Bittenfeld macht den Ligaverbleib perfekt

Besser hätte es für den TV Bittenfeld nicht laufen können: Bei der Heimpremiere in der Stuttgarter SCHARRena erkämpfte sich das Team in den Schlussminuten einen knappen 31:30 (14:17)-Erfolg vor 2050 Zuschauern. Der doppelte Punktgewinn bedeutet den lang ersehnten Ligaverbleib – erolgreichster Bittenfelder Werfer war Rechtsaußen Arnor Gunnarsson mit zehn Treffern.

Der Jubel war groß bei den Spielern nach der Schlusssirene, als der letzte direkt ausgeführte Freiwurf der Nordhorner Gäste über das TVB-Tor ging. Und auch die Zuschauer bejubelten lautstark den ersten Heimerfolg für ihr Team in der neuen Heimspielstätte des TV Bittenfeld. Sie hatten die Mannschaft in den entscheidenden Minuten der Partie vorangepeitscht und gaben den TVB nach mehrmaligen Rückständen nie auf. Lange Zeit sah es jedoch nach einer Niederlage für die Wild Boys aus, die HSG Nordhorn-Lingen wollte unbedingt ihre Minimalchance auf den dritten Tabellenplatz durch einen Sieg wahren.

Den besseren Start erwischte die HSG, die nach zwei Minuten mit 2:0 führte. Bittenfeld hatte bis dahin bereits drei Fehlwürfe zu verbuchen – ein großes Problem, das der TVB-Angriff im ersten Durchgang nicht abstellen konnte und zur Halbzeit insgesamt vierzehn vergebene Würfe vorzuweisen hatte. Eine gute Rolle spielten dabei die beiden Torhüter Gregor Lorger (TVB) und Björn Buhrmester (HSG), die immer wieder gute Paraden zeigten und ihr Team im Spiel hielten. Der TVB steckte indes nicht auf, der Rückraum mit Arni Sigtryggsson und Adrian Wehner zeigte sich spielstark, alleine die Tore wollten nicht fallen. Nach zwei weiteren Fehlwürfen von Sigtryggsson war es sein isländischer Landsmann Arnor Gunnarsson, der das 2:2 markierte (6.). Der offene Schlagabtausch hatte bis zur 24. Minute Bestand (12:12), danach übernahmen die Gäste das Kommando in der SCHARRena.

Nachdem Lorger im TVB-Gehäuse zu oft von seiner Abwehr im Stich gelassen worden war, kam Felix Schmidl ins Spiel. Der zeigte bis zum Seitenwechsel zwei Paraden, konnte aber die 14:17-Führung der HSG Nordhorn nicht verhindern. Anfang der zweiten Halbzeit hielt Adrian Wehner seine Mannschaft mit drei Treffern in Folge auf Kurs, beim 17:19 (34) hatte die Zwei-Tore-Führung für Nordhorn aber immer noch Bestand. Schmidl zeigte sich in dieser Phase von seiner besten Seite und glänzte mit weiteren Paraden, die dem TVB Konterchancen ermöglichten. Der 18:19-Anschlusstreffer durch den treffsicheren Siebenmeterschützen Gunnarsson wurde von den Fans lautstark bejubelt, endlich schien sich die Partie zu wenden. Doch der ehemalige Erstligist schien immer noch eine Schippe drauflegen zu können und erhöhte erneut die Führung – der für viel Bewegung am Kreis sorgende Toon Leenders machte das 20:24 (44.), Bittenfeld schien die Partie aus der Hand zu geben.

Zwei Treffer des starken Tobias Schimmelbauer und ein unverwechselbares Tor des widergenesenen Kreisläufers Simon Baumgarten brachten den TVB auf 23:25 (47.) heran. Das 24:27 durch den schnellen Linksaußen Pavel Mickal, Nordhorns besten Werfer, rief Günter Schweikardt und sein Trainerteam auf den Plan. Nach einer kurzen Auszeit verkürzten Dominik Weiß und Schimmelbauer auf 26:27, der Anschluss war endlich hergestellt. Und exakt vier Minuten vor Spielende tauchte im rechten Rückraum plötzlich wieder der untergetauchte Arni Sigtryggsson auf, der zuerst sein Team auf 27:28 heranbrachte und kurz danach den 28:28-Ausgleichstreffer erzielte.

Und es sollte noch besser laufen für den Isländer. Seinen dritten Treffer in Folge zur 29:28-Führung für den TVB setzte er zwei Minuten vor dem Ende ins gegnerische Netz und holte zwölf Sekunden vor dem Abpfiff den entscheidenden Siebenmeter für seinen Kollegen Gunnarsson heraus. Der zeigte sich extrem nervenstark und verwandelte auch seinen sechsten Strafwurf sicher zum 31:30-Heimsieg. „Das war ein nervenaufreibendes Spiel vor einem phantastischen Publikum“ lobte Günter Schweikardt die Stimmung bei der Heimpremiere in der SCHARRena. „Wir haben uns heute zu viele Fehlwürfe in der ersten Halbzeit geleistet, aber wir haben nie aufgegeben“. Durch den Heimsieg haben die Wild Boys den Verbleib in der 2.Bundesliga frühzeitig gesichert.

TV Bittenfeld:
Lorger, Schmidl – Schimmelbauer (6), Kienzle, Weiß (3), Forstbauer (1), Schweikardt, Gunnarsson (10/6), Heib (1), Baumgarten (2), Sigtryggsson (3), Wehner (5), Salzer.

HSG Nordhorn-Lingen:
Buhrmester, Bartels – Struck (4), Lammering, Leenders (5), Mickal (7), Hombrink, Meyer (3), Schagen (5/2), Poll, Terwolbeck (1), de Boer, Wiese (5).