Bittenfeld ohne Chance

Nichts ist es geworden mit der Überraschung. Chancenlos war Handball-Zweitligist TV Bittenfeld gestern vor 5089 Zuschauern in der Porsche-Arena gegen Minden, unterlag mit 23:30. Die Gäste um ihren überragenden Spielmacher Dalibor Doder unterstrichen eindrucksvoll, weshalb sie als heißer Aufstiegskandidat gelten.

Eigentlich schien alles vorbereitet für einen spannenden Abend in der Arena. Der TVB startete konzentriert, hatte nach der 4:2-Führung auch rasch die so wichtigen Fans mobilisiert. Die Abwehr stand ordentlich, die gefährlichen Mindener Halbspieler Evars Klesniks und Nenad Bilbija kamen kaum zum Zug.

Eine gute Mannschaft zeichnet allerdings aus, dass sie von allen Positionen Akzente setzen kann. Und die Gäste haben einen Spieler in ihren Reihen, gegen den gestern kein Kraut gewachsen war: Der schwedische Nationalspieler Dalibor Doder zog intelligent die Fäden und war selbst extrem torgefährlich. Er und Rechtsaußen Aleksander Svitlica beschäftigten den TVB am meisten. Dennoch: Die Bittenfelder hielten zunächst prima dagegen. Auch nach dem 8:11-Rückstand nach 16 Minuten. Die letzten sechs Minuten indes vor der Pause sorgten bereits für eine frühe Vorentscheidung. Der TVB musste mit zwei Spielern in Unterzahl agieren und leistete sich in dieser schwierigen Phase gleich reihenweise Fehlabspiele, technische Fehler und Fehlwürfe. Minden nutzte diese Einladungen clever und zog zur Pause auf 16:11 davon.

Der TVB versuchte es in den zweiten 30 Minuten mit verschiedenen Abwehrformationen und im Angriff phasenweise mit zwei Kreisläufern. Zu ideenlos und mit zu wenig Durchschlagskraft agierte der TVB gegen die starke Abwehr der Gäste, die mit Anders Persson einen herausragenden Rückhalt im Tor hatten. 24 Bälle hatte der Schwede nach 60 Minuten pariert. Da kam auf der anderen Seite Gregor Lorger nicht heran, obgleich der TVB-Keeper noch zu den Besten seines Teams zählte.

Nach 38 Minuten sah sich der TVB mit 14:22 im Hintertreffen, die Partie war so gut wie durch. Zu souverän spulte Minden sein Spiel herunter. Erst in den letzten zehn Minuten ließen es die Gäste etwas ruhiger angehen. Der TVB nutzte die Gelegenheit und gestaltete den Spielstand beim 20:25 (53.) etwas freundlicher. Eine reelle Chance, Minden nochmal zu gefährden, hatten die Bittenfelder allerdings nie.

Am Ende mussten sie sich mit 23:30 geschlagen geben gegen eine Mannschaft, die auch in dieser Saison zu den Aufstiegskandidaten zählt. Gegen solche Teams hat der TVB nur eine Chance, wenn alles passt. Und von diesem Zustand ist er derzeit – noch – ein gutes Stück entfernt.

TV Bittenfeld: Sdunek, Lorger; Schimmelbauer (3), Schöbinger (4), Salzer, Forstbauer (3), Weiß (2), Pabst, Schweikardt (3/1), Gunnarsson (3/2), Heib (1), Sigtryggsson (2), Baumgarten, Wehner (2).

TSV GWD Minden: Persson, Vortmann; Andersson (3), Oevermann, Bartsch (2), Auerswald (1), Steinert (2), Helmdach, Südmeier, Schmidt (2/2), Svitlica (5), Doder (9), Klesniks (1), Bilbija (5).