Bittenfeld holt ,,Krake” Jürgen Müller zurück

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld wird mit einem veränderten Torhüter-Duo in die Saison 2012/2013 gehen. Der Slowene Gregor Lorger (30) verlässt den TVB nach nur einer Saison wieder, dafür kehrt ein alter Bekannter zurück: Jürgen „Krake“ Müller spielte in der ersten Zweitligasaison beim TVB, derzeit kämpft der 25-Jährige mit Ystad IF um die schwedische Meisterschaft.

Die eingefleischten Bittenfelder Fans werden sich noch gut an jenen 19. Mai 2007 erinnern. In seiner ersten Zweitligasaison stand der TVB vor dem letzten Spieltag mit eineinhalb Beinen wieder in der Regionalliga. Dann geschah das, womit nicht einmal die größten Optimisten gerechnet hatten: Abstiegskonkurrent TV Kirchzell unterlag überraschend in eigener Halle der damals mittelprächtigen TSG Friesenheim mit 28:29. Gleichzeitig siegten die Bittenfelder beim Tabellendritten TV Hüttenberg mit 28:26 und überholten die Kirchzeller damit auf der Zielgeraden. 
Der Sieg indes hing am seidenen Faden. Knapp zwei Minuten vor dem Ende, beim 26:26, setzte der Hüttenberger Peter Dettling zum Siebenmeter an – und scheiterte am Bittenfelder Torhüter Jürgen Müller. Patrick Rothe und Simon Baumgarten machten alles klar. „Die Krake“, so Müllers Spitzname seit der Jugend, hatte also wesentlichen Anteil am Ligaverbleib. 
Ende November 2006 hatte TVB-Trainer Günter Schweikardt den gebürtigen Nürnberger – per Zweifachspielrecht – vom Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten losgeeist. Müller bildete gemeinsam mit Markus Brodbeck und Maik Hammelmann das Torhütertrio. Zur nächsten Saison wechselte Müller in die 1. Liga zum HSV Hamburg und von dort zum SC Magdeburg. Derzeit spielt der Junioren-Europameister von 2006 in der zweiten Saison beim schwedischen Erstligisten Ystad IF um den nationalen Titel. 
„Wir sind sehr zufrieden, dass es mit seiner Verpflichtung geklappt hat“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. 
Für Müller muss Gregor Lorger nach nur einer Saison seinen Platz beim TVB wieder räumen. Der 30-jährige Slowene, der vom spanischen Erstligisten Naturhouse La Rioja zum TVB kam und Bastian Rutschmann ersetzte, hatte einen Einjahresvertrag unterschrieben. „Wir haben nun gemeinsam entschieden, dass wir den Vertrag nicht verlängern werden“, sagt Schweikardt. 
Die Suche nach einem Nachfolger dauerte nicht so lange wie im vergangenen Jahr. Müller passe seht gut ins Anforderungsprofil des TVB, sagt Schweikardt. Er bringe einiges an Erfahrung mit, ergänze sich gut mit Daniel Sdunek und sei sehr ehrgeizig. 
Jürgen Müller freut sich auf die Rückkehr zum TVB. „Mit gefällt’s sehr gut in Schweden und ich habe hier schöne Erfahrungen gemacht“, sagte er gestern am Telefon. „Aber es war von vorneherein klar, dass der Auslandsaufenthalt zeitlich begrenzt sein wird.“ Der Kontakt zum TV Bittenfeld sei in all den Jahren nie ganz abgerissen, nun seien die Gespräche intensiviert worden. Rasch habe sich gezeigt, dass er und der TVB ähnliche Ziele verfolgten. „Der TV Bittenfeld strebt nach Höherem, damit kann ich mich sehr gut identifizieren.“ Was der Club in den vergangenen vier, fünf Jahren aufgebaut habe, sei „erstaunlich und eigentlich unglaublich“. Der TVB habe sehr große Möglichkeiten, sich noch weiterzuentwickeln. Beim jüngsten Heimspiel gegen TUSEM Essen machte sich Müller vor Ort ein Bild von seinem neuen – alten – Verein. „Ich kenne ja noch einige Spieler.“ 
Im Juni oder Juli planen Müller und seine Freundin den Umzug. Zunächst indes konzentriert sich der Torhüter auf seine sportliche Aufgaben: Am 12. Mai möchte sich „die Krake“ mit Ystad IF zum Abschied den schwedischen Meistertitel angeln.

Infos zur Person:

  • Jürgen Müller wurde am 3. Dezember 1986 in Nürnberg geboren. 

  • Er ist 1,96 Meter groß und wiegt 94 Kilogramm. Spitzname: die Krake. 
  • Müller spielt seit der Saison 2010/2011 beim schwedischen Erstligisten Ystad IF. 
  • Er hat einmal in der A-Nationalmannschaft gespielt. 35 Spiele machte er für die Junioren- und 45 für die Jugend-Nationalmannschaft. Müllers erster Verein war die HSG Schramberg/Sulgen. 
  • 2006 wurde Müller Junioren-Europameister. Ende November 2006 Jahres holte ihn der TV Bittenfeld per Zweifachspielrecht vom Erstligisten HBW Balingen-Weilstetten. 
  • Zur Saison 2007/2008 wechselte er zum HSV Hamburg, war dort hinter den Nationaltorhütern Johannes Bitter und Per Sandström die Nummer drei. 
  • Von Hamburg ging’s 2008/2009 für zwei Spielzeiten zum SC Magdeburg, wo er zusammen mit Silvio Heinevetter und Gerrie Eijlers das Torhütertrio bildete. 
  • Zur Saison 2010/2011 zog es Müller nach Schweden zum Erstligisten Ystad IF. 
  • Derzeit steht Müller mit seinem Team in den Play-Offs um die schwedische Meisterschaft.