TVB hat vierten Sieg in Folge im Blick

Gegen den SV Post Schwerin will der TV Bittenfeld seine Serie auf 8:0 Punkte ausbauen. Die Voraussetzungen hierfür sind so schlecht nicht: Die Formkurve zeigt deutlich nach oben, personell gibt’s keine Sorgen. Co-Trainer Klaus Hüppchen geht allerdings davon aus, dass der TVB in der Offensive noch mehr gefordert wird als in Saarlouis.

Die Laune war bestens bei den Bittenfeldern nach dem zweiten Auswärtssieg in Folge. Co-Trainer Klaus Hüppchen berichtete seinem „Chef“, der das Saarlouis-Spiel im Krankenhaus am Live-Ticker verfolgte, viel Positives. Vom neuen Selbstvertrauen seines Teams machte sich Günter Schweikardt in dieser Woche selbst ein Bild. Nach seiner Schulteroperation am Freitag durfte er bereits am Montag das Krankenhaus wieder verlassen und schaute natürlich beim Training vorbei. Übertreiben indes mit der Aktivität darf er’s laut seinen Ärzten in den ersten Wochen nicht. Schonung ist angesagt. „Ich will nichts riskieren“, sagt Schweikardt. Deshalb werde er sich morgen auch nicht auf die Trainerbank setzen und das Spiel stattdessen vom VIP-Bereich aus verfolgen.

Mit 13:11 Punkten liegt der SV Post Schwerin exakt im Tabellenmittelfeld. Zuletzt besiegte Schwerin den Erstliga-Absteiger ASV Hamm-Westfalen nach 19:24-Rückstand mit 30:28. Bietigheim, Leipzig, Nordhorn und Potsdam ließen in Schwerin Punkte, lediglich Tabellenführer TSV GWD Minden setzte sich dort durch. Auf der anderen Seite steht nur ein Erfolg der Schweriner beim 30:29 in Bad Schwartau. Von einer Auswärtsschwäche des Gegners will Hüppchen aber nichts wissen. „Sicher haben wir den kleinen Bonus mit dem Heimspiel“, sagt er. „Doch es treffen zwei Teams auf Augenhöhe aufeinander.“

Als Achter der 2. Liga Nord hat der SV Post Schwerin den Sprung in die eingleisige Liga geschafft. In der Spielzeit davor hatte er immerhin auf dem dritten Platz abgeschlossen. Zum dritten und bisher letzten Mal gehörte Post der Spielzeit 2004/2005 der 1. Bundesliga an.

Einiges hat sich geändert zur aktuellen Saison. Dirk Beuchler coacht den Erstligisten TBV Lemgo. Neuer Trainer ist Christian Prokop, der vom Ligakonkurrenten Magdeburg II kam. Neu ist auch der Hallenboden in der über 5000 Zuschauer fassenden Sport- und Kongresshalle. Und eben jener Boden hat am 30. Oktober diesen Jahres für großen Ärger gesorgt. Aufgrund eines „gesundheitsgefährdenden Schmierfilms“ musste damals die Partie gegen den DHC Rheinland kurzfristig abgesagt werden. Die Spielleitende Stelle der HBL hat die Begegnung nun mit 2:0 Punkten und 0:0 Toren zugunsten des DHC gewertet. Die Schweriner haben Protest eingelegt, das endgültige Urteil steht noch aus.

Der Bittenfelder Gegner hat eine Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Zu den Stützen im Team zählt unter anderem Torhüter Igor Levshin. Der 37-jährige Russe hat 42 Länderspiele auf dem Buckel. Er bildet zusammen mit Junioren-Nationaltorhüter Robert Wetzel (20), der aus Altenholz kam, ein starkes Duo. Linksaußen Martin Murawski (23) wechselte vom Erstligisten Füchse Berlin nach Schwerin. Ebenfalls aus Altenholz kommt Spielgestalter Moritz Weltgen (20), momentan bester Torschütze der Postler mit 72 Treffern. Hüppchen kennt Weltgen persönlich und hält große Stücke auf ihn. Der Grieche im rechten Rückraum, Konstantin Chantziaras (29), bringt die Erfahrung von 69 Länderspielen und aus der 1. Liga mit. Rechtsaußen Danny Anclais (31) spielte unter anderem in Stralsund und TuS Nettelstedt-Lübbecke. Sven Thormann (29) ist im linken Rückraum eine Bank.

„Schwerin hat durchweg gute Einzelspieler“, sagt Hüppchen. Und im Vergleich zum jüngsten, offensivstarken Gegner Saarlouis, deutlich mehr Qualitäten in der „sehr agilen“ 6:0-Abwehr. Die gilt’s für den TVB zu knacken. Zumindest theoretisch sind die Chancen gut, spielt er doch wieder in Bestbesetzung.