Gutes Spiel für guten Zweck

Für eine kleine Sensation sorgte der TV Bittenfeld am Freitagabend in Alfdorf, als sich der Zweitligist beim Freundschaftsspiel gegen FrischAuf Göppingen ein hochverdientes Unentschieden erkämpfte. Die Zuschauer in der ausverkauften Halle waren begeistert vom Benefizspiel der beiden Bundesligisten.

Aufgrund der WM-Pause konnten die Alfdorfer die beiden Spitzenmannschaften für ein Freundschaftsspiel nach Alfdorf einladen. Die Zusage war Ehrensache, schließlich ging es ja um den guten Zweck: Der 14-jährige Hakan, C-Jugendspieler beim TSV Alfdorf, verlor im letzten Jahr seinen Vater bei einem tragischen Arbeitsunfall. Ihm und seiner Familie kommt ein Teil der Einnahmen zugute, der andere Teil geht an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) – zwei Alfdorfer sind an Krebs erkrankt und benötigen die Hilfe der DKMS. Mithilfe der zahlreichen Zuschauer kam eine ordentliche Summe zusammen, zudem gab es auch noch eine Verlosung, bei der man signierte Trikots der beiden Mannschaften und Karten fürs Europapokalspiel der Göppinger gewinnen konnte.
Göppingen reiste nicht mit dem kompletten Kader an, mit dabei war aber der serbische Neuzugang Bozidar Markicevic, der den verletzten Michael Haas vertreten soll. Der Pechvogel der WM ließ es sich dennoch nicht nehmen, mit nach Alfdorf zu kommen, saß mit Krücken auf der Tribüne, schrieb eifrig Autogramme und schaute sich das Spiel seiner Kameraden an. Das ging auch ganz gut los: Göppingen dominierte in den temporeichen ersten Minuten das Spiel. Die Abwehr stand kompakt, Enid Tahirovic im Tor parierte die Würfe der Bittenfelder, im Abschluss war der Erstligist kaltschnäuziger. Der augenfällige Unterschied zwischen Erst- und Zweitligist: Die Bittenfelder Jungs sind ja beileibe nicht schmächtig, aber die Göppinger sind eben doch einen halben Kopf größer und bringen noch mal einen halben Zentner mehr auf die Waage. Doch das Rems-Murr-Team steigerte sich im Verlauf der ersten Halbzeit. Spätestens als der fabelhaft aufgelegte Daniel Sdunek zwei Konterchancen der Göppingen nacheinander abwehrte, zeigten die Profis aus dem Nachbarkreis Nerven. Dennoch ging Göppingen mit einer 19:16-Führung in die Pause. Nach dem Wechsel blieb Bittenfeld stets dran, die Abwehr stand nun sicherer, im Angriff konnten vor allem Jan Forstbauer (sechs Tore) und Arnor Gunnarson (sieben Tore) überzeugen, die die Göppinger Abwehr mit frechen unerwarteten Aktionen immer wieder in Verlegenheit brachten. Bei Göppingen sorgten Momir Rnic mit starken Rückraumtreffern und Christian Schöne von Rechtsaußen für die meisten Treffer (jeweils acht Tore). Der Göppinger Vorsprung schmolz zusehends, ehe Bittenfeld gar in Führung ging. Die faire Partie, hervorragend geleitet von den beiden Schiedsrichtern Frank Kraaz und Michael D’Alessandro, wurde nun etwas härter, die Göppinger packten kräftiger zu, doch die Bittenfelder ließen sich nicht beirren. Angetrieben von schönen Paraden des eingewechselten Gregor Longer hielten sie das Spiel offen, die Führung wechselte hin und her, kurz vor Schluss lag der Europapokalteilnehmer noch vorne, doch ausgerechnet ein Alfdorfer vermasselte ihnen die Tour: Florian Schöbinger, der ein ganz starkes Spiel machte, traf mit seinem fünften Treffer in der letzten Minute zum 34:34-Ausgleich.
Die begeisterten Zuschauer konnten sich davon überzeugen, dass der Aufwärtstrend des Teams von Günther Schweikhardt anhält und der TVB in der Tabelle weiter nach oben klettern wird. Für die Göppinger geht es am nächsten Samstag im Europapokal international weiter – das wird sicher nicht leichter für die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic.                 
Nach dem Spiel blieben beide Teams noch da, schrieben Autogramme und fachsimpelten mit dem Publikum. Die Alfdorfer Organisatoren um den stellvertretenden Abteilungsleiter Daniel Hinderer zeigten sich hochzufrieden mit der Aktion: Handball vom Feinsten mit Topspielern zum Anfassen – und am Ende steht ein dickes Plus für den guten Zweck. Den genauen Betrag konnte Hinderer noch nicht abschätzen. Ermöglicht wurde die Aktion durch zahlreiche Sponsoren, durch deren Spenden ebenfalls ein großes Plus entstand.