TVB muss den besten Angriff zähmen

Nach zwei Siegen in Folge muss der TV Bittenfeld morgen bei der HG Saarlouis antreten. Die führt gleich zwei Statistiken an: Kein Team hat mehr Tore erzielt, keines hat mehr kassiert. Die Verantwortung wird diesmal Co-Trainer Klaus Hüppchen tragen: Günter Schweikardt wird heute an der Schulter operiert und das Spiel am Live-Ticker im Krankenhaus verfolgen.

Vier Wochen vor Weihnachten ist’s durchaus an der Zeit für einen kleinen Wunschzettel: Morgen in Saarlouis den zweiten Auswärtssieg holen, die Woche darauf den SV Post Schwerin in der heimischen Gemeindehalle besiegen. Im Erfolgsfall hätten die Bittenfelder 13:15 Punkte auf dem Konto. „Dann hätten wird wieder Boden unter den Füßen und wären nicht in jedem Spiel unter so großem Druck“, sagt Günter Schweikardt.

Und der Genesung des Trainers wär’s außerdem zuträglich. Heute lässt sich Schweikardt in der Sportklinik in Stuttgart an der Schulter operieren und wird ein paar Tage ausfallen. Co-Trainer Klaus Hüppchen hat morgen die Verantwortung, Schweikardt wird am ZVW-Live-Ticker mitfiebern – und hätte nichts dagegen, wenn das Spiel ähnlich endet wie in der vergangenen Saison. Quasi mit dem Schlusspfiff erzielte Thorsten Salzer, in Unterzahl, den 34:33-Siegtreffer für den TVB.

Die HG Saarlouis musste in der vergangenen Saison als Zehnter in die Relegationsspiele, in denen sich die Saarländer gegen den Drittliga-Meister SG Leutershausen durchsetzten. Für ihre dritten Zweitliga-Saison hat sich die HG gezielt verstärkt, was die Aufgabe für die Bittenfelder nicht einfacher macht: Aus der ersten französischen Liga kam der 2,01 Meter große rechte Rückraumspieler Jonathan Julvécourt (Saint Cyr Touraine HB), von Erstliga-Absteiger Ahlen-Hamm Merten Krings für die Rückraum-Mitte-Positionen. Mit Lukasz Chertowicz (Wilhelmshavener HV) hatte die HG bereits Anfang Juni einen zusätzlichen Rückraumspieler und Abwehrspezialisten verpflichtet. Die Neuen haben prima eingeschlagen, Saarlouis startete überraschend gut in die Saison. Es gewann unter anderem in Eisenach (30:29) und in Bietigheim (36:34), was nicht vielen Team gelingt.

Die HG Saarlouis zählte in der vergangenen Saison zu den angriffsstärksten Teams der 2. Liga Süd, aktuell hat keine Mannschaft mehr Treffer erzielt als die HG. Besonders torhungrig sind die Rückraumspieler Danijel Grgic (74 Treffer) und Daniel Fontaine (80). Der Kroate zählt zu den gefährlichsten Aufbauspielern der Liga, Fontaine steht auf der Wunschliste etlicher Erstligisten. Stark besetzt ist die HG auf den Außen mit Otto Fetser und André Lohrbach, am Kreis spielt der wuchtige Lette Ingars Dude.

Unverwundbar indes sind die Saarländer zu Hause nicht. Schwerin holte beim 25:25 einen Punkt, Aufsteiger Leipzig beim 36:34 sogar zwei Zähler. Schweikardt ist optimistisch, falls sein Team an die Leistung der zweiten 30 Minuten gegen Eisenach anknüpfen könne. „Wir haben uns verbessert, und die letzten zwei Siege haben uns Sicherheit gegeben.“ Mitentscheidend für den Erfolg sei ein gutes Rückzugsverhalten gegen die konterstarke HG. „Und wir müssen unsere Ballverluste im Rahmen halten.“

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