Sieg im Handballkrimi gegen den DHC Rheinland

Was war das Freitag Abend wieder für ein Nervenspiel in der Stuttgarter Porsche-Arena: Vor 4531 Zuschauern zwang Handball-Zweitligist TV Bittenfeld den DHC Rheinland dank einer starken Abwehrleistung mit 25:24 in die Knie. Beim ersten Sieg des TVB in diesem Jahr führte Alexander Heib prima Regie.

Vor dem Spiel in der Porsche-Arena war die Stimmung bei beiden Mannschaften ziemlich gedrückt. Die Bittenfelder Start nach der Winterpause war mit 1:3 Punkten bescheiden, die Rheinländer indes hat’s noch schlimmer erwischt: Auf 16:2 Punkte folgten 4:18. Seit dem 30. Oktober, als der DHC kampflos gegen Schwerin siegte, gewannen die Dormagener nur zwei von elf Spielen. Die große Frage war: Wer stoppt vor den 4531 Zuschauern in der Porsche-Arena seinen Negativtrend?

Personell gehandicapt gingen beide Teams an den Start. Beim DHC fehlten die Langzeitverletzten Bastien Arnaud, Ondrej Zdrahala und David Breuer. Beim TVB waren Torhüter Daniel Sdunek (Muskelfaserriss) und Jürgen Schweikardt (krank) nicht einsatzfähig.

Die Bittenfelder kamen sehr gut in die Partie, führten nach fünf Minuten mit 3:0. Ebenso schnell indes war der Vorsprung wieder dahin. Der TVB leistete sich ein paar unvorbereitete Abschlüsse, verlor komplett den Faden und kassierte sechs Treffer in Folge zum 3:6. Nach zwölf Minuten musste der glücklose Gregor Lorger das Tor bereits für Felix Schmidl räumen. Zunächst indes landete danach weiterhin fast jeder Wurf im Bittenfelder Tor. Auch der Wechsel von der 5:1-Deckung auf 6:0 brachte keine Besserung.

Die Rheinländer spielten ewig lange Angriffe, und der TVB lief bis zur 25. Minute einen knappen Rückstand hinterher. Ausgerechnet der junge Michael Seiz sorgte beim 11:11 für den ersten Ausgleich. Die Schlussphase der ersten 30 Minuten gehörte den Bittenfeldern, bei denen Alexander Heib klug Regie führte und seine Mitspieler immer wieder in aussichtsreiche Positionen brachte. Auch Schmidl fand nun besser ins Spiel, tankte mit einigen Paraden Selbstvertrauen. Unverkennbar jedoch waren die Schwächen im rechten Rückraum, den Linkshändern Jan Forstbauer und Arni Sigtryggsson gelang wenig. Mit der 14:12-Führung ging der TVB in die Pause.

Der zweite Durchgang war geprägt von den Abwehrreihen. Der TVB verteidigte geschickt, für den DHC gab’s kaum ein Durchkommen. Die Gäste selbst langten in der Abwehr ein ums andere Mal unglücklich hin, am Ende standen zehn Zeitstrafen im Protokoll. In der torarmen und zähen Partie brauchte der TVB aber lange, bis er das Überzahlspiel in einen Vorteil ummünzen konnte. 18:15 stand’s nach 45 Minuten, ehe der TVB die stärkste Phase im Spiel folgen ließ. Allen voran der treffsichere Arnor Gunnarsson sorgte für das 22:17. Zwölf Minuten vor dem Ende war dies jedoch noch nicht die Vorentscheidung. Der isländische Nationalspieler beim DHC, Björgvin Holmgeirsson, drehte mächtig auf und brachte die Rheinländer nahezu im Alleingang wieder ran. Beim 24:23 (57.) begann das große Zittern für die Bittenfelder. Gunnarsson beruhigte die Nerven der Fans mit dem 25:23 nur kurz. Eine Minute vor dem Ende erzielte Bartosz Konitz den erneuten Anschluss. Nach einem Fehlwurf von Florian Schöbinger kam der DHC 30 Sekunden vor Schluss nochmals in Ballbesitz. Der finale direkte Freiwurf landete aber im Bittenfelder Block. Der knappe 25:24-Sieg des TVB war fix – und die anschließende Faschingsparty gerettet.

TV Bittenfeld: Lorger, Schmidl; Schimmelbauer, Schöbinger (3), Forstbauer, Weiß (6), Kienzle, Seiz (2), Gunnarsson (6/3), Heib (4/2), Baumgarten (1), Sigtryggsson, Wehner (2), Salzer (1).

DHC Rheinland: Meyer, Lenz; Szczesny, Mestrum, von Gruchalla (2/1), Plaz (2), Hegemann (5), Wittig, Kübler, Lochtenbergh (1), Konitz (5), Holmgeirsson (7), Petro (2).