Bittenfeld zwingt Tabellendritten in die Knie

Eine Woche nach dem Heimerfolg in der Stuttgarter Porsche Arena gegen den DHC Rheinland hat der TV Bittenfeld vor heimischem Publikum nachgelegt. Vor ausverkauften Rängen besiegte der TVB die Gäste des HC Erlangen mit 24:23 (14:12). Erfolgreichste Werfer des Abends waren Tobias Schimmelbauer mit sechs und Arnor Gunnarsson mit fünf Treffern.

Mit der besten Abwehr der 2. Bundesliga mussten es die Wild Boys am Samstagabend in der Gemeindehalle aufnehmen. Der HC Erlangen gehört zu den Überraschungsmannschaften der Saison und rangiert aufgrund seiner guten Abwehrleistungen auf dem dritten Tabellenplatz, einen Punkt hinter dem nächsten Überflieger aus Neuhausen. Dass der TV Bittenfeld auch mit diesen Teams mithalten kann, hat er mit dem knappen 24:23-Sieg gezeigt. Der doppelte Punktgewinn verschafft den Remstälern noch mehr Luft nach hinten – und bringt das Team bis auf vier Punkte an das Spitzentrio heran.

Im Spiel gegen Erlangen sahen die knapp 50 mitgereisten Fans der Franken eine Partie zweier Bundesligisten auf Augenhöhe. Der erste TVB-Angriff brachte keinen Torerfolg, die Gäste gingen zunächst mit 1:0 in Führung. Danach entwickelte sich ein ausgeglichener Schlagabtausch, bis die Hausherren vom zwischenzeitlichen 4:4 auf 6:4 durch zwei Schimmelbauer-Treffer erhöhen konnten. Der erneut gut aufgelegte Spielmacher Alexander Heib machte schließlich das 8:6, bevor sich der TVB durch Arnor Gunnarsson erstmals mit drei Toren Differenz beim 10:7 (24.) leicht absetzen konnte.

Doch den Bittenfeldern unterliefen immer wieder unnötige Fehler im Spielaufbau, die Erlangen über seine flinken Außen Benedikt Schwandner und Daniel Stumpf zu nutzen wusste. Beim 11:11 (28.) waren die Franken wieder dran, der TVB zeigte allerdings einen ganz starken Schlussspurt bis zum Pausenpfiff. Zunächst traf Simon Baumgarten mit dem Rücken zum Tor fallend das 13:12, danach parierte Gregor Lorger den Wurf von HC-Spielmacher Daniel Pankofer. Mit der Halbzeitpause traf Alexander Heib per Siebenmeter zum 14:12.

Nach dem Seitenwechsel erwischte der TVB erneut den besseren Start und zog auf 15:12 davon, Erlangen blieb jedoch beim 19:18 (43.) weiterhin auf Tuchfühlung. Doch dann begann die stärkste Phase der Hausherren, bei denen erneut Felix Schmidl den fehlenden Daniel Sdunek vertrat. Schmidl zeigte drei starke Paraden, seine Vorderleute reagierten schnell und zogen innerhalb weniger Minuten auf 23:18 (49.) davon. Der stärksten Phase sollte jedoch die schwächste folgen – Bittenfeld zeigte Nerven und versäumte es, den viel zitierten Sack zu zumachen. Die Folge: Erlangen profitierte von seinem hellwachen Torhüter Rene Selke und von den TVB-Fehlern im Angriff. Der erneut eingewechselte Lorger hielt den Konterversuch von Pankofer, als Schwandner wenig später alleine vor ihm auftauchte war er jedoch machtlos – 24:23 (59.). Doch das sollte der letzte Treffer des Abends bleiben.

„Das war ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften, die sich auf Augenhöhe begegnet sind. Am Ende war es ein knapper, aber verdienter Sieg für uns“ sagte TVB-Trainer Günter Schweikardt übereinstimmend mit seinem Co-Trainer Klaus Hüppchen. Bittenfeld machte es erneut unnötig spannend in der Schlussphase, mehrmals hatte das Team die Chance auf eine frühzeitige Entscheidung. Dennoch zeigten sich alle Beteiligten äußerst zufrieden mit dem Punktgewinn in eigener Halle. Mit der Rückrundenbilanz von nunmehr 5:3-Punkte – zweimal davon trat das Team bereits in der Fremde an – reist der TV Bittenfeld am kommenden Wochenende zur HSG Düsseldorf, dem zukünftigen Fusionspartner des DHC Rheinland.
 

TV Bittenfeld:
Lorger, Schmidl – Schimmelbauer (6), Schöbinger (2), Forstbauer, Weiß (3), Schweikardt (2), Gunnarsson (5/3), Heib (4/1), Baumgarten (2), Sigtryggsson, Wehner, Salzer.

HC Erlangen:
Bayerschmidt, Selke – Müller, Schwandner (6), Münch (4), Krämer, Nienhaus (1), Hess (4), Schneck (3), Pankofer (2/1), Schmidtke, Stumpf (2), Urbasik, Link (1).