“Nicht das schlechteste württembergische Team sein”

Jürgen Schweikardt im Gespräch mit Thomas Wagner von der Waiblinger Kreiszeitung über seinen Krankheitsstatus, das zurückliegende Heimspiel gegen TUSEM Essen und die schwere Auswärtshürde bei Tabellenführer GWD Minden.

Herr Schweikardt, gegen Essen mussten Sie zum zweiten Mal hintereinander krankheitsbedingt zusehen. Wie groß sind die Qualen, wenn man nicht eingreifen kann?

Bis zur 50. Minute waren die Qualen nicht so groß. Bis dahin, abgesehen von der Anfangsphase, lief’s ganz ordentlich. Ich hätte der Mannschaft in meinem Zustand aber sowieso nicht helfen können.

Wie geht’s Ihnen jetzt? Ist Ihr Einsatz auch in Minden gefährdet?

Am Montag habe ich zum ersten Mal wieder trainiert. Da habe ich schon gemerkt, dass ich eineinhalb Wochen ausgesetzt habe. Wenn alles normal läuft, kann ich in Minden spielen.

Minden war für den TVB im Hinspiel eine Nummer zu groß, ist so gut wie aufgestiegen. Nach der Niederlage in Bietigheim werden die Mindener sich keine Blöße geben wollen. Ist für den TVB dennoch etwas drin?

Wie vor dem Hinspiel, war’s auch diesmal nicht gut für uns, dass Bietigheim gewonnen hat. Die Mindener werden jetzt noch mehr angestachelt sein. Ich gehe davon aus, dass wir das zu spüren bekommen werden. Andererseits haben wir in dieser Saison bewiesen, dass wir auswärts auch gegen starke Gegner bestehen können. Ich denke da an die Spiele in Saarlouis, Nordhorn oder Leipzig.

Mit einer neuerlichen Niederlage verabschiedete sich der TVB endgültig ins graue Mittelfeld. Wie groß ist die Gefahr, dass die Mannschaft dann die Saison austrudeln lässt? In Abstiegsgefahr dürfte der TVB bei elf Punkten Polster ja wohl kaum mehr kommen.

Auslaufen lassen werden wir diese Saison auf keinen Fall. Wir möchten am Ende in der Tabelle so weit wie möglich nach vorne kommen. Außerdem gibt’s ja auch noch andere Ziele. Wir wollen nicht das schlechteste württembergische Team sein. Neuhausen einzuholen ist schwer, aber Bietigheim sollten wir nicht aus den Augen verlieren.

Zumindest ein besonderes Spiel steht noch an: Am 4. Mai wird der TVB gegen die HSG Nordhorn-Lingen zum ersten Mal in der Stuttgarter Scharrena antreten, der künftigen Heimspielstätte. Wie laufen die Vorbereitungen auf die Generalprobe?

Wir freuen uns alle auf die Premiere. Aber natürlich ist es extrem viel Arbeit. Wir haben zwar Erfahrung gesammelt mit den Auftritten in der Porsche-Arena, aber im Prinzip beginnen wir wieder bei null. Die Abläufe sind ganz anders. In der Porsche-Arena musste wir uns weder um den Sicherheitsdienst noch ums Catering kümmern. In der Scharrena sind wir selbst verantwortlich.

Was wird in der Scharrena anders laufen?

Wir versuchen, ein ähnliches Event zu bieten wie in der Porsche-Arena – allerdings natürlich eine Nummer kleiner. Es wird eine Einlaufshow geben und ein Rahmenprogramm, aber kein Vorspiel.

Wie groß ist die Resonanz der Fans?

Wir haben das Spiel noch nicht richtig beworben, dafür ist die Resonanz gut. Wir haben noch etwa 500 Karten im Verkauf. Wir möchten möglichst vielen Fans die Chance bieten, das Spiel zu sehen. Deshalb haben unsere Sponsoren auf einen Teil ihrer Kontingente verzichtet .