Noch zwei Punkte zu Platz drei

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf den dritten Platz, der den Aufstieg in die 1. Bundesliga bedeutete. Gestern Abend hat der TVB dem ASV Hamm-Westfalen beim 29:22 keine Siegchance gelassen. Vor knapp 900 Fans in der Gemeindehalle zermürbte Bittenfeld den Erstliga-Absteiger mit einer starken Abwehrleistung.

Der 24. Spieltag war ganz nach dem Geschmack des TVB. Den vierten Sieg in Folge spielte er unerwartet souverän heraus. Und die Konkurrenz, die vor dem TVB in der Tabelle platziert ist, ließ durchweg Punkte. Leipzig, Neuhausen und Essen spielten remis, Erlangen unterlag in Bietigheim. Und plötzlich fehlen den Bittenfeldern lediglich zwei Punkte zu den Aufstiegsrängen.

Ausgeglichen und mit viel Schwung startete die Partie, nach acht Minuten stand’s 4:4. Nachdem der beste Hammer Torschütze, Andreas Simon, per Siebenmeter die 5:4-Führung für die Gäste erzielt hatte, deutete alles auf ein enges Spiel hin. Dann jedoch spielte der TVB seine große Stärke aus, mit der er in den jüngsten Spielen vornehmlich zum Erfolg gekommen ist: Die bewegliche, aufmerksame Abwehr – im Verbund mit den guten Torhütern Gregor Lorger und Daniel Sdunek – stellte den Gegner bisweilen vor unlösbare Probleme.

Zwölf Minuten blieb der Erstliga-Absteiger ohne Treffer, nach 20 Minuten führte der TVB mit 10:5. Und dabei versemmelte er noch ein halbes Dutzend freier Chancen. Beim Gegner staute sich mehr und mehr der Frust an, und acht Minuten vor der Pause entlud er sich beim ehemaligen Spielertrainer des ASV: Nach einem rüden Schlag ins Gesicht von Arnor Gunnarsson hielten die Schiedsrichter Thomas Hörath und Timo Hofmann dem Ex-Nationalspieler Maik Machulla die Rote Karte unter die Nase.

Die Bittenfelder blieben in der Defensive hochkonzentriert und ließen in den ersten 30 Minuten nur fünf Feldtore der Gäste zu. Die 15:8-Führung war die logische Folge einer bärenstarken Abwehrleistung.

Angesichts des beruhigenden Vorsprungs ließen es die Bittenfelder nach der Pause etwas gemächlicher angehen, was sich umgehend rächte. Hinten war der TVB zu weit weg von seinen Gegenspielern, vorne traf er das Tor nicht mehr oder leistete sich technische Fehler oder Stürmerfouls. Beim 17:14 (40.) war der ASV bedrohlich herangerückt. Während einer Auszeit justierte TVB-Trainer Günter Schweikardt sein Team neu. Es dauerte nicht lange, da hatten die Bittenfelder den Gegner wieder im Griff. Spätestens nach Gunnarsson Tor zum 24:17 (50.) war klar, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Der TVB wechselte munter die Positionen durch und hielt den Vorsprung zwischen sieben und neun Toren bis zum 29:22. Zwischendurch blieb sogar noch Zeit für das eine oder andere Kunststückchen.

TV Bittenfeld: Lorger, Schmidl, Sdunek; Schimmelbauer (5), Schöbinger (4), Forstbauer (1), Weiß (5), Schweikardt, Gunnarsson (5), Heib (1), Baumgarten (3), Sigtryggsson (2), Wehner (3), Salzer.
ASV Hamm-Westfalen: Friedrich, Mrkva; Rycharski (2), Machulla, Simon (5/2), Schmetz (3/2), Schumann (3), Macke, Hynek, Gudat, Hartmann (3), Paul (1), Pomeranz (5), Wiegers.