Drobek steht vor seinem Comeback

Sieben Spieltage vor Saisonende hat der TV Bittenfeld sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Für den nächsten Gegner, die HG Saarlouis, ist die Luft bei vier Zählern Abstand noch dünner. Nach 1:13 Punkten haben die Saarländer den Trainer gewechselt: Goran Suton sollte André Gulbicki eigentlich erst in der neuen Saison ablösen, steht nun aber bereits morgen in der Verantwortung.

Sowohl der TV Bittenfeld als auch die HG Saarlouis hätten wohl nichts dagegen einzuwenden, ginge die Saison morgen zu Ende. Die lange Runde hat nicht nur Kraft gekostet, sondern auch reichlich Nerven. Die Bittenfelder erwischten mit 5:15 Punkten einen schwachen Saisonstart, die Serie von 17:3 Punkten ließ den TVB Anfang März vom Aufstieg träumen. Nach ernüchternden 2:12 Punkten zuletzt muss er jetzt gar den Blick wieder nach hinten richten.

Die HG Saarlouis bewegte sich in der Hinrunde stets in der vorderen Tabellenhälfte, stand zwischenzeitlich gar auf Rang fünf. Derzeit indes ist das große Zittern angesagt nach 1:13 Zählern in Serie. Den letzten doppelten Punktgewinn feierte Saarlouis – wie der TV Bittenfeld – am 7. März.

Der Abstand der HG zum ersten Abstiegsplatz beträgt vier Punkte. Das ist nicht allzu viel bei noch sieben Spielen – zumal sich die stark gefährdeten Teams VfL Potsdam und HC Empor Rostock nach Kräften wehren. Die Saarländer könnten also durchaus noch in die Bredouille kommen. Da werden Erinnerungen wach an die vergangene Spielzeit. Damals schaffte die HG erst am letzten Spieltag der eingleisigen 2. Liga mit einem Sieg gegen den Erstliga-Aufsteiger TV Hüttenberg den Sprung auf den Relegationsplatz und setzte sich anschließend in den Entscheidungsspielen gegen den Drittligisten SG Leutershausen durch.

Offensichtlich verspüren die Verantwortlichen der HG Saarlouis keine große Lust, zum zweiten Mal in Folge um den Ligaverbleib zittern zu müssen. Jedenfalls trennte sich die HG am Dienstag von ihrem Trainer André Gulbicki. „In beiderseitigem Einvernehmen‘‘ laut Pressemitteilung des Vereins. „Ich habe gesehen, dass ich keinen Einfluss mehr auf die Mannschaft habe“, sagte Gulbicki. „Seit einiger Zeit spielt sie so lethargisch, und für mich war der einzige Weg sie aufzuwecken, einen neuen Impuls von außen zu geben.“ Für den soll nun der neue Coach Goran Suton sorgen, der die Mannschaft in der nächsten Saison sowieso übernommen hätte.

Ausgerechnet Suton, mag sich der Bittenfelder Trainer denken. Günter Schweikardt und Goran Suton kennen sich sehr gut, beim A-Lizenz-Lehrgang teilten sie sogar ein Zimmer. Das bedeutet, Suton weiß Bescheid über den TVB und kann seine neue Mannschaft damit bestens auf den Gegner einstellen.

Den Bittenfeldern wär’s recht, kehrte der neue Saarlouiser Besen erst von Sonntag an besser. Schließlich braucht auch der TVB noch den einen oder anderen Punkt aus den letzten sieben Partien. Wobei es das Restprogramm der Abstiegskonkurrenten VfL Potsdam und HC Empor Rostock in sich hat: Beide müssen noch gegen den Tabellenführer TSV GWD Minden sowie die Aufstiegskandidaten TV Neuhausen/Erms, TUSEM Essen und ThSV Eisenach antreten. Zudem werden sie sich im direkten Duell die Punkte gegenseitig abluchsen.

Das Aufgaben der Konkurrenz indes interessieren Günter Schweikardt weniger. Er will gegen Saarlouis nach sieben Spielen ohne Sieg endlich wieder zwei Punkte – ganz egal, wie schlecht die personellen Voraussetzungen auch sind. „Wir müssen das irgendwie kompensieren“, sagt Schweikardt.

Torhüter Daniel Sdunek (Infektion) wird weiterhin ausfallen, Alexander Heibs Einsatz steht wegen Kniebeschwerden auf der Kippe. Bis Mittwoch hat der Spielmacher nicht handballspezifisch trainiert. Definitiv wird der TVB auf Simon Baumgarten (Einriss der schrägen Bauchmuskulatur) und Florian Schöbinger (Mittelhandbruch) verzichten müssen. Damit fehlen nicht nur die beiden Stammkreisläufer, sondern auch zentrale Abwehrspieler. Und das gegen den zweitbesten Angriff der Liga. Nur Tabellenführer TSV GWD Minden hat mehr Tore erzielt als Saarlouis.

Um die Abwehr zu stärken, hat Schweikardt Ludek Drobek reaktiviert. Der Routinier ist vor dieser Saison kürzergetreten und spielt im Württembergligateam des TVB. Die Aufgabe am Kreis werden sich aller Voraussicht nach Adrian Wehner, Thorsten Salzer und Youngster Martin Kienzle teilen. Wieder im Kader sein wird auch Rechtsaußen Michael Seiz, der in Eisenach einige gute Szenen hatte.

Besonders gefährlich bei der HG Saarlouis ist das Rückraumduo Daniel Fontaine – er wechselt zur neuen Saison zum Erstligisten FA Göppingen – und Danijel Grgic bereiten den gegnerischen Abwehrreihen regelmäßig Kopfzerbrechen. 354 der 920 Tore gegen auf das Konto des Duos. Weitere Stützen im Team der Saarländer sind der Kreisläufer Ingars Dude und der zur aktuellen Saison aus der ersten französischen Liga verpflichtete 2,01 Meter große rechte Rückraumspieler Jonathan Julvécourt (Saint Touraine HB).

Trotz der Verletzungsmisere ist Schweikardt zuversichtlich – „falls wir über 60 Minuten so agieren wie in den ersten 30 Minuten in Eisenach. Außerdem spielen wir zu Hause, und da muss man uns erst einmal schlagen“.

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