Heimsieg der Wild Boys

Einen großen Kampf des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld haben die 940 Zuschauer in der Gemeindehalle gesehen. Waren die ersten 30 Minuten mit vielen Fehlern gespickt, steigerte sich der TVB nach der Pause enorm und kämpfte den ThSV Eisenach mit 30:28 (14:16) nieder. Ganz stark im zweiten Abschnitt: TVB-Torhüter Daniel Sdunek und Dominik Weiß.

Den Fans in der Gemeindehalle wurde wieder einiges geboten. Hatte der TVB bei der Niederlage gegen Emsdetten im ersten Spielabschnitt noch überzeugend gespielt und im zweiten komplett neben sich gestanden, so war’s diesmal umgekehrt. Die Bittenfelder legten gegen Eisenach nach der Halbzeit spielerisch wie kämpferisch enorm zu und bogen den Rückstand um. Lohn waren zwei wichtige Punkte und der Sprung auf den Nichtabstiegsplatz.
Wie viele Mannschaften, so versuchte es auch der TVB gegen die Eisenacher mit einer 5:1-Deckung. Tobias Schimmelbauer sollte die Kreise des herausragenden Spielmachers Tomas Sklenak einengen. Das indes funktionierte zunächst alles andere als zufriedenstellend. Der Treffer von Arnor Gunnarsson, der trotz seiner Hüftbeugerverletzung auf dem Feld stand, zum 1:0 war für lange Zeit die einzige Bittenfelder Führung. Der TVB ließ sich von den clever agierenden Gästen immer wieder in Eins-gegen-eins-Aktionen übertölpeln.
Nach 13 Minuten und dem 5:6-Rückstand löste Gregor Lorger den glücklosen Daniel Sdunek im Tor ab. Stabiler jedoch wurde die Deckung dadurch nicht. Das Problem des TVB war, dass auch der Angriff viel zu statisch und ideenlos agierte gegen die aggressive und aufmerksame 3:2:1-Deckung der Thüringer vor dem bärenstarken Radek Musil. Der tschechische Torhüter hatte es bei den vielen unplatzierten und unvorbereiteten Würfen aber auch nicht immer allzu schwer.
Beim 6:10 nach 17 Minuten sah’s nicht gut aus für die Bittenfelder. Günter Schweikardt wechselte das Personal im Angriff und in der Abwehr munter durch, die richtige Lösung fand er jedoch nicht. Auch das Überzahlspiel des TVB war schwach. In den letzten vier Minuten vor der Halbzeit war er nach dem 13:15-Rückstand mit einem Spieler oder zwei Spielern mehr auf dem Feld, der Rückstand blieb unverändert (14:16).
In Hälfte zwei kehrte Sdunek ins Tor zurück – und wie: Er parierte kurz hintereinander Würfe von Adrian Wöhler, Duje Miljak und Eryk Kaluzinski. Schimmelbauer brachte den TVB auf 16:17 heran. Plötzlich war auch das Bittenfelder Publikum erwacht und bekam durch eine ganze Reihe fragwürdiger Entscheidungen der überaus schwachen Schiedsrichter Murat und Mustafa Aslandag zusätzliche Adrenalinschübe verpasst.
Allzu sehr ließen sich die Bittenfelder davon aber nicht beeindrucken. Sie stellten in der Defensive auf die bewährte 6:0-Formation um. Damit hatten die Eisenacher genauso viele Probleme wie mit der taktischen Variante des TVB, mit zwei Kreisläufern zu agieren.
Beim 23:19 sah es wieder
gut aus für die Gastgeber
Dominik Weiß, der an seine gute Leistung aus dem Potsdam-Spiel anknüpfte, besorgte beim 18:18 den Ausgleich (38.) und die erste Führung seit dem 1:0 (19:18; 40.). Der vom Siebenmeterstrich nervenstarke Alexander Heib, Gunnarsson und Simon Baumgarten legten zum 23:19 (47.) vor – der TVB war spätestens jetzt wieder dick im Geschäft.
Eisenach hatte den Faden verloren, nur drei Tore in 17 Minuten waren der Beleg hierfür. Durch war das Spiel für Bittenfeld zu diesem Zeitpunkt freilich noch längst nicht. Sdunek hielt zwar weiter stark, sein Gegenüber Musil allerdings auch. Beim 24:23 (52.) hofften die Gäste wieder, für Hochspannung war gesorgt in der Schlussphase.
Schimmelbauer und Weiß legten zum 26:23 vor, dann hielt Sdunek mit einer sensationellen Parade einen freien Wurf von Sklenak (55.). Dumm nur, dass auch der TVB jetzt Nerven zeigte vor dem Tor von Musil. So mussten die Fans bis eineinhalb Minuten vor dem Ende auf die Vorentscheidung warten.
Heibs Siebenmeter zum 28:25 beseitigte die letzten Zweifel am vierten Saisonsieg der Hausherren. Die offene Deckung der Eisenacher brachte nicht mehr den gewünschten Erfolg. Am Ende stand der hart erarbeitete, aber verdiente 30:28-Sieg der Bittenfelder.

TV Bittenfeld: Sdunek, Lorger; Schimmelbauer (6), Schöbinger (3), Salzer, Forstbauer (1), Weiß (7), Schweikardt (1), Gunnarsson (4/1), Heib (3/3), Sigtryggsson, Baumgarten (4), Wehner (1), Markez.

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Trautvetter (2), Sklenak (6), Wöhler (2), Luther (1), Miljak (5/2), Kaluzinski (4), König, Schiffner, Heinemann (2), Lilienfelds (5), Koloper.