Trainieren und verhandeln

Nach zwölf freien und sechs Tagen mit individueller Vorbereitung startet der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld heute wieder mit dem Mannschaftstraining. 25 Einheiten in den vier Wochen bis zum Spiel in Ludwigshafen sind geplant. Viel Arbeit hat der Trainer und Sportliche Leiter Günter Schweikardt auch abseits der Sporthalle: Es stehen Vertragsverhandlungen an.

Anfang November vergangenen Jahres war die Stimmung bei den Bittenfeldern getrübt: Das 23:30 in der Porsche-Arena gegen Minden war die vierte Pleite in Folge, mit 5:15 Punkten steckte der TVB tief im Abstiegssumpf. Mittlerweile haben sich die Mienen deutlich aufgehellt: Mit 14:2 Zählern in Folge spielten die Bittenfelder die beste Serie aller 20 Zweitligaclubs und gingen mit 19:17 Punkten auf dem zehnten Platz in den spielfreien Januar.

Die verletzungsgeplagten Mannschaften wie der nächste Bittenfelder Gegner TSG Ludwigshafen-Friesenheim haben die EM-Pause herbeigesehnt, TSG-Trainer Thomas König wird bis zum 8. Februar seinen kompletten Kader beisammen haben. Dem TVB indes kommt die Unterbrechung nicht ganz so gelegen. „Wir hatten einen Lauf, den wir natürlich gerne ein Stück weit ins neue Jahr mitgenommen hätten“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Andererseits tut auch uns eine Pause gut im Hinblick auf das, was auf uns zukommt.“

In den 16 Wochen bis zum finalen Saisonspiel gegen die Friesenheimer am 2. Juni stehen 20 Spiele an. Besonders hart wird’s im März: Sechsmal muss der TVB ran, dreimal davon mittwochs. „Spätestens da wird sich die Spreu vom Weizen trennen“, sagt Schweikardt. Den Klassenverbleib werden die Bittenfelder zu diesem Zeitpunkt wohl noch nicht in der Tasche haben, selbst wenn sie eine ähnlich gute Serie starten sollten wie zuletzt. Wobei Schweikardt so weit noch gar nicht vorausdenken möchte. „Zunächst einmal ist’s sehr erfreulich, dass wir so ordentlich dastehen.“ Acht Punkte beträgt das Polster auf den ersten Abstiegsplatz – „und die sollten wir nach Möglichkeit nicht gleich wieder verspielen“.

Die Distanz zu den hinteren Rängen beruhigt nicht nur die Nerven, sie verbessert auch die Ausgangsposition bei den Vertragsverhandlungen mit den aktuellen und neuen Spielern. Im Monat Januar werden in der Regel die Weichen für die nächste Saison gestellt, so auch beim TVB. „Wir stecken mittendrin“, sagt Schweikardt. Sicherlich sei der ordentliche Tabellenplatz von Vorteil bei den Gesprächen mit neuen Kandidaten. „Aber andererseits bekommen wir gute Spieler nach wie vor nur mit einem guten Konzept.“

Zwei Linkshänder werden beim Trainingsauftakt heute fehlen: Jan Forstbauer ist mit der Junioren-Nationalmannschaft in Portugal unterwegs und wird am Wochenende zurückerwartet. Arnor Gunnarsson zählt zum 21er-Kader der isländischen Nationalmannschaft für die EM, die am Sonntag beginnt. Trainer Gudmundur Gudmundsson muss noch fünf Spieler streichen, Gunnarsson hat dabei mit Thorir Olafsson vom polnischen Spitzenclub Kielce einen harten Konkurrenten auf Rechtsaußen.

Sicher in Serbien dabei sein wird der ehemalige Bittenfelder Torhüter Björgvin Gustavsson aus Magdeburg.