GWD Minden eine Nummer zu groß

Das erste von insgesamt vier Spielen in der Stuttgarter Porsche Arena hat der TV Bittenfeld vor 5.100 Zuschauern gegen GWD Minden verloren. Beim 23:30 (11:16) stolperten die Hausherren einmal mehr über eigene Fehler und den gut aufgelegten Gästekeeper Anders Persson. Erfolgreichster Werfer auf Bittenfelder Seite war Florian Schöbinger mit vier Treffern.

Das Publikum in der Porsche Arena hat am Freitagabend einen TVB gesehen, der einen ordentlichen Start in die Partie gegen den favorisierten Meisterschaftskandidaten Minden hinlegte. Nach einer 2:0 und 4:2-Führung (5.) stimmte die Atmosphäre in der Arena, die Zuschauer peitschten ihr Team voran und erwarteten insgeheim einen Heimsieg ihres TVB gegen die Mindener Gäste. Denn bei 19 Spielen im zweiten Wohnzimmer der Bittenfelder gab es bislang nur vier Spiele, in denen die Schwaben ohne Punkte oder mit einer Punkteteilung das Parkett verließen – immer gegen große Favoriten der 2.Bundesliga.

Gegen den TSV GWD Minden sollte allerdings der fünfte Punktverlust hinzukommen. Angeführt von einem bestens aufgelegten Spielmacher Dalibor Doder übernahmen die Ostwestfalen nach dem Ausgleich zum 6:6 (12.) das Kommando und erhöhten bis zur TVB-Auszeit auf 8:11. Zu passiv agierte das Team von Günter Schweikardt und Klaus Hüppchen gegen den wurfgewaltigen Rückraum der Mindener mit Doder und Nenad Bilbija. Und  im Angriff bekam jetzt GWD-Schlussmann Anders Persson seine Hände an die oftmals unvorbereiteten Würfe der Bittenfelder.

Die Konsequenz: Der TVB musste die Ostwestfalen fünf Minuten vor der Halbzeitpause ziehen lassen, nachdem er beim 10:12 innerhalb von sechs Minuten gleich sechs bestens herausgespielte Torchancen liegen ließ. So erhöhte Minden bis zum Seitenwechel auf 11:16 und sorgte beinahe schon für eine erste Vorentscheidung.

Letzte Hoffnungen kamen im Bittenfelder Lager auf, als Schöbinger und Adrian Wehner durch sehenswerte Einzelaktionen auf 13:17 verkürzten und das Publikum noch einmal für die kommenden 30 Minuten mobilisierte. Dann folgte allerdings eine zu lange Durststrecke – es sollte eine Phase folgen, in der dem TVB innerhalb von einer Viertelstunde nur zwei Treffer gelangen. Zu wenig, um gegen ein Spitzenteam der 2. Bundesliga bestehen zu können. Als Minden auf 15:24 (46.) davon war, fiel die Vorentscheidung in dieser ansehnlichen Partie. In den verbleibenden zehn Minuten mühten sich die Bittenfelder vergeblich gegen eine kompakte GWD-Abwehr, die wenig Lücken zuließ, beherzt zupackte und mit ihrem Torhüter ein gutes Gespann bildete.

„Wir waren gegen den großen Meisterschaftsfavoriten Minden deutlich unterlegen, auch wenn wir gute Phasen hatten. Der Funke wollte heute einfach nicht vom phantastischen Publikum auf das Team überspringen“ meinte Günter Schweikardt nach dem ersten Auftritt seiner Mannschaft in der Stuttgarter Arena. Die kommenden Aufgaben werden nicht einfacher für den TVB. Am kommenden Freitag steht das Auswärtsspiel in Potsdam an, dann kommt Eisenach in die Bittenfelder Gemeindehalle.

TV Bittenfeld:
Sdunek, Lorger – Heib (1), Schimmelbauer (3), Weiß (2), Forstbauer (3), Salzer, Schweikardt (3/1), Gunnarsson (3/2), Wehner (2), Sigtryggsson (2), Pabst, Baumgarten, Schöbinger (4).

TSV GWD Minden:
Persson, Vortmann – Andersson (3), Oevermann, Bartsch (2), Auerswald (1), Steinert (2), Helmdach, Südmeier, Schmidt (2/2), Svitlica (5), Doder (9), Klesniks (1), Bilbija (5).