Erster Auswärtssieg!

Im sechsten Anlauf in der Fremde hat’s geklappt mit dem Auswärtssieg des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld. Mit dem 34:32-Erfolg in Potsdam hat der TVB jedoch nur für einen Tag die Abstiegsränge verlassen. Auch die Konkurrenz punktete. „Wirklich verbessert hat sich unsere Situation nicht“, sagte TVB-Trainer Günter Schweikardt gestern.

Wie wohl allen Handballern, so fiel auch dem TV Bittenfeld am Freitag das Feiern schwer. Frisch geduscht und glücklich nach dem ersten Auswärtssieg in dieser Saison, erfuhren die Bittenfelder vom tragischen Tod der Schiedsrichter Bernd und Reiner Methe. Die Zwillinge waren auf dem Weg zum Erstligaspiel HBW Balingen-Weilstetten gegen den SC Magdeburg bei einem Verkehrsunfall nahe Empfingen verunglückt.

Da ist’s für TVB-Trainer Günter Schweikardt nicht leicht, nach solch einem traurigen Ereignis über den sportlichen Erfolg zu sprechen. Den hatten sich die Bittenfelder am Freitag nach einer engagierten Leistung verdient. Nur einmal, beim 10:11, lagen sie in Potsdam zurück. „Wir haben diesmal einiges besser gemacht als der Gegner“, sagte Schweikardt.

So ging der TVB mit seinen Chancen längst nicht so fahrlässig um wie in den Spielen zuvor. Zudem gewann er das Torhüterduell: Daniel Sdunek in den ersten und Gregor Lorger in den zweiten 30 Minuten hielten mehr Würfe als die Potsdamer Gabor Pulay und Matthias Frank.
Die Abwehr, wechselweise in der bewährten 6:0-Formation oder mit Tobias Schimmelbauer auf der vorgezogenen Position, zwang die Potsdamer zum einen oder anderen erzwungenen Wurf. Vorne teilten sich Jürgen Schweikardt und Florian Schöbinger die Spielmacherposition. Alexander Heib war wegen eines Pferdekusses nicht einsatzfähig.

Am auffälligsten agierten der Kleinste und der Größte im Bittenfelder Kader: Arnor Gunnarsson (1,80) und Dominik Weiß (2,07) erwischten einen Sahnetag, waren für 21 der 34 Tore des TVB verantwortlich. „Die beiden haben prima gespielt“, sagte Schweikardt. Der VfL Potsdam bekam Gunnarsson und Weiß nie in den Griff.

Der TVB-Trainer attestierte seiner Mannschaft „durch die Bank“ eine gute Leistung. „Allerdings hatten wir wieder Phasen, in denen wir den Vorsprung hätten halten oder ausbauen müssen.“ So hing der Sieg drei Minuten vor dem Ende am seidenen Faden, nachdem die Potsdamer auf 30:31 herangekommen waren. „Es wäre ganz bitter gewesen, wenn wir dieses Spiel noch verloren hätten“, so Schweikardt, der sich über die Unterstützung von rund zwei Dutzend Bittenfelder Fans auf der Tribüne freute. Unter den 300 Zuschauern hätten sich die Bittenfelder durchaus bemerkbar gemacht. „Das hilft einem natürlich auch.“

Der Gegner lobt die Bittenfelder

Die Potsdamer ärgerten sich hernach über zu viele eigene Unzulänglichkeiten. „Uns sind insgesamt zehn technische Fehler und Regelfehler ohne Not und Bedrängnis unterlaufen“, sagte VfL-Trainer Rüdiger Bones gegenüber der Märkischen Allgemeinen. „Das darf nicht passieren.“ Der Potsdamer Kreisläufer Alexander Urban lobte den TVB. „Bittenfeld ist eine gute Mannschaft, eingespielt und auf jeder Position ausgeglichen besetzt. Das Tabellenbild täuscht.“

Über den Sprung auf den Nichtabstiegsplatz durften sich die Bittenfelder aber nur einen Tag freuen. Am Samstag siegte der ASV Hamm-Westfalen überraschend mit 30:27 beim TV Emsdetten und hat wie der TVB nun sieben Pluspunkte gesammelt. Damit bleibt das Schweikardt-Team fürs Erste unter dem Strich. Auch der nächste Gegner des TVB in der Gemeindehalle sorgte für Aufsehen: Der ThSV Eisenach zwang den Aufstiegskandidaten DHC Rheinland mit 27:24 in die Knie.

Das macht die Aufgabe für die Bittenfelder am Samstag nicht einfacher.