Abgeschriebene Bittenfelder erkämpfen Punkt

Der TV Bittenfeld erkämpft sich im württembergischen Derby am Freitagabend in der Stuttgarter Porsche Arena vor 5.740 Zuschauern doch noch einen Punkt gegen den TV 1893 Neuhausen. Obwohl die Gäste aus dem Ermstal beinahe 50 Minuten lang dominierten, gelang den leidenschaftlich kämpfenden Bittenfeldern kurz vor Spielende das verdiente 33:33 (11:19). Dominik Weiß war erfolgreichster TVB-Werfer.

Es sollte der letzte Saisonauftritt des TV Bittenfeld in der Porsche Arena werden. Zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga reiste der württembergische Rivale aus Neuhausen an, der zuletzt strauchelte und seinen zweiten Tabellenplatz verspielte. Nur ein doppelter Punktgewinn würde die Neuhausener zurück in die Riege des Spitzentrios bringen. Bittenfeld wollte deshalb von Beginn an dagegen halten und den Gästen ihr Spiel aufzwingen.

Dass dies am Freitagabend nicht so einfach gelingen sollte, war jedem Arena-Besucher nach der ersten Viertelstunde klar. TVB-Trainer Günter Schweikardt musste die Notbremse ziehen und die Auszeit beantragen – die Wild Boys lagen da bereits mit 4:10 zurück. Und am bisherigen Spielverlauf sollte sich danach nichts ändern. Dreimal traf Nico Büdel von Halblinks und brachte Neuhausen damit auf 5:13 in Front, Bittenfeld konnte mit drei Treffern in Folge von Jürgen Schweikardt nur bedingt dagegen halten. Mit der Halbzeitsirene traf Aleksandar Stevic zur hoch verdienten 11:19-Pausenführung.

Was der TV Bittenfeld im ersten Durchgang falsch machte, sollte er in den zweiten 30 Minuten besser machen. Die Abwehrreihen standen nun aggressiver, gingen beherzter ans Werk und verhinderten ein ums andere Mal den in der ersten Halbzeit noch so sicheren Torerfolg der Gäste. Beim zwischenzeitlichen 11:20 kurz nach der Pause schien allerdings alles gelaufen zu sein. Aber: Bittenfeld zeigte Kampfgeist, knapste der Neuhausener Führung Tor um Tor ab und witterte beim Treffer von Dominik Weiß zum 19:22 (40.) wieder Morgenluft. Dann schalteten sich allerdings die beiden Unparteiischen ins Spielgeschehen ein und verhängten gleich zwei umstrittene Zeitstrafen gegen den TVB. Das Publikum tobte.

In dieser hitzigen Atmosphäre verpasste Neuhausen die Chance, den Sack frühzeitig zu zu machen. Die Gäste schlugen aus der doppelten Überzahlsituation kaum Profit, Bittenfeld konnte mit seinem phantastischen Publikum im Rücken weiter verkürzen. Dominik Weiß, Florian Schöbinger und zweimal Arni Sigtryggsson ebneten ihrem Team den Weg zum umjubelten 25:25-Ausgleich in der 48. Minute. Neben der stärker werdenden Abwehr verhinderte vor allem TVB-Schlussmann Felix Schmidl mit seinen Paraden den Torerfolg der Neuhausener.

Das Bundesliga-Duell zwischen den beiden württembergischen Mannschaften wogte in der Schlussphase hin und her. Zunächst erhöhte Neuhausen nochmals auf 29:31 (54.) durch Stevic, dann traf Andreas Schröder zum 30:32 (56.). Angetrieben vom Publikum kämpfte der TVB gegen die drohende Niederlage und wurde für die geschlossene Mannschaftsleistung belohnt. Tobias Schimmelbauer gelang 27 Sekunden vor Spielende der Treffer zum 33:33-Unentschieden, nachdem er zur Mitte gezogen war und den Innenpfosten des TVN-Gehäuses getroffen hatte. Der letzte Wurf der Partie gehörte dem guten Andreas Schröder, der den Ball jedoch nicht mehr auf das Bittenfelder Tor brachte.

Am Ende eines nervenaufreibenden Arena-Derbys stand eine verdiente Punkteteilung. Der TV Neuhausen zeigte von der ersten Minute an eine konzentrierte Leistung und erarbeitete sich konsequent eine komfortable Führung. Bittenfeld meldete sich am Anfang der zweiten Halbzeit mit viel Biss zurück und holte aus einer bereits aussichtslos wirkenden Situation mit der Unterstützung des Publikums doch noch einen Punkt. Für beide Teams bleibt damit jedoch der Sprung in Richtung Aufstiegsränge erst einmal aus.
 

TV Bittenfeld:
Lorger, Sdunek, Schmidl – Schimmelbauer (4), Schöbinger (3), Forstbauer, Weiß (8), Schweikardt (5/2), Gunnarsson (3), Heib (1), Baumgarten (3), Sigtryggsson (4), Wehner, Salzer (2), Seiz, Kienzle.

TV 1893 Neuhausen:
Becker, Bauer – Emrich (3), Reusch, Schiller (6/1), Stevic (2), Klingler, Michalik, Büdel (7/1), Rose (7), Oesterle, Schröder (4), Bader (4), Eisele.