Bittenfeld quält sich über Ziellinie

Seit acht Spielen wartet der TV Bittenfeld auf einen doppelten Punktgewinn. Beendet der TVB am Sonntag in Schwerin die Negativserie? Die personellen Voraussetzungen sind schlechter denn je: Mit den Torhütern Daniel Sdunek und Felix Schmidl sowie den beiden Kreisläufern Florian Schöbinger und Simon Baumgarten fehlen zentrale Spieler. Zudem ist der Einsatz von Spielmacher Alexander Heib fraglich.

Es will seit Wochen nicht mehr so richtig flutschen beim TVB. Drei Unentschieden aus den jüngsten acht Begegnungen sind eine magere Bilanz. Alle zu Hause. Das 26:26 gegen Saarlouis zuletzt stand unter besonderen Vorzeichen, schließlich musste der TVB mit Leon Pabst, Simon Baumgarten und Florian Schöbinger gleich alle drei gelernten Kreisläufer ersetzen.

Ein Nachteil, der nach Ansicht des Bittenfelder Trainers Klaus Hüppchen mitentscheidend war, dass es nicht zu zwei Punkten gereicht hat. „Normalerweise bekommen wir zwischen fünf und acht Siebenmeter“, sagt er. Gegen Saarlouis gab’s nur einen Strafwurf für den TVB – und nicht einen Treffer vom Kreis.

Am Sonntag in Schwerin werden die Bittenfelder vor demselben Problem stehen: Die gelernten Rückraumspieler Thorsten Salzer, Martin Kienzle und Adrian Wehner müssen versuchen, die Experten so gut es eben geht zu ersetzen.

Der Kreis indes ist nicht die einzige Baustelle. Torhüter Daniel Sdunek ist aufgrund einer Infektion nach wie vor nicht einsatzfähig. Sduneks mit Zweifachspielrecht beim TSV Neuhausen ausgestatteter Vertreter, Felix Schmidl, ist am Sonntag unabkömmlich: Die Neuhausener können mit einem Sieg gegen Groß-Umstadt den Verbleib in der 3. Liga sicherstellen, Schmidl soll den Laden dichtmachen. Weil der Drittligist den Vorzug hat, müssen sich die Bittenfelder fügen. Zum ersten Mal wird der Noch-A-Jugendliche Max Baldreich in den Zweitliga-Kader rücken. „Im Perspektivteam hat er seine Sache in dieser Saison prima gemacht“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt.

Möglicherweise müssen die Bittenfelder übermorgen auch auf Alexander Heib verzichten. Der Spielmacher hatte zuletzt immer wieder Schmerzen im Knie, ein Außenband ist überdehnt. Wie schon gegen Saarlouis, wird Routinier Ludek Drobek vom Württembergliga-Team auf dem Mannschaftsbogen stehen.

„Normalerweise sehe ich unsere Siegchancen vor einem Spiel bei 50 Prozent“, sagt Co-Trainer Klaus Hüppchen. „Diesmal sind’s ein paar Prozent weniger.“ Die Erinnerungen ans Hinspiel sind nicht allzu gut. Vor der Partie hatte sich der TVB nach zuvor drei Siegen im Aufwind gefühlt und musste beim 28:30 eine bittere Heimniederlage einstecken. Ein paar Tage später flogen die Bittenfelder gegen den Drittligisten EHV Aue aus dem DHB-Pokal.

Aktuell sehnen sowohl der TV Bittenfeld als auch der SV Post Schwerin das Saisonende herbei – wobei die Schweriner am Sonntag den größeren Druck verspüren werden. Sie haben drei Punkte weniger auf dem Konto als der TVB.

Um ihre Halle voll zu bekommen, haben die Schweriner ihre Eintrittspreise drastisch gesenkt. Sorgenfrei ist auch der Bittenfelder Gegner nicht: Mit Ingo Heinze, Jakub Vanek und Tomas Riha sind wichtige Spieler verletzt. Einen ordentlichen Kader hat Trainer Christian Prokop aber dennoch beieinander. Torhüter Igor Levshin (37) hat 42-mal für Russland gespielt, mit Junioren-Nationaltorhüter Robert Wetzel (21) bildet er ein starkes Duo. Linksaußen Martin Murawski (24) spielte vor zwei Jahren noch beim Erstligisten Füchse Berlin. Am meisten Probleme machte den Bittenfeldern im Hinspiel der Spielgestalter Moritz Weltgen.

Auch wenn der TV Bittenfeld als Außenseiter ins Spiel geht: Klaus Hüppchen sieht durchaus Siegchancen. „Schwerin ist keine Übermannschaft“, sagt er – und hofft auf das Bayern-Gen. „Auf die Bayern hat in Madrid nach 15 Minuten auch keiner mehr gesetzt.“