Drittligist wirft den TVB aus dem Pokal

Der TV Bittenfeld ist im Achtelfinale aus dem Pokalwettbewerb des Deutschen Handball-Bundes ausgeschieden. Der Zweitligist unterlag gestern Abend in der Gemeindehalle dem EHV Aue mit 27:29. Der Drittligist verdiente sich den Sieg mit einer über 60 Minuten hinweg engagierten Leistung. Der Auftritt des TVB war vor allem in den ersten 30 Minuten phasenweise peinlich und nicht zu erklären.

Es gibt zweifach Positives zu berichten aus Bittenfeld: Nach dem Aus im Pokalwettbewerb kann sich der TVB ganz auf die Liga konzentrieren. Außerdem haben die Bittenfelder nur knapp 300 Zuschauer vergrault mit einem in den ersten 30 Minuten denkwürdig emotionslosen Auftritt. Nach der Pause zeigten sie immerhin, dass sie ein Kämpferherz haben. Spielerisch indes lief vieles daneben. Unterm Strich war’s eine Vorstellung, die durchaus Grund zur Sorge geben kann.

Dem Drittligisten war von Beginn an anzumerken, dass er heiß war auf die Überraschung. Und der TVB hatte zunächst wenig dagegen, Aue durfte sich nach Herzenslust austoben und ging mit 5:2 in Führung (5.). Bald stellte sich heraus, dass die Bittenfelder nicht nur etwas schläfrig ins Spiel gestartet waren: Sie wirkten weiterhin unentschlossen in der Abwehr und ließen vor allem dem Linkshänder Dener Jaanimaa viel zu viel Platz. Noch mehr Schwächen offenbarte der TVB im Angriff. 13 Fehlwürfe und fünf Ballverluste gab’s in der ersten 30 Minuten zu notieren. Und wie schon bei der Niederlage gegen Schwerin war das Überzahlspiel eine mittlere Katastrophe.

Richtig viel Spaß hatte der EHV-Keeper Mareks Skabeikis, der von Minute zu Minute stärker wurde und am Ende 22 Paraden auf dem Zettel stehen hatte. TVB-Trainer Günter Schweikardt, der nach seiner Schulteroperation wieder auf der Bank Platz nahm, wechselte die Positionen und Spieler munter durch. Der Erfolg war überschaubar, die Bittenfelder spielten seltsam lethargisch. Aue setzte sich über 8:5 und 13:8 zur verdienten 15:10-Halbzeitführung ab. Dabei zeigten sie einige schöne Spielzüge und versprühten viel mehr Spielfreude als der TVB. Bezeichnend war, dass Torhüter Daniel Sdunek noch der beste Bittenfelder war im ersten Durchgang.

Die Bittenfelder Fans hofften, dass Günter Schweikardt in der Halbzeit die entsprechenden Worte an seine Spieler richten würde – und tatsächlich: Plötzlich zeigten sie in der Abwehr die notwendigen Emotionen. Nach drei schnellen Toren war der Favorit beim 13:15 wieder dran, im Angriff lief der Ball nun schneller durch die Reihen. Eine Schwäche jedoch zog sich bis zum Ende hin: der miese Abschluss.

Auch Simon Baumgarten, vom Kreis ansonsten eine Bank, verzweifelte an Skabeikis. So dauerte es bis zur 43. Minute, ehe beim 17:17 der erste Ausgleich geschafft war. Zum wiederholten Mal kassierte der TVB anschließend einen Treffer in Überzahl, fortan lief Bittenfeld einem knappen Rückstand hinterher. Spätestens nach dem 21:25 von Jaanimaa fünf Minuten vor Schluss schwanden die Aussichten, doch noch mit einem blauen Auge davonzukommen. Nachdem Gregor Lorger beim 24:26 einen Strafwurf von Jan Faith gehalten und Alexander Heib vom Strich zum 25:26 getroffen hatte, schien zweieinhalb Minuten vor Schluss zumindest die Verlängerung möglich. Der überragende Jaanimaa machte diese Hoffnung mit zwei Treffern zum 26:28 zunichte. Der EHV Aue feierte den verdienten Einzug ins Viertelfinale.

TV Bittenfeld: Sdunek, Lorger; Schimmelbauer (5), Schöbinger (1), Forstbauer, Weiß (3), Lenz (1), Schweikardt (3), Gunnarsson (1), Heib (5/4), Baumgarten (4), Sigtryggsson (2), Wehner (2).

EHV Aue: Skabeikis, Meinl; Schäfer (1), Meinhardt (1), Roch (3), Rothenburger, Berthold, Jaanimaa (8), Mägi (3), Vesely (4), Faith (3/2), Wittig (3), Matschos (3).