder auf. Die Bittenfelder sahen sich trotzdem nach einem Linkshänder für den rechten Rückraum um. „Bei Arni hat sowohl im Angriff als auch in der Abwehr die Konstanz gefehlt“, sagt Schweikardt.

Nachdem der TVB die Verpflichtung von Lars Friedrich (27/HSG Wetzlar) bekanntgegeben hatte, war abzusehen, dass für Sigtryggsson in der neuen Saison kein Platz mehr sein würde beim TVB. „Beide sind für uns nicht realisierbar“, sagt Schweikardt. Sprich: Dafür reicht das Budget nicht aus. Der Isländer hat schnell wieder einen neuen Verein gefunden: In der neuen Runde trägt er das Trikot des Ligakonkurrenten TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Die „Eulen“ haben die Verträge mit ihren beiden Linkshändern Mindaugas Veta und Nils Brandt nicht verlängert und hatten im rechten Rückraum Handlungsbedarf. Es wird also ein Wiedersehen geben mit Sigtryggsson in der nächsten Saison.

Nun hat der TVB im rechten Rückraum einen offenen Posten, mit Forstbauer und Sigtryggsson fehlen beide Linkshänder. Schweikardt und sein Trainerteam sind auf der Suche nach einem Spieler „im mittleren Alter“, der die vakante Position einnehmen kann – und der möglichst auch in der Abwehr seinen Mann stehen kann. „Das kann auch ein Rechtshänder sein“, sagt Schweikardt. „Die ersten Gespräche laufen.“

Keine Werbung für die neue Saison

Die enttäuschende Vorstellung seiner Mannschaft bei der 28:35-Niederlage in Korschenbroich hat dem Trainer wieder einmal gezeigt, „dass wir unsere Abwehr stabilisieren müssen“. Der Vorletzte und bereits abgestiegene TV Korschenbroich ließ dem TVB keine Chance, was dem Bittenfelder Trainerteam überhaupt nicht schmeckte. Dabei hatte Co-Trainer Klaus Hüppchen vor dem Spiel noch angekündigt, Werbung machen zu wollen für die neue Saison. In der Pressekonferenz nach der Partie entschuldigte er sich bei den Fans für den „katastrophalen Auftritt“ in den ersten 30 Minuten. „So etwas darf uns als TV Bittenfeld nicht passieren.“ Die Zuschauer hätten Eintritt bezahlt und ein Anrecht darauf, „dass die Mannschaften ordentlichen Handball spielen.“ Das habe der TVB 30 Minuten lang nicht gemacht.

14:21 lagen die Bittenfelder zur Pause im Hintertreffen, es bahnte sich ein Debakel an. „Korschenbroich hat absolut verdient gewonnen“, sagt Schweikardt. Sein Team habe in der Abwehr viel zu passiv agiert, vorne habe die Durchschlagskraft gefehlt. Und die Treffsicherheit. 15 Fehlwürfe leistete sich der TVB in Durchgang eins, am Ende waren’s 24. Der Gegner nutzte die schwachen Abschlüsse eiskalt mit seinen Gegenstößen aus.

Nach der Halbzeit kam der TVB etwas besser ins Spiel, verkürzte nach 42 Minuten auf vier Tore (23:27). Richtig gefährlich indes wurde er dem TVK nicht mehr – wozu auch die beiden unglücklichen Roten Karten gegen Jürgen Schweikardt und Dominik Weiß binnen einer Minute ihren Teil dazu betrugen. „Die waren beide ganz klar ungerechtfertigt und haben unsere Aufholjagd gestoppt“, sagt Günter Schweikardt.

Unabhängig von diesen Entscheidungen: Der Auftritt seines Teams beim Vorletzten passte dem Trainer überhaupt nicht. „Wir wollten an die Leistung aus dem Spiel gegen Nordhorn anknüpfen, das hat kein einziger Spieler geschafft.“ Felix Schmidl habe seine Aufgabe ordentlich erfüllt. „Aber nach diesem Spiel einen herauszuheben, wäre vermessen.“

Nach dieser neuerlichen Niederlage sind die Bittenfelder auf den 13. Rang zurückgefallen, punktgleich mit dem 15. Dort will Schweikardt sein Team am Ende der Saison nicht sehen. Es könnte aber so ausgehen, sollte sich der TVB in den verbleibenden drei schweren Aufgaben gegen den Aufstiegskandidaten Leipzig, im Derby in Bietigheim und im finalen Spiel gegen die aufstrebenden Friesenheimer nicht steigern.

Einer wird sich gegen die „Eulen“ sicherlich besonders ins Zeug legen: Arni Sigtryggsson wird seinem künftigen Club beweisen wollen, dass er den richtigen Spieler verpflichtet hat.