Bittenfeld verspielt Heimsieg gegen Schwerin

Die Mini-Siegesserie von 6:0-Punkten des TV Bittenfeld fand am Samstagabend in eigener Halle gegen den SV Post Schwerin ein jähes Ende. Trotz mehrmaliger Drei-Tore-Führung unterlag das Team den engagierten Gästen aus Mecklenburg-Vorpommern mit 28:30 (14:13). Bittenfeld steckt damit vor dem DHB-Pokalspiel gegen Aue wieder voll im Abstiegskampf der 2. Bundesliga.

Gerade einmal vier Wochen ist es her, da wurde dem TV Bittenfeld durch den aktuellen Spitzenreiter der 2. Bundesliga GWD Minden mit einem klaren 23:30 die Grenzen aufgezeigt. Damals war der Ex-Bundesligist einfach eine Nummer zu groß für die tapfer kämpfenden und personell geschwächten Bittenfelder, die Niederlage eine logische Konsequenz der Unterlegenheit. Am Samstag leisteten sich die Bittenfelder Jungs jedoch einen doppelten Punktverlust vor heimischem Publikum gegen einen schlagbaren Gegner, der unnötiger nicht hätte sein können.

Der vor kurzem an der Schulter operierte TVB-Cheftrainer Günter Schweikardt musste auf der Tribüne Platz nehmen und die Partie seiner Mannschaft von dort aus verfolgen. Und konnte nicht eingreifen. Sein Team lag schnell mit 0:3 (4.) gegen eine Schweriner Mannschaft zurück, die gleich zu Beginn durch entschlossene Abwehraktionen unbedingten Siegeswillen signalisierte. Das belegen auch die Zahlen: Acht Zeitstrafen der Schweriner stehen vier des TVB gegenüber.

Bittenfeld konnte erst nach 20 Minuten durch Tobias Schimmelbauer zum 9:9 ausgleichen. Dominik Weiß scheiterte zweimal am Aluminium, die Gäste erhöhten durch Murawski auf 9:12. Der TVB konnte erst durch mehrere Paraden vom erneut gut aufgelegten Daniel Sdunek und jeweils zwei Treffern von Arnor Gunnarsson und Alexander Heib wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff mit 14:13 in Führung gehen. Damit hatten sich die Wild Boys zurück gemeldet.

Die starken Anfangsminuten der Hausherren im zweiten Durchgang erinnerten dann an die souveränen Heimauftritte der vergangenen Saison, als die Bittenfelder Gemeindehalle bei den Gegnern quasi als uneinnehmbare Festung galt. Alex Heib, Dominik Weiß und Simon Baumgarten brachten ihr Team auf 17:14 (34.) in Front. Danach scheiterte der TVB mehrere Male am guten SV-Torhüter Igor Levshin, der mit seinen langen Pässen unzählige Kontertreffer der Gäste einleitete. Nach dem 19:19-Ausgleich entwickelte sich über zehn Minuten lang ein offener Schlagabtausch zwischen zwei ebenbürtigen Gegnern.

Die Schlussminuten vor rund 900 Zuschauern hatten es in sich. Fünf Minuten vor dem Ende markierte Simon Baumgarten das 27:26. Schwerin hielt mit dem starken Spielmacher Moritz Weltgen dagegen, glich aus und erhöhte gar zum 27:28 (58.). Dann reichte den Gästen ein technischer Fehler und eine Zeitstrafe gegen den TVB aus, um 35 Sekunden vor Schluss zum 28:30-Endstand zu erhöhen.

„Wir haben es versäumt, nach vierzig Minuten beim Stande von 17:14 und 18:15 nachzulegen. Da haben wir die Siegchance leichtsinnig aus der Hand gegeben und den Gegner stark gemacht“ erklärte Klaus Hüppchen enttäuscht. Der TVB hatte in einigen Szenen gute Ansätze und sehenswerte Spielzüge gezeigt. Dennoch dürften langjährige Bittenfeld-Fans phasenweise den unbedingten Kampfgeist, den Siegeswillen, den entschlossenen Einsatz um jeden Ball vermisst haben. Am kommenden Dienstag kann sich das Team durch einen Sieg im Pokalspiel gegen den EHV Aue rehabilitieren. Zu Hause in der Bittenfelder Gemeindehalle.

TV Bittenfeld:
Lorger, Sdunek – Schimmelbauer (3), Schöbinger (3), Forstbauer (1), Weiß (5), Schweikardt (1), Gunnarsson (6/3), Heib (3), Baumgarten (6), Sigtryggsson, Wehner, Salzer.

SV Post Schwerin:
Levshin, Wetzel – Weltgen (9/4), Riediger (1), Vanek (1), Rauch, Prothmann, Heinze (8), Murawski (6), Thormann, Chantziaras (1), Anclais (4).