Nicht eben die besten Aussichten

Nach sechs sieglosen Spielen sind die Aussichten des TV Bittenfeld nicht besonders gut, die schlechte Serie am Samstag zu beenden: Fünfmal spielte der TVB in Eisenach um Punkte, als Sieger gingen stets die Thüringer vom Platz. „Ich erwarte keinen Sieg“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. „Aber eine Leistungssteigerung.“

Nur ein Punkt gegen den abstiegsgefährdeten VfL Potsdam: Klar, dass die Stimmung beim TV Bittenfeld schon besser war. „Sicherlich war das war keine gute Leistung“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Die Verunsicherung nach zuvor 1:9 Punkten lässt er zwar nicht als Entschuldigung gelten. „Wir dürfen aber auch nicht verkennen, dass wir nach dem Rückstand immerhin noch einen Punkt geholt haben.“

Und der sei von großer Bedeutung gewesen, schließlich hat der TVB damit den Punktevorsprung vor den Potsdamern gehalten. Neun Zähler sind’s nach wie vor bei noch acht ausstehenden Partien. Es müsste schon vieles schief laufen, damit der TVB noch in Abstiegsnöte gerät. „Das Unentschieden gegen Potsdam macht die nächsten Spiele leichter für uns.“

Das bedeutet: Der Druck hält sich in Grenzen – zum Glück für den TVB auch vor der Partie morgen. In Eisenach ist er klarer Außenseiter. Nicht nur die Statistik spricht eindeutig für den ThSV, der alle fünf Zweitliga-Heimspiele gegen die Bittenfelder für sich entschieden hat. Auch in dieser Saison sind die Thüringer wegen ihrer Heimstärke gefürchtet: Fünf Punkte gaben sie in der Werner-Aßmann-Halle ab: beim 29:30 gegen die HG Saarlouis, beim 22:22 gegen die HSG Düsseldorf und beim 22:25 gegen die TSG Friesenheim-Ludwigshafen. Meist indes traten die Gegner die Heimreise mit einer Niederlage an – und so manche fiel recht deftig aus. So unterlagen zuletzt die Bietigheimer mit 19:36, der Tabellenvierte SC DHfK Leipzig war beim 29:37 ebenso chancenlos wie Tabellenführer GWD Minden beim 27:32.

Der TVB muss also nahe am Optimum spielen, will er in Eisenach eine Chance haben. Selbst wenn es nicht klappen sollte, will Günter Schweikardt von einer Krise nicht sprechen und baut schon einmal vor. „Man muss die Kirche einfach auch mal im Dorf lassen“, sagt er. „Wir haben schon sehr gute Spiele gemacht in dieser Saison, aber auch schon schlechte. So ist das auch anderen Mannschaften ergangen.“ Gut gespielt hat der TVB übrigens im Hinspiel, als er Eisenach mit 30:28 in Schach hielt.

Der ThSV hat einige routinierte und überdurchschnittliche Spieler in seinen Reihen. Unter anderem zwei Tschechen und einen Letten: Ex-Nationaltorhüter Radek Musil (38) ist ebenso eine Stütze wie der aktuelle tschechische Nationalspieler Tomas Sklenak, zugleich Spielmacher und Torjäger. Der lettische Nationalspieler Girts Lilienfelds (29) spielt im rechten Rückraum eine. Der Pole Eryk Kaluzinski im linken Rückraum war schon Torschützenkönig in der 2. Liga.

Beim TVB wird Torhüter Daniel Sdunek wegen eine Infektion für wahrscheinlich drei Wochen ausfallen. Für ihn wird wieder Felix Schmidl ins Team rücken, auch Martin Kienzle aus dem Perspektivteam ist dabei. Gregor Lorger war gegen Potsdam krank, auch er fährt nach Eisenach mit. Schweikardt überlegt noch, ob er Jan Forstbauer eine Ruhepause gönnen soll. Der 19-Jährige war mit der Junioren-Nationalmannschaft im Einsatz.