TVB mit Mühe, aber guten Nerven

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld ist mit einem Sieg in die englische Woche gestartet. Das 32:30 vor 750 Zuschauern in der Gemeindehalle gegen das neue Schlusslicht TV Korschenbroich war schwer erkämpft. Der überragende Gäste-Spielmacher Simon Breuer brachte den TVB mit 15 Toren fast im Alleingang an den Rand der Niederlage. Bei Bittenfeld trafen Jürgen Schweikardt (7) und Arni Sigtryggsson am häufigsten.

Breuer, Breuer, Breuer. Kein Name ging dem Bittenfelder Hallensprecher Uli Jaudes am Samstag öfter über die Lippen als der des Korschenbroicher Tausendsassas. Dass Simon Breuer nach dem Weggang seines Bruders David dessen Torjägerqualitäten geerbt hat, war den Bittenfeldern vor dem Spiel durchaus klar. Allein: Sie fanden kein Mittel, den Alleinunterhalter im Korschenbroicher Spiel zu kontrollieren. Nicht in der 5:1-Deckung, nicht in der 6:0 und selbst in Überzahl nicht.

Das war einigermaßen bedenklich und hätte dem TVB um ein Haar zwei eminent wichtige Punkte gekostet. Trotz deutlich höherer Spielerqualität, denn außer Breuer versprühte beim Gast höchstens noch Florian Korte Torgefahr. Die Angriffsbemühungen waren meist durchschaubar: Die Korschenbroicher spielten epische Angriffe, die Schiedsrichter Lutz Daßler und Lutz Günther ließen sie lange gewähren – und doch gelang dem Gast kurz vor dem Zeitspiel oft ein Treffer.

Torflaute in der Anfangsphase

Zunächst indes war’s ein sehr torarmes Spiel. Der gute Oliver Mayer im Gästetor parierte die ersten drei Bittenfelder Würfe, auf der anderen Seite war Korschenbroich ebenso abschlussschwach. So stand’s nach acht Minuten gerade einmal 3:3.

Nach einer Viertelstunde (7:7) hatte der TVB eine gute Phase. Nach einem Treffer des sicheren Siebenmeterschützen Arnor Gunnarsson und zwei Toren von Jürgen Schweikardt, der ein gutes Spiel machte, hatte Bittenfeld beim 10:7 erstmals ein kleines Polster. Großen Anteil daran hatte auch Arni Sigtryggsson. Nach langer Flaute scheint der Isländer wieder zu seiner Treffsicherheit zurückgefunden zu haben.

Dass die Führung zur Halbzeit wieder Geschichte war, hatte mehrere Gründe. Zum einen fehlten dem TVB gegen die 6:0-Deckung der Gäste die Ideen. Zum anderen funktionierte die 5:1-Deckung mit Tobias Schimmelbauer als Störfeuer gegen Simon Breuer nicht wirklich. Breuer brachte sich immer wieder in Position und nutzte die Lücken in der Bittenfelder Deckung. Dahinter hatte Daniel Sdunek einige starke Szenen, in der einen oder anderen sah er dagegen auch etwas unglücklich aus – wie die gesamte TVB-Deckung. Symptomatisch war der letzte Treffer vor der Pause: Simon Breuer sorgte mit einem Schlagwurf bei Bittenfelder Überzahl für die 15:14-Führung des Gastes.

In den zweiten 30 Minuten ging’s im ähnlichen Stil weiter: Das Spiel war bisweilen zäh wie ein alter Kaugummi. Schimmelbauer holte beim 19:18 (34.) die Führung wieder zurück, die der TVB aber umgehend wieder einbüßte. Gregor Lorger ersetzte Sdunek und kam gut ins Spiel. Das reichte aber ebenso wenig, den Widerstand der Korschenbroicher zu brechen, wie die Umstellung auf die bewährte 6:0-Deckung. Der TVB verspielte den Zwei-Tore-Vorsprung beim 23:21 (45.), 27:25 (53.) und 28:26 (54.) und musste jedes Mal den Ausgleich hinnehmen.

Erst als Sdunek zwei Würfe hintereinander von Korte parierte und Schweikardt in Überzahl entschlossen zum 30:28 verwandelte, war der Sieg zwei Minuten vor dem Ende in Sicht. Erneut Schweikardt zum 31:28 und Alexander Heib mit einer prima Einzelleistung bei mittlerweile offener Deckung der Gäste machten alles klar. Und das zudem in Unterzahl.

Nach dem 16. Spieltag hat der TVB nun 15:17 Punkte auf dem Konto und damit sieben mehr als der Gegner am Samstag. Dies war das Ziel vor dem Spiel. Dass die Bittenfelder mit dieser Leistung am Mittwoch in Leipzig und am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen Bietigheim wohl nichts holen werden, dürfte ihnen allerdings auch klar sein.

TV Bittenfeld: Sdunek, Lorger; Schimmelbauer (1), Schöbinger, Salzer, Forstbauer, Weiß (4), Schweikardt (7), Gunnarsson (6/4), Heib (2), Sigtryggsson (8), Baumgarten (4), Wehner, Pabst.

TV Korschenbroich: Mayer, Bartmann; Fuchs (1), Doetsch (3), Simon Breuer (15/2), Göller, Görden (2), Markus Breuer, Piske (2), Tovornik, Marquardt (2), Korte (5).