Wild Boys empfangen den ASV Hamm-Westfalen

6:0 Punkten aufseiten des TV Bittenfeld stehen 0:6 beim Gegner ASV Hamm-Westfalen gegenüber. Die Serie spricht vor dem Duell heute Abend in der Gemeindehalle zwar für den TVB. Der Kader des Ex-Erstligisten ist jedoch exzellent bestückt. Wollen die Bittenfelder weiterhin Kontakt halten zu den Aufstiegsplätzen, ist ein Sieg Pflicht.

Normalerweise gibt’s dienstags nicht allzu viel Neues zu berichten aus der 2. Handball-Bundesliga. Gestern indes war das ein bisschen anders. Die Bittenfelder Fans beschäftigten sich noch mit dem Verlust von Arnor Gunnarsson zur neuen Saison, da folgte schon die nächste Hammernachricht. Die Insolvenz des DHC Rheinland (siehe „Liga kompakt“ unten) dürfte die abstiegsgefährdete Konkurrenz freuen, den Handball an sich jedoch stellt der Rückzug wieder einmal in ein schlechtes Licht.

Die Bittenfelder haben keine Zeit, sich mit solchen Nachrichten zu beschäftigen. Heute Abend steht das zweite Spiel der englischen Wochen an gegen eine Mannschaft, der vor der Saison deutlich mehr zugetraut worden war als der aktuell zwölfte Platz mit 21:25 Punkten. Schließlich spielte der ASV Hamm in der vergangenen Saison noch in der Beletage des deutschen Handballs. Allzu erfolgreich allerdings nicht – obgleich sich der Verein einiges vorgenommen hatte nach dem Entschluss im Herbst 2009, gemeinsame Sache zu machen mit dem Konkurrenten aus der 2. Liga Nord, der Ahlener SG. Die HSG Ahlen-Hamm stieg ab, die Vereine trennten sich wieder.

Der personelle Aderlass nach dem Abstieg hielt sich beim ASV in Grenzen. Der schmerzlichste Verlust ist seit Mitte November wieder Geschichte: Chen Pomeranz kehrte zurück nach Hamm – und mit ihm kam der Erfolg. Mit 5:13 Punkten war Hamm in die Saison gestartet. Spielertrainer und Ex-Nationalspieler Maik Machulla übergab das Traineramt wieder an Manager Kay Rothenspieler, Machulla spielte fortan nur noch. Angeführt von Pomeranz, holte Hamm 10:2 Punkte, siegte unter anderem bei Spitzenreiter GWD Minden. Plötzlich träumte der ASV wieder davon, ins Aufstiegsrennen einzugreifen. Zuletzt jedoch gab’s drei Dämpfer in Folge: 30:33 gegen Bad Schwartau, 27:29 in Bietigheim und 24:27 gegen Leipzig.

Was die Hammer leisten können, mussten die Bittenfelder am fünften Spieltag erfahren. Bei der 23:29-Niederlage im Hinspiel hatten sie keine Chance. „Da waren wir einfach schlecht“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Mittlerweile trete sein Team viel stabiler auf. „Das sind jetzt ganz andere Vorzeichen. Es ist Wiedergutmachung angesagt.“ Schweikardt ist optimistisch – „falls wir in der Abwehr wieder mit der Entschlossenheit der letzten Spiele zu Werke gehen“.

Hamm habe einige erstligaerfahrene Spieler in seinen Reihen. Den 35-fachen israelischen Nationalspieler Pomeranz, den Ex-Lemgoer Rechtsaußen Mark Schmetz, Machulla, den besten Torschützen im Team, Andreas Simon auf Linksaußen, sowie die Tschechen Tomas Mrkva (Tor), Zdenek Polasek und Jiri Hynek. Schweikardt erwartet wieder ein enges Spiel und baut dabei auf die TVB-Fans. „Wir brauchen dringend eine gute Atmosphäre.“ Mit den Zuschauern im Rücken soll der vierte Sieg in Folge eingefahren werden. „Wir wollen so weit wie möglich nach vorne in der Tabelle“, sagt Schweikardt. „Über andere Dinge machen wir uns aktuell keine Gedanken.“

Torhüter Daniel Sdunek feierte in Düsseldorf nach seiner Verletzung zwar sein Comeback. Zur Sicherheit wird jedoch wieder Felix Schmidl mit auf der Bank sitzen.

  • Verletzte Spieler: TV Bittenfeld: Leon Pabst (Kreuzbandriss / ASV Hamm-Westfalen: Bestbesetzung
  • Geburtstage/Jubiläen: Der Bittenfelder Florian Schöbinger wurde am Montag 26 Jahre alt